Speed wins: Jobwechsler haben es eilig bei der Suche

von in HR am Montag, 7. Mai 2012 um 14:58

Was erwarten sich Jobwechsler von ihren Arbeitgebern? Was spornt junge Berufstätige an, sich für ein Unternehmen ins Zeug zu legen? Was sind die Hauptgründe für einen Jobwechsel? Und wie viel Zeit geben sich Jobwechsler zwischen dem Entschluss, sich einen neuen Arbeitsplatz zu suchen und der Unterschrift eines neuen Vertrages? Fragen, die nicht nur für Personalabteilungen von großem Interesse sind. Eine aktuelle Studie gibt nun Antworten.

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316 Jobwechsler zwischen 16 und 60 Jahren befragte das IMAS-Institut im Auftrag des Personalberatungsunternehmens Seher und Partner, um die Stimmungslage unter den heimischen Jobsuchenden zu erheben. Aus diesen lassen sich auch wesentliche Herausforderungen für Unternehmen und deren HR-Abteilungen ableiten.

Ganz grundsätzlich: Österreichs Jobwechsler sind optimistischer als der Rest der Bevölkerung – 44 Prozent zeigen sich hinsichtlich ihrer Zukunft zuversichtlich, um sieben Prozent mehr als die allgemeine IMAS-Silvesterbefragung zum Jahreswechsel ergab. Was aber erwarten sich die Jobwechsler vom Arbeitsleben? Ganz vorne bei den Antworten zeigt sich eine gewisse Skepsis: Ein sicherer Arbeitsplatz (74 Prozent), ein wirtschaftlich stabiler Arbeitgeber (72 Prozent) und – kein Wunder im Land der Pendler – einen Job in der näheren Umgebung (44 Prozent).

Junge wollen dazulernen

Interessant auch die Aufschlüsselung nach Altersgruppen: 16-30-jährige, die in einem Job angekommen sind, gaben an, dazulernen und sich weiterentwickeln zu wollen. Auch das Image des Jobs und das Ansehen des Unternehmens sind laut IMAS wesentlich. Mit dem Alter der Befragten steigt auch der Wunsch nach Eigenverantwortung und Selbständigeit im Job. Menschen in Angestelltenverhältnissen legen darüber hinaus mehr Wert auf Anerkennung ihrer Leistung als Arbeiter.

Was sind aber die Grundlagen für einen Wechsel? Mehr als die Hälfte (55 Prozent) haben sich aus eigenem Antrieb entschlossen, 14 Prozent wechseln wegen eines konkreten, besseren Angebotes (siehe Grafik).

Seher + Partner/IMAS

Motive für den Wechsel sind meist konkret

Die Studie zeigt aber auch, dass die oben erwähnten allgemeinen Wünsche an einen Arbeitsplatz bzw. Arbeitgeber andere sind, als die tatsächlichen Motive für einen Wechsel. Wie die untenstehende Grafik zeigt, spielen Faktoren wie Sicherheit nämlich nur eine untergeordnete Rolle. „Diese Erwartungen sind nach unserer Erfahrung auch beim aktuellen Arbeitgeber meist bereits erfüllt und sind somit eben nicht die hauptausschlaggebenden Wechselmotive. Wichtig hierbei ist sicher auch, dass der Anstoß für einen Jobwechsel nicht ein einzelner Faktor, sondern in den meisten Fällen ein Zusammenspiel vieler Faktoren ist“, kommentiert Helga Töpfl, Co-Geschäftsführerin von Seher und Partner, die Umfrageergebnisse. Ganz oben hingegen: neue Herausforderungen, spannende Aufgaben, mangelndes Lob.

Seher + Partner/IMAS

 

Jobsuche soll nur wenige Wochen dauern

Wechselwillige Arbeitnehmer geben sich nur wenig Zeit für ihre Jobsuche. Jeder Vierte (24 Prozent) veranschlagt lediglich wenige Wochen zwischen dem Wechsel-Entschluss und der Unterschrift am neuen Dienstvertrag, ein Fünftel (21 Prozent) will maximal zwei Monate suchen und 17 Prozent geben sich bis zu vier Monate Zeit.

Töpfl sieht in dieser Hinsicht eine große Herausforderung für Unternehmen: „Es gibt natürlich Unternehmen, die bereits sehr strukturiert und damit meist auch sehr schnell auf interessierte Bewerber reagieren. Doch leider ist diese immer noch eine Minderheit. Bewerber ziehen durch den Verlauf eines Bewerbungsprozesses sehr klare Rückschlüsse, wie in dem betreffenden Unternehmen generell Entscheidungen getroffen und der zukünftige Positionsinhaber wertgeschätzt wird. Es ist wichtig, dass sich die Recruitingverantwortlichen zusammen mit den Fachvorgesetzten nicht nur ein Aufgaben- und Anforderungsprofil überlegen, sondern bereits im Vorfeld ein Zeitplan verabschiedet wird, in dem bereits mögliche Termine für Gespräche mit Bewerbern eingeplant, Aufgaben vereilt und auch Fristen für Absagen, Terminvereinbarungen etc. festgelegt werden. Bewerber wollen zeitnah eine Rückmeldung auf ihre Bewerbung oder ein Gespräch. Wenn sich der Zeitplan des Unternehmens nicht mit dem ‚Projektzeitplan‘ des Bewerbers deckt, hat das Unternehmen in vielen Fällen einfach ‚Pech gehabt‘.“

Bildnachweis: colourbox.com

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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