Karriere neu gedacht: Nicht jeder Aufstieg macht glücklich

von in Arbeitsleben, Jobsuche am Freitag, 5. April 2013 um 11:04

Es ist ja keine neue Erkenntnis: Der Begriff „Karriere“ hat sich in den vergangenen Jahren oder sogar schon Jahrzehnten stark gewandelt. Was früher noch über messbare Größen wie ein möglichst hohes Gehalt oder regelmäßige Aufstiege in höhere Hierarchieebenen festgemacht wurde, gilt heute oft nicht mehr. Knapp jeder Zweite würde sogar auf Beförderungen verzichten, wenn diese das Privatleben beeinträchtigen würden, sagt nun eine Studie.

„Hierarchie- und Statusdenken werden zunehmen von immer flexibleren Arbeitsmodellen abgelöst. Diese Entwicklung kommt auch bei den Arbeitnehmern an“, resümiert Sophia von Rundstedt, geschäftsführende Gesellschafterin bei von Rundstedt die Ergebnisse ihrer aktuellen Talente- und Karrierebefragung unter 676 Teilnehmern.

Die Ergebnisse, die wohl in ähnlicher Ausprägung auch für Österreich Gültigkeit haben, zeigen, dass sich ein großer Teil der Beschäftigten nicht mehr mit dem althergebrachten Karrierebegriff identifizieren kann: Weil sie eben wissen, dass der Weg nach oben häufig nur mit großen Abstrichen im Privat- und Familienleben möglich ist. Weil die Strukturen in vielen Unternehmen oft noch auf die „Karriere alt“ angepasst sind. Sprich: Wenig entwickeltes Karenz- oder Auszeitenmanagement, zu starre Zeiteinteilungs-Modelle, wenig Kreativität in Sachen Mitarbeiterbindung, um nur einige zu nennen.

Eine Rolle spielen dabei wahrscheinlich auch starre Personalentwicklungsmodelle, die engagierte Mitarbeiter zwangsläufig in Karrierewege als Führungskräfte drängen. Man kann die Studienergebnisse auch in die Richtung interpretieren, dass der Wunsch nach Fach- oder Expertenkarrieren immer stärker wird. Denn nicht  jeder Mensch fühlt sich zur Führungskraft mit Personal- und Budgetverantwortung geboren. Auch wenn diese Positionen vielfach noch als Inbegriff des beruflichen Erfolgs gelten.

Bildnachweis: Warren Goldswain / Quelle Shutterstock, von Rundstedt

 

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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