Die Arbeitswelt der Frau S.: Jobwechsel – Wahnsinn oder Befreiung

von in Arbeitsleben, Jobsuche am Freitag, 24. August 2012 um 10:23

Ist man hier richtig? Mache ich eigentlich auch wirklich das, was mir Spaß macht? Diese oder so ähnliche Fragen stellt sich jeder hin und wieder. Vor allem wenn es in der Arbeit mal nicht so rund läuft. Klar gibt es Tage, wo einem einfach alles und jeder auf die Nerven geht. Der Chef, der wieder mal seine Meinung geändert hat und man die Arbeit wieder von vorne machen kann. Die Arbeitskollegen mit ihren nervigen Ansichten. Der miese Kopierer, der mal wieder nicht will. Beispiele gäbe es hier noch eine Menge. Worte wie „mir reichts!“ kommen da einem schon mal gerne über die Lippen. Oder?

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Ich gebe zu – bei mir war das schon das eine oder andere mal der Fall. Bevor ich aber überstürzte Handlungen ergreife, mache ich meinen persönlichen „Alles-Okay?-Check“. Überprüfe, ob es sich um einen Dauerzustand handelt oder einfach um einen schlechten Tag. „Bin ich im Grunde genommen mit meiner Arbeit noch zufrieden?“ Ja? Na, dann ist ja alles gut. Nein, überhaupt nicht? Tja, da sollte man sich vielleicht doch langsam nach neuen Perspektiven umschauen.

Warum ausgerechnet dieser Job?

Wer heutzutage, in Zeiten von steigender Arbeitslosigkeit und einer scheinbar never ending Wirtschaftskrise, über einen Jobwechsel nachdenkt, wird nicht selten als „total verrückt“ abgestempelt. Kündigen?! Um Himmels willen. Selbstständig machen?! Bist du wahnsinnig. Besonders beängstigend und wenig nachvollziehbar scheint es für die Gesellschaft zu sein, wenn man plötzlich einen ganz anderen Weg einschlägt. Aber ganz ehrlich, warum nicht? Wer sagt, dass ich, nur weil ich mich irgendwann mal für eine Ausbildung entschlossen habe, diesen Weg mein ganzes Leben lang zu verfolgen habe? Vor allem wenn man bedenkt, wie die meisten Berufswege entstehen. Immer seltener wird nach Talent oder Leidenschaft ausgewählt, sondern nach Jobchancen, Gehältern oder auch einfach nur nach Jobs, die einen Lehrplatz anbieten. Sicherheit für die Zukunft ist das Schlagwort. Allerdings bleibt oft die Frage offen, ob man auch wirklich glücklich mit seiner Entscheidung ist.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Weder will ich hier was vorschreiben noch eine Revolte auslösen. Dennoch, kann man nicht auch mit einem etwas „unsicheren“ Job sicher in seine Zukunft starten? Vielmehr stellt sich einem ja eigentlich die Frage, warum trauen sich so wenige Menschen das zu tun, was sie wirklich wollen? Meine Devise lautet: „Hast du wirklich Bock auf etwas – probier es einfach aus!“ Man sollte sich nicht von Sprüchen wie: „Aber du hast doch gar keine Ausbildung dafür“ oder „Die Jobchancen in diesem Bereich sind so gering, überleg es dir doch noch mal“ abhalten lassen. Genau, überlegen ist auch hier das Stichwort. Klar, man muss ja jetzt nicht von heute auf morgen kündigen und sich etwas völlig Neuem widmen. Allerdings bei all jenen, deren Herz schon lange für etwas anderes geschlagen hat, warum nicht mal die Fühler ausstrecken? Sich wenigstens informieren, was es für Angebote gibt. Es einfach mal ausprobieren. Wie war das noch mal mit dem Wagen und Gewinnen?

Ab in die neue Zukunft…

Ich hab das zumindest schon mal gemacht. Hab mit Konventionen gebrochen und bin meiner Leidenschaft gefolgt – ebenfalls ohne Ausbildung. Jetzt mache ich endlich das was mir wirklich liegt und nein, Existenzängste habe ich deswegen auch nicht. Muss ich auch nicht. Mit Talent und Herz, sowie ein klein wenig Glück hat man eigentlich schon gewonnen. Noch mit Selbstvertrauen, Mut und etwas Flexibilität im Gepäck hat man dann den Traumjob so gut wie in der Tasche. Also für alle, die sich jetzt angesprochen fühlen, ich spendiere gerne mein „Gepäck“ und viel Spaß beim Verreisen in eine neue Zukunft!

Über die Autorin:

Man könnte mich als Globetrotterin der Arbeitswelt bezeichnen. Die verschiedensten Wege bin ich bereits gegangen und unterschiedlichste Jobs sowie Job-Positionen haben meine berufliche Reise geprägt. Manch einer wird sich deswegen bestimmt in der einen oder anderen Geschichte wiederfinden. Wenn nicht, dann vielleicht zumindest den einen oder anderen Tipp und Trick für seinen Weg mitnehmen können. Die Welt der Arbeit mal von verschiedenen Seiten beleuchtet. Mittendrin und voll dabei lautet bei mir das Motto (auch in meinem Blog: santown’s blog). Viel Spaß beim Eintauchen in die Arbeitswelt der Frau S.!

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Bildnachweis: colourbox.com

Redaktion

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