Comeback im Ex-Job: Keine Angst vorm alten Chef

von in Bewerbung, HR, Jobsuche, Social am Montag, 31. Januar 2011 um 10:50

Das Angebot des Headhunters vor zwei Jahren war einfach zu verlockend: Mehr Gehalt, Firmenwagen und ein leichter zu erreichender Arbeitsplatz. Keine Frage damals – der Job wird angenommen! Doch jetzt, zwei Jahre später, ist der Reiz weitgehend weg. Und die Erkenntnis da: Eigentlich war der alte Job doch besser, bot auf lange Sicht sogar bessere Entwicklungsmöglichkeiten. Was tun? Laut Experten des deutschen Personaldienstleisters Robert Half ist die Antwort einfach: Wieder beim alten Chef vorstellen!

Wer seinen Ex-Chef noch als Xing-, Facebook- oder LinkedIn-Kontakt hat und noch dazu ein freundschaftliches Verhältnis zu diesem pflegt, könnte klar im Vorteil sein. In Kontakt mit früheren Weggefährten zu bleiben, ist in Zeiten von Social Media ja einfacher denn je.

Und auch der Spruch, dass man sich im Leben immer mindestens zweimal trifft, erlangt mit den Friends, Kontakten und Followern in seinen Networks eine ganz andere Dimension. Dass man heutzutage auf jeden Fall schauen sollte, im Guten vom alten Job zu scheiden, belegt auch die Workplace Survey des Personaldienstleisters Robert Half, für die 3000 Personal- und Finanzmanager in 13 Ländern befragt wurden.

Die Ergebnisse machen möglichen Rückkehrern an ihren alten Schreibtisch nämlich Mut: Drei von vier Managern in Österreich (73 Prozent) und Deutschland (76 Prozent) würden Ex-Mitarbeiter wieder anstellen, sollten sie sich bei ihnen bewerben. Etwas nachtragender sind laut Studienergebnissen die Personalverantwortlichen im Land der Eidgenossen. Mit 68 Prozent stehen die Chancen für Comeback-Mitarbeiter aber ebenfalls noch hervorragend.

Die Macht des Gegenangebots

Was Personalisten jedoch oft unterschätzen, ist laut Darren Payne, Associate Director bei Robert Half International, die Macht des Gegenangebots an wechselwillige Mitarbeiter. So würden drei von vier Leistungsträger gar nicht erst abspringen, wenn sie von ihrer ursprünglichen Firma eine Aufbesserung ihrer Arbeitskonditionen erfahren würden. Payne begründet dies: „Ein Wechsel von einem Unternehmen in ein anderes ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Von daher ist es für Arbeitnehmer, die zögern, den Schritt ins Unbekannte zu wagen, gut zu wissen, dass es häufig einen Weg zurück gibt. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Kündigung professionell und sachlich erfolgt und auf keiner Seite schlechte Gefühle übrig bleiben.“

Drei Regeln, wie man sich die Tür zum alten Büro offenhält

  • Trennung im Guten:
    Kommunizieren Sie bei der Auflösung des Arbeitsverhältnisses, dass Sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehen und Sie aus dem Grund die Firma verlassen weil Sie neue Erfahrungen und Herausforderungen locken. Grundvoraussetzung dafür ist natürlich, dass Sie sich im alten Job im Großen und Ganzen wohl gefühlt haben. Dieses Gefühlt sollten Sie beim Abschied auch Ihrem Chef vermitteln.
  • Kontakte pflegen:
    Nutzen Sie Social Media! Mit alten Kollegen und Vorgesetzten in Kontakt zu bleiben ist, wie erwähnt, heute leichter möglich denn je. Über Facebook, Xing & Co. bekommen Sie mit, was sich im alten Unternehmen tut und erfahren eventuell bereits unter der Hand, wenn sich wieder eine Chance auftut. Halten Sie also Ihre Netzwerke in Schuss. Ihr Startvorteil: Der alte Chef weiß, was Sie können und wie Sie arbeiten. Das erspart mitunter einen aufwändigen, nervenaufreibenden Bewerbungsprozess.
  • Stolpersteine aus dem Weg räumen:
    Was von Job-Rückkehrern aber auch von den Wieder-Chefs vergessen wird: Unternehmen aber auch Arbeitnehmer entwickeln sich weiter! Gegenseitige Vorstellungen und Jobanforderungen sollten also genau und detailliert abgesprochen werden, damit auf keiner Seite Enttäuschungen entstehen.
Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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