Tag des Kaffees: Kaffeegeruch macht gute Laune, was noch?

von in Arbeitsleben am Montag, 1. Oktober 2012 um 08:44

Die Kaffeekultur gehört zu Österreich wie die Sachertorte und das Schnitzel. Ob Wiener Melange, Mokka, Cappucino, Kaffee verkehrt (modern: Café Latte) oder Espresso. Der Pro-Kopf-Verbrauch der Österreicher liegt mit 162 Litern jährlich im guten europäischen Mittelfeld, was die gelebte Kaffeekultur angeht sind wir hingegen spitze. Am heutigen Tag des Kaffees, der noch dazu ein Montag ist, wollen wir ein bisschen im Kaffeesud lesen bzw. in Erinnerungen schwelgen …

Wie aus dem Melitta-Mann George Clooney wurde

Kaffee gehört zu unserer Kultur. Kaffee schreibt Geschichte. Kaffee macht Fernsehen. Abhängig von einigen Faktoren wie etwa Alter, Fernsehverhalten und Merkfähigkeit wird bestimmt, welche Kaffeewerbungen sich wie gut in unser Hirn eingebrannt haben. Ist für die junge Generation George Clooney der Kaffee-Mann schlechthin, so können sich ältere Semester noch an den Melitta-Mann oder den Alvorada-Taxifahrer (siehe Video) erinnern. Doch was wissen wir wirklich über Kaffee? Fakt ist – einige von uns können nicht ohne, andere wollen nicht mit. Gerade im Büroalltag jedoch gehört die tägliche Kaffeepause für viele Menschen einfach dazu und schwierige Aufgaben, so die Meinung in der karriere.at-Redaktion, lassen sich oft nach einer Kaffeepause schneller lösen.

Der österreichische Kaffee- und Teeverband (gegründet 1952), der den heutigen 11. Ehrentag des Kaffees mit zahlreichen Aktionen würdigt, hat ein paar spannende Fakten zusammengetragen, die an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben dürfen. Diese wären:

Wussten Sie, dass …

  • weltweit in einer Minute rund 13.000 Tassen Kaffee aus Kapseln oder Pads genossen werden?
  • sieben Gramm Kaffee für den perfekten Espresso benötigt werden?
  • Kaffeegeruch gute Laune macht?
  • Frauen lieber Cappuccino und Milchkaffee trinken, Männer aber Espresso bevorzugen?
  • die Sorte Robusta pflegeleichter ist, aber Arabica über die komplexeren Aromen verfügt?
  • ähnlich wie beim Wein, bei der Kaffee-Ernte nicht alle Früchte gleichzeitig reif sind und deswegen das Pflücken von Hand die optimale Methode ist?

Stöbert man ein bisschen in den unendlichen Weiten des WWW, ist das Sammelsurium an Kaffeewissen scheinbar ebenso unendlich. Hier ein paar Fakten zum Thema Kaffee – diese allerdings ohne Filter:

Kurioses Kaffee-Wissen ohne Filter

  • Viele Legenden ranken sich um die Erfindung des Kaffees. Nach einer solchen aus dem Jahr 1671, verfasst von einem gewissen Antonius Faustus Naironus, sind ausgerechnet Ziegen schuld daran, dass die Menschen die belebende Wirkung von Kaffee entdeckt haben. Hirten sei demnach aufgefallen, dass jene Ziegen, die die Früchte verzehrt hatten, munterer als andere Tiere waren. Neugierig geworden probierten sie selbst einen Aufguss aus den Früchten. Eine andere Quelle wiederum berichtet, die Hirten hätten die Früchte angewiedert ins Feuer gespuckt, die Aromen freigesetzt und seien so auf die Idee des Röstens gekommen.
  • Als Ursprungsland für Kaffee wird die Region Kaffa im Südwesten Äthiopiens angenommen, die Bezeichnung Kaffee lässt sich bis auf das arabische qahwa zurückverfolgen.
  • Von Johann Wolfgang von Goethe stammte die  Idee, die Bohnen zu destillieren. Der Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge entdeckte dabei das Coffein.
  • Die ersten Kaffeehäuser entstanden um 1511 in Mekka – immer wieder war Kaffee jedoch streng verboten, Kaffeehäuser wurden niedergerissen, Kaffeetrinker verfolgt.
  • Das erste Wiener Kaffeehaus eröffnete 1685, der Armenier Johannes Theodat erhielt für 20 Jahre lang das Privileg, als einziger Händler der Stadt Kaffee als Getränk verkaufen zu dürfen. Die Adresse des ersten Wiener Kaffeehauses lautet Rotenturmstraße 14.
  • Aufgrund des enormen wirtschaftlichen Potenzials verbot Friedrich der Große 1766 die private Einfuhr und den Handel mit Kaffee. „Kaffeeriecher“ hatten die Aufgabe, illegale Kaffeeröster aufzuspüren.

Was es mit „Kalter Kaffee macht schön“ wirklich auf sich hat

  • Im 18. Jahrhundert war es in feinen Kreisen üblich, den Kaffee aus der Untertasse zu schlürfen, damit er schneller abkühlte. Der Grund ist schnell erklärt: Heißer Kaffee war schlecht für die Schminke der Herrschaften. Daher kommt auch der Spruch: Kalter Kaffee macht schön. Eigentlich müsste dieser demnach heißen: Kalter Kaffee hält schön.
  • Kaffee hat vor allem in Deutschland und in Großbritannien die Industrialisierung vorangetrieben. Gab es im 17. Jahrhundert noch Biersuppe oder sogar Wein zum Frühstück, kam bald am Morgen Kaffee auf den Tisch. Statt träge und müde zu sein, gingen die Arbeiter von da an hellwach in die Fabriken.
  • Der Ausdruck „echter Bohnenkaffee“ hat seinen Ursprung in der Tatsache, dass der teure Kaffee von Armen oder zu Krisenzeiten oft durch Produkte wie Malzkaffee oder Zichorie ersetzt wurde.
  • Nach einer weiteren Anekdote soll der schwedische König Gustan III. versucht haben zu beweisen, dass Kaffee giftig sei. Dazu soll er zwei zum Tode verurteilte Häftlinge begnadigt und als „Versuchskaninchen“ verwendet haben. Der eine musste täglich Tee, der andere Kaffee trinken. Beide Männer sollen jedoch sowohl die überwachenden Ärzte als auch den König überlebt haben.
  • Neuere Studien kommen zudem Schluss, dass Kaffee nicht giftig oder ungesund, sondern in Maßen genossen sogar gesund sei und unter anderem das Risiko an Nierenkrebs zu erkranken senke.
  • Das Lesen im Kaffeesatz wird als Kaffeedomantie bezeichnet und geht bis ins Ende des 17. Jahrhunderts zurück.

Bildnachweis: manun / Quelle Photocase

 

 

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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