Jung vs. alt: Wer bringt zuverlässigere Leistungen?

von in Arbeitsleben am Freitag, 16. August 2013 um 10:11

„Heute ist einfach nicht mein Tag.“ Diesen Satz kennt wohl jeder und vielleicht hat man ihn sogar heute schon gesagt. Doch stimmt das subjektive Gefühl wirklich und gibt es Tage, an denen die Leistung nicht stimmt? Dieser und weiteren Fragen rund ums Thema Leistung gingen Forscher nun mit einer Studie nach. Ein spannendes Ergebnis gleich vorweg: Ältere Arbeitnehmer haben geringere Leistungsschwankungen.

Meist nur schlechte Momente

bad_hair_dayAn manchen Tagen geht gar nichts. Erst wollen die Haare nicht so recht, dann sind die Autoschlüssel unauffindbar und wenn es im Büro ums Eingemachte geht, fällt einem nichts mehr ein. Kein Zufall, meinen Forscher aus Deutschland und Schweden. Sie sagen: Es gibt tatsächlich geistige Leistungsschwankungen – und zwar wissenschaftlich bewiesen. Dabei gibt es jedoch keine guten oder schlechten Tage an sich – denn die „Täler“ der Hirnleistung dauern meistens nur kurz. Was uns also als „schlechter Tag“ vorkommt, sind in Wirklichkeit nur einige schlechte Momente – auf die Leistungskurve haben diese nur wenig Einfluss. „Die tatsächlichen Schwankungen von Tag zu Tag sind vergleichsweise gering“, erklärt der Psychologe Florian Schmiedek.

Konstant motiviert

aeltere_motivationFür die weltweit einzigartige Studie ließen die Forscher eine jüngere sowie eine ältere Personengruppe an 100 verschiedenen Tagen diverse Aufgaben lösen. Dabei zeigte sich, dass die Älteren (65 bis 80 Jahre) stabilere Leistungen brachten als jene Studienteilnehmer zwischen 20 und 31 Jahren. „Weitere Auswertungen weisen darauf hin, dass für die höhere Zuverlässigkeit bei den Älteren erlernte Strategien bei der Aufgabenbearbeitung, eine gleichbleibend hohe Motivation sowie ein ausgeglichener Alltag mit stabiler Stimmungslage eine Rolle spielen“, so Schmiedek weiter.

Das Märchen von der Produktivität

maerchenUmgemünzt auf das Berufsleben sind diese Ergebnisse insofern spannend, als dass ältere Arbeitnehmer es am Arbeitsmarkt oft ungleich schwerer haben als jüngere. Zu unrecht, wie die Studienautoren meinen. „Eine unserer Studien in der Automobilproduktion zeigt, dass ältere Mitarbeiter deutlich seltener schwere und teuer zu beseitigende Fehler machen als jüngere. Auch in den anderen von uns untersuchten Branchen findet man nicht, dass Jüngere produktiver sind als Ältere.“

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Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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