Jobsuche: Mit Ehrlichkeit und Authentizität zum Traumjob

von in Bewerbung, Jobsuche am Montag, 27. April 2015 um 10:36

Ehrlichkeit währt am längsten. Das bewahrheitet sich auch bei der Jobsuche. Wer seine Stärken nicht kennt, Schwächen nicht eingesteht oder sich beim Jobinterview verstellt, wird bei der Suche nach dem Traumjob wahrscheinlich leer ausgehen. Zwei Bewerbungscoaches verraten Impulse, mit denen man der Authentizität auf die Sprünge helfen kann.

Bestandsaufnahme: Was kann ich?

Ein neuer Job muss her! Glückwunsch an alle, die ihr Ziel bereits klar vor Augen haben und sich direkt auf Jobsuche begeben. Oft ist es aber so, dass man mit der Suche nach einer neuen Stelle nicht sofort loslegen kann: Wo stehe ich jetzt? Wo möchte ich hin? Was kann ich einem neuen Arbeitgeber bieten? Sich darüber Klarheit zu verschaffen, ist der erste Schritt zur erfolgreichen Bewerbung. „Die Selbstwahrnehmung der Bewerber ist sehr unterschiedlich, das kann in beide Richtungen ausschlagen. Wichtig ist, sich seiner Qualitäten bewusst zu werden“, erklärt Bewerbungstrainerin Karin Szakal.

Selbsteinschätzung: Nicht zu viel und nicht zu wenig

Während manche Bewerber zu dick auftragen, neigen andere zu falscher Bescheidenheit. Szakal nennt ein Beispiel aus der Praxis: „Ein Bewerber hatte im Lebenslauf angegeben, dass er Schulenglisch beherrscht. In Wirklichkeit war sein Englisch viel besser, weil er es im privaten Kontext sehr oft genutzt hat.“ Der eigenen Einschