Wir schreiben das Jahr 2011. Da sollte bei der Frage „Karriere oder Familie?“ doch alles geklärt sein. Die Gesellschaft hat sich verändert und veraltete Ansichten sind passé. Etwa die Frauen-an-den-Herd-Mentalität. Heute machen Frauen Karriere! Auch bei der Kindererziehung herrscht Gleichberechtigung. Zumindest am Papier. In der Realität lastet die Kindererziehung in vielen Fällen immer noch auf den Schultern der Mutter. Zunächst hofft man: Ist das Kind erst im Kindergarten, kann man ja wieder in den alten Job zurück. Leicht gesagt! In drei Jahren verändert sich vieles am Arbeitsmarkt und auch der alte Job ist nicht so sicher, wie man glaubt! Oft steht man vor der Wahl: Karriere oder Familie.
Kinderbetreuung ist harte Arbeit – danach wieder in den alten Job einzusteigen meist noch schwerer. Das zeigt auch die aktuelle Arbeitsmarktanalyse der Arbeiterkammer Oberösterreich (AK). Denn immer noch gilt: Mama bleibt beim Kind und Papa bringt das Geld nach Hause! Das spiegelt sich auch deutlich in der Betreuungsquote wider. Von den 142.034 Beziehern von Kinderbetreuungsgeld waren nur 4,6 Prozent Männer. Natürlich weil der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen in dieser Hinsicht eine große Rolle spielt.
Lange Pause, schwerer Einstieg!
Ein Hauptgrund für den schweren Wiedereinstieg ins Unternehmen ist die Dauer der Unterbrechungsphase. So ist noch immer die lange Karenz-Variante (30+6) bei 67 Prozent der Österreicher populär. Ein Grund dafür ist sicher auch das mangelnde Angebot an Kinderbetreuungsplätzen. Das zeigt vor allem der Stadt-Land-Vergleich. Während in Wien die Betreuungsquote bei Kindern unter zwei Jahren bei 28 Prozent liegt, misst diese in Oberösterreich gerade mal 10 Prozent. “Damit ist die Hürde beim Wiedereinstieg ins Arbeitsleben für oberösterreichische Mütter größer als für jene in anderen Bundesländern”, sagt AK-Präsident Johann Kalliauer.
Erfreulich sei allerdings die Resonanz auf das jüngste Karenzmodell: Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld. Auf die Dauer von 12+2 Monaten werden bis zu 80 Prozent des früheren Gehalts ausgezahlt. Sicherlich auch ein Ansporn für junge Väter, die Kinderbetreuung nicht nur den Müttern zu überlassen. Schon jetzt entfällt auf diese Variante ein höherer Anteil als auf die Varianten 12+2 und 15+3.
Ungenütztes Potenzial
Rund 216.000 nicht erwerbstätige Frauen warten auf ihre Rückkehr auf den Arbeitsmarkt. Davon auch ein großer Anteil an Müttern. Ein Drittel davon könnte innerhalb von zwei Wochen eine Arbeit aufnehmen. Knapp 30 Prozent der Mütter, deren jüngstes Kind das zweite Lebensjahr noch nicht erreicht hat, arbeiten überwiegend in Teilzeit. “Frauen sind mit widersprüchlichen Signalen konfrontiert. Einerseits ist eine höhere Geburtenrate erwünscht, andererseits gibt es wenig Unterstützung, wenn es darum geht, sie bei der Kinderbetreuung zu entlasten”, analysiert Kalliauer.
Ein erster Schritt: Hürden nehmen!
Um es jungen Eltern zu ermöglichen rasch in ihre Jobs zurückzukehren, müssen erst noch einige Hürden genommen werden. So müssen beispielsweise die Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren stark ausgebaut und verbessert werden. “Diese Angelegenheit nur der Öffentlichkeit zu überlassen wäre von den Unternehmen blauäugig”, meint Kalliauer. So wie es in anderen Ländern schon längst State-of-the-Art ist, sollten auch bei uns Betriebskindergärten und -krabbelstuben eingeführt werden, die es den Eltern ermöglichen Beruf und Familie zu vereinen.
Auch der Gestaltungsfreiraum von jungen Eltern sollte flexibel bei der Lage und Dauer der Arbeit sein. Die AK fordert weiters, gesetzliche Schikanen zu beseitigen. Dazu gehört, den Kündigungsschutz in der Karenz auf die Dauer des möglichen Bezugs anzuheben. Dasselbe gilt für die Elternteilzeit, die sechs Jahre in Anspruch genommen werden kann und dennoch nur vier Jahre Kündigungsschutz bietet.
Mitarbeiterbindung stärken
Ein Kind bedeutet für junge Eltern meist eine große Veränderung. Zwischen Zweifeln und Ängsten mischt sich auch immer die Frage: Muss ich jetzt auf meine Karriere verzichten? In vielen anderen Ländern wurde diese Hürde bereits erheblich gesenkt. So ist es in Norwegen und Schweden beispielsweise möglich, dass Kinder nach drei Monaten in Krabbelstuben gegeben werden und die Eltern wieder zu ihrer Arbeit zurückkehren. Hier muss Österreich noch stark zulegen! Kinderbetreuung ist nicht nur Sache des Staats. Auch Unternehmen können durch eine interne Kinderbetreuungseinrichtung die Mitarbeiterbindung enorm stärken! Positiver Nebeneffekt: Eine positive Auswirkung auf die Arbeitgebermarke. Und die Vereinbarkeit von Karriere und Familie.
[...] aufzunehmen. Die weniger gute: Nur jeder vierte Arbeitgeber (27 Prozent) ist bereit, auch berufstätige Mütter mit einem Dienstvertrag auszustatten. Das ergibt eine weltweit durchgeführte Umfrage des Bürolösungs-Anbieters [...]
[...] fordert allerdings auch mehr Initaitive von Frauen ein: “Frauen müssen öfter nach der Babypause mit eigenen Ideen kommen. Personalchefs werden das in vielen Fällen [...]
Ich wollte nach beiden Kindern jeweils nach sechs Monaten wieder arbeiten. Das ist niemals an mir gescheitert sondern an meinen Chefs, die meinten; “Mäderl, warum bleibst du nicht zu Hause bei deinen Kindern?”
Bin extrem organsiert, flott, dynamisch und habe viele gute Ideen!
Auch Sprüche um 19.15 wie:”Ach sie sind wohl schon auf dem Weg nach Hause, ich höre ihre Absätze auf dem Asphalt klappern.” oder: “Du bist schon zu Hause? Du musst ein Vorbild für die MitarbeiterInnen sein, du darfst nicht vor ihnen nach Hause gehen.”
Es sind leider auch andere Gründe als mangelnde Kinderbetreuungsplätze, die gut qualifizierten MitarbeiterInnen den Wiedereinstieg unmöglich machen.
Hallo,
ja es ist nicht leicht. Aber wir alle sollten schauen, dass wir das Problem lösen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sollt man auch auf unsere qualifizierten Mütter zurückgreifen können. :-)
Hier helfen nur genügend Möglichkeiten, in denen die Kinder untergebracht werden können. Doch gerade an diesem Thema scheitertes heute noch viel zu oft.
freundliche Grüße
Ramona
3 Monate alte Kinder in Krabbelstuben abgeben? Das muss man aber auch erst einmal können. Wäre bei uns unmöglich gewesen. Traurig wenn einem finanzielle Gründe dazu zwingen
Hallo Ramona!
