Jobwahl: Studenten setzen auf Praktika und persönlichen Einblick

von in Arbeitsmarkt am Freitag, 18. Januar 2013 um 11:03

Wenn das Studienende näher rückt, heißt es für Studenten: bewerben, bewerben, bewerben. Doch wo? Und warum gerade dort? Wie eine aktuelle Haniel-Studie zeigt, machen sich europäische Studenten bei der Arbeitgeberwahl am liebsten selbst ein Bild von den Unternehmen. Und dies geht am einfachsten durch Praktika. Aber auch die Meinung von Freunden und der Familie zählt, wenn es um die Suche nach dem Traumjob geht.

Vive la Praktikum!

Für 60 Prozent der europäischen Studenten sind Praktika der entscheidende Faktor für die spätere Karriereplanung, aber nicht nur das: Mit 35 Prozent sind diese zudem europaweit die am stärksten vertretene Einstiegsvariante in das Berufsleben, wie die Studie unter 925 Studenten der Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften zeigt. Spannend sind dabei die länderspezifischen Unterschiede. So steigen etwa in Frankreich und Italien 58 bzw. 53 Prozent der Jungen per Praktikum in das Berufsleben ein, im Nachbarland Deutschland sind es lediglich 22 Prozent, in Österreich 17 Prozent. Hier ist der direkte Einstieg ins Unternehmen besonders beliebt.

Freunde vor Schlagzeilen

Neben dem persönlichen Einblick in die Arbeitswelt zählt auch jener der Freunde bzw. die Meinung der Familie. 37 Prozent der Befragten gaben an, von ihren Freunden beeinflusst zu werden, 35 Prozent von der eigenen Familie. Die Beeinflussung durch Medienberichte ist dagegen mit 29 Prozent gering. Wenn Studierende sich über ein Unternehmen informieren wollen, dann ist für drei Viertel das Internet die bevorzugte Informationsquelle. Unternehmenswebsites sind bei mehr als zwei Drittel der Befragten beliebte Rechercheorte. „Studierende schauen heute mit realistischem, zunehmend auch kritischem Blick auf die Arbeitswelten in Unternehmen. Umso wichtiger ist eine glaubwürdige und authentische Personalkommunikation, die nicht allein auf Hochglanzbilder setzt, sondern ein authentisches Bild als Arbeitgeber zeichnet, der seine Versprechen auch halten kann“, kommentiert Studieninitiator Peter Sticksel die Ergebnisse.

Steile Karriere für Italiener am wichtigsten

Karriere bedeutet, wie die Studie weiter zeigt, nicht in jedem Land das selbe. Die Italiener sind demnach am stärksten karriereorientiert, 93 Prozent der Befragten ist es wichtig, Karriere zu machen. Im Vergleich dazu: Lediglich 62 Prozent der österreichischen Studenten legen Wert auf eine steile Karriere. Generell zeigt sich dass in Österreich und Deutschland vergleichsweise häufig eine traditionelle, loyale Einstellung gegenüber dem Arbeitgeber vorherrscht. Die Studierenden dieser beiden Länder bewerten eine lange Unternehmenszugehörigkeit als besonders positiv und karrierefördernd.

Bildnachweis: wavebreakmedia / Quelle Shutterstock, Haniel

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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