Jobwechsel: Soll ich oder soll ich nicht?

von in Bewerbung, Jobsuche am Montag, 13. August 2012 um 10:35

Es gibt Momente im (Arbeits-)Leben, da denkt man sich: Das kann es doch nicht gewesen sein. Die Frage, nach einem Jobwechsel und spannenderen Aufgaben, stellen sich viele Menschen gerade in den späten 30-ern. Denn ab einem Alter von 35 Jahren sinkt die Lebenszufriedenheit, steigen tut sie erst wieder mit Ende 40. Doch wie soll man nun herausfinden, ob man vielleicht allgemein unzufrieden ist oder doch etwas an seinem aktuellen Job ändern sollte?

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Karriereexperte: Job oft der Buhmann

„Nicht selten ist der Beruf der Buhmann für etwas anderes, was im Leben fehlt“, erklärt Karriereexperte Sascha Schmidt. Oft würden, so der Coach, kleine Veränderungen im Leben genügen, um mehr Zufriedenheit zu erleben. „Dies kann zum Beispiel die Beschäftigung mit einem neuen Hobby sein, ein Ehrenamt oder Sport.“ Entscheidend dafür, was eine positive Veränderung bringen kann, ist eine ganzheitliche Betrachtung der Berufs- und Lebenssituation eines Menschen.

Jobwechsel – ja oder nein? Vier Tipps zur richtigen Entscheidung

Die Frage, die jeder für sich klären muss ist jene, ob man reif für einen Jobwechsel ist oder ob es andere Veränderungen im Leben sind, die man angehen sollte. Der Karriereexperte nennt vier wichtige Schritte, die bei der Problemlösung helfen können:

  1. Schmidt rädt, sich die richtigen Fragen zu stellen. Wie häufig gehst du mit Frust zur Arbeit? Was könntest du tun, damit dieser Frust weniger wird? Was macht so unzufrieden? Könnte mehr Gehalt dich zufriedenstellen? Oder würde eine bessere Bezahlung sich nur wie ein kurz wirksames „Schmerzensgeld“ anfühlen? Fühlst du dich überfordert? Unterfordert? Denke über deine berufliche Tätigkeit nach und versuche ehrlich herauszufinden, ob und wenn ja, was Spaß und Freude macht und was nicht. „Ziehen Sie ein Fazit“, fordert Schmidt auf.
  2. Als zweiten Schritt empfiehlt der Karriereexperte die Analyse des eigenen Lebens unter Berücksichtigung des Fünf-Säulen-Modells: Dieses besagt, dass Zufriedenheit im Leben auf fünf Säulen beruht: Der beruflichen Tätigkeit, dem Körper (Bewegung!), dem sozialen Netzwerk, dem Wertesystem und der materiellen Sicherheit. Analysiert man ehrlich, wie es um die eigenen fünf Säulen bestellt ist, erkennt man unter Umständen, dass der Beruf vielleicht nur der Buhmann ist, und man in Wirklichkeit mehr auf seinen Körper achten sollte.
  3. Der dritte Schritt, den der Coach und Autor vorschlägt, klingt einmal einfach: „Finden Sie heraus, was Sie antreibt.“ So weit, so gut. Um diese Frage ehrlich beantworten zu können, muss man sehr ehrlich zu sich selbst sein. Treibt einen wirklich nur das Geld? Wäre man mit mehr Gehalt wirklich dauerhaft zufriedener? Oder fehlt die Anerkennung im Job? Schmidt rät, sich Dinge zu suchen, die man nur für sich macht, die einen antreiben und Spaß machen – so wie Malen, Tanzen oder Unterrichten. Wenn sich andere Aktivitäten unmittelbar positiv auf den derzeitigen Job auswirken, so Schmidt, ist ein Jobwechsel vielleicht gar nicht mehr nötig.
  4. Als vierten und letzten Schritt rät Schmidt dazu, sich die Frage zu stellen, warum man sich für den derzeitigen Beruf entschieden hat. Er rät zu folgenden Fragen: Was waren Ihre frühesten beruflichen Träume? Wie wäre Ihr Leben verlaufen, wenn Sie etwas anderes gemacht hätten? Würden Sie, um Ihren Berufswunsch zu realisieren, Opfer bringen wie z. B. Zeit und Geld in eine Weiterbildung investieren? Er meint: Beantwortet man diese Frage mit nein, ist man (noch) nicht reif für eine große Veränderung und sollte sich lieber überlegen, was man im Kleinen, das heißt innerhalb des Unternehmens, für mehr Zufriedenheit tun könnte.
Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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