Danke für dein Feedback! Ich bin genau deiner Meinung. Es gibt so viele kompetente Mütter da draußen, die von guten Kindereinrichtungen wirklich profitieren würden!
jaja, immer die bösen finanziellen gründe… leider herrschen noch bei mehr als der hälfte aller menschen – frauen und männer – die meinung vor, dass die kinder ja soooooo arm wären, wenn sie fremdbetreut sind. meine zwei sind mit 14 bzw. 18 monaten in die krabbelstube gekommen. wir profitieren alle davon, weil sie zwei sehr selbständige und selbstbewusste kerle sind – jetzt 4 und 6.
zum beruflichen: warum wird immer von “jungen eltern bzw. müttern” gesprochen? erstgebärende werden immer älter und haben es dementsprechend noch ein wenig schwerer. wenn sie dann dummerweise auch noch akademisch gebildet sind, wirds kritisch! die chance, dass der bisherige arbeitgeber/in einen wieder haben will (kostenfaktor!!!) sind gering. und dann ist frau schnell in der kategorie “kleine kinder UND über 40 – wie stellen sie sich das vor?”
uns hat mal ein chef gesagt, wir müssen uns entscheiden entweder kinder oder karriere – beides geht einfach nicht … toll gell, da kommt man sich gleich richtig gleichberechtigt vor *hmpf*
An den Vater der es nicht schafft ein drei Monate altes Kind in einer Krabbelstube abzugeben. Ich wette er hat noch nie darüber nachgedacht in seinem Job kürzer zu treten, sondern erwartet das nur von seiner Partnerin!
Leider wird in den heutigen Arbeitsstellen nicht auf (alleinerziehende) Mütter mit Kinder Rücksicht genommen, eher auf Studenten, denn diese leisten ja was in Zukunft – ist schon richtig – aber wir müssen dafür doppelt so hart arbeiten um zu beweisen das wir genauso gut sind – schade unsere Nachkommen werden dann einmal für uns sorgen das sollte man hier auch mal bedenken – auch wenn dieser Anteil einmal sehr gering sein wird – aber man sollte den Frauen heute so dankbar sein dafür, dass wir uns überhaupt noch trauen unsere weibliche Seite auszuleben und Kinder zu kriegen, denn danach fühlt man sich oft als Gesellschaft 2. Klasse. Bei der Frage was machen Sie mit Ihren Kinder – Frage ich ganz einfach – was machen Sie mit Ihren Hund oder Ihren Familienmitgliedern? Ich weiß es nicht, ich weiß nicht wie oft und wann Kinder krank werden und wie kommen wir dazu uns dafür zu rechtfertigen. Ich frage ja auch keinen Chef was er macht, wer er oder seine Familienmitglieder krank werden oder wie er sich in seiner Freizeit organisiert. Bei uns Müttern ist es immer sehr gut organisiert. Eine ganze Kette nur wenn ein Glied fehlt reißt halt leider die ganze Kette und was wir für ein super Organisationsvermögen wir haben, das wir dann ganz selten ausfallen. Danke an meinen Sohn – der war nämlich in seiner ganzen Kindergartenzeit einmal krank mit Feuchtplattern. (3 Jahre) Wir Mütter sollten stolz auf uns sein!!!! Wir sind stark!!!! Liebe Grüße Susa
Übrigens: Ganz aktuelle Daten der Statistik Austria zu dem Thema: http://www.statistik.at/web_de/presse/059814
[...] trinken. Ganz nebenbei erledigt sich die Arbeit von selbst und man hat Zeit für Haushalt und Familie. Nur leider kommt man mit dieser Einstellung im Home-Office nicht weit! Auch die Kollegen von [...]
[...] 20 Prozent sprechen gezielt qualifizierte Kandidaten aus dem Ausland an. Auch die Rekrutierung von Frauen, Migranten und älteren Mitarbeitern wird nur von 29 Prozent der Studienteilnehmer als wichtig [...]
[...] lange sind die Zeiten vorbei, in denen Mann das Geld nach Hause brachte und Frau währenddessen die Kinder hütete. Muss tatsächlich immer ein Partner auf die eigene Karriere verzichten, damit das Modell Familie [...]
[...] Frauen in Führungsebenen. Bessere Wiedereinstiegsmöglichkeiten für Frauen nach der Babypause. Kinderbetreuungseinrichtungen, die Job und Familie möglich machen. [...]