Entwarnung! Kaffee ist doch nicht ungesund!

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 23. Februar 2012 um 15:05

„C-A-F-F-E-E. Trink nicht so viel Ka-ha-ff-ee …“ Schon im Kindergarten wurde uns eingetrichtert: Kaffee macht krank, nervös und sorgt für Herzrasen. Vergangenen Sommer sorgte noch dazu eine Studie für Aufsehen: Zu viel Kaffee führt zu Halluzinationen. Eine aktuelle Langzeit-Untersuchung gibt nun Entwarnung: Kaffeetrinker gehen keine größere Gefahr chronischer Erkrankungen ein. Sie senken sogar das Risiko an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Na dann … auf zur Kaffeemaschine.

Kaffee – die meisten brauchen ihn zum Arbeiten, viele auch zum Glücklichsein. Der Inbegriff für Produktiviät in Büros, Smalltalk-Grundlage und Wachmacher. Wenn er nur nicht so ungesund wäre. Irgendwie schwingt ja bei jeder Tasse ein bisschen das schlechte Gewissen mit. Weil man ja weiß, dass er uns quirlig und nervös macht. Und uns nachts nicht schlafen lässt, wenn man es wieder einmal übertrieben hat.

Eine aktuell erschienene Langzeit-Studie von EPIC Deutschland unter 42.600 Teilnehmern, wird die Heavy-User der Kaffeemaschine nun etwas beruhigen: Kaffee erhöht nicht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Es hilft sogar, die Gefahr für Typ-2-Diabetes klein zu halten. So wiesen beispielsweise Personen, die täglich mehr als vier Tassen oder 600 Milliliter Kaffee tranken, ein um 23 Prozent niedrigeres Risiko für Typ-2-Diabetes auf.

Nicht extra zum Kaffee-Junkie werden

Anders als bei vielen bisher durchgeführten Studien zum Thema Kaffee, beziehe sich die Studie nicht auf eine bestimmte Erkrankungsart, sondern bilde die Wechselwirkung zwischen Kaffee und Gesundheit auf lange Sicht ab. Kaffeetrinker könnten also weiterhin dem Bohnensaft frönen, betont Studienautorin Anna Flögel vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE). Der Gesundheit wegen extra zum Koffeinjunkie zu werden, sei aber auch nicht sinnvoll: „Es ist wichtiger, darauf zu achten, ausreichend Vollkornprodukte, wenig Fleisch sowie viel Obst und Gemüse zu essen, nicht zu rauchen und sich ausreichend zu bewegen“, so Studienleiter Heiner Boeing.

Übrigens: Österreich – gerade Wien – wird ja hinsichtlich seiner Kaffee(haus)kultur immer eine Paraderolle zugeschrieben. Trotzdem sind die Landsleute weit hinter den Top-Verbrauchern anzusiedeln: Gerade einmal 2,6 Tassen pro Kopf und Tag werden hierzulande verbraucht – also 949 Tassen pro Jahr! Im Europa-Vergleich: Die Kollegen in Finnland stehen jährlich 1.754 mal vor der Kaffeemaschine.
Weltweit führen übrigens  die USA die Kaffee-Charts an, wie die Grafik zeigt.

Die Top 5 des weltweiten Kaffeekonsums

 

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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