Deshalb bleibt der Kinderwunsch auf der Strecke

von in Arbeitsleben, Arbeitsmarkt am Montag, 30. September 2013 um 10:35

Den richtigen Zeitpunkt für ein Kind gibt es nie. Eine gewagte Aussage, die dennoch für viele Paare stimmen mag. „Wir sind die Generation der aufgeschobenen Kinderwünsche“ meinte die oö. Frauenlandesrätin Doris Hummer einst. Doch ist es wirklich stets die Entscheidung Kind oder Karriere, die den Ausschlag für niedrigere Geburtenraten gibt? Das market-Institut hat nachgefragt und die häufigsten Motive für den Verzicht auf Kinder herausgefunden.

Gründe für die Kinderlosigkeit

motive_verzicht_kinder_2Bereits 2005 hat das market-Insitut die Österreicher gefragt, weshalb sie ihren Kinderwunsch verschieben oder gar darauf verzichten. Nun wurde erneut nachgefragt und die Ergebnisse überraschen zum Teil, machen andererseits aber auch wieder Mut. Denn während es bei den Hauptgründen für Kinderlosigkeit keine großen Veränderungen gab, hat sich beim Bild der berufstätigen Frau sehr wohl etwas getan. Nun aber zu den Ergebnissen im Detail. Auf die Frage, weshalb viele Paare kinderlos bleiben, wurden folgende Antworten gegeben: Auf Platz Eins liegt nach wie vor und eindeutig das Thema „Karriere“ – 78 Prozent der Befragten meinen, Frauen verzichten zugunsten der Karriere auf Nachwuchs. 2005 waren es noch 85 Prozent.

Zu geringes Einkommen

Jeweils 68 Prozent meinten bei der aktuellen Befragung, dass keiner durch ein Kind beruflich oder materiell zurückstecken will. Auffallend ist: 2005 waren auch diese Werte mit 79 bzw. 78 Prozent höher. Leicht zugenommen haben mit 66 Prozent hingegen jene, die meinen, dass die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie entscheidend ist. Ebenfalls mehr Befragte sind der Meinung, dass niedrige Einkommen für einen Verzicht auf Kinder ausschlaggebend sind. Von einem Wechsel der Motive kann man natürlich noch nicht sprechen, dennoch zeigt sich, dass die Gründe sich gegen eine Familie zu entscheiden, alles andere als rein freiwillig-egostischer Natur sind.

Erfolgreiche Mütter im Kommen

motive_verzicht_kinder_1Diese Tatsache spiegelt sich auch in der Einstellung der Österreicher über berufstätige Frauen wider. Wie eingangs erwähnt, hat sich diese ja stark verändert: Waren bei der ersten Befragung noch 84 Prozent der Meinung, dass Frauen mit Kindern eher um ihren Job bangen müssen als kinderlose, so ist dieser Wert nun deutlich niedriger. Die Gründe vermuten die Forscher unter anderem in der verbesserten Kinderbetreuung aber auch der zunehmenden Mitarbeit der Männer im Haushalt. Zudem wird das Bild der Frau, die als Mutter aber auch im Beruf erfolgreich ist, gesellschaftlich immer stärker akzeptiert.

Bildnachweis: Sychugina / Quelle Shutterstock, market

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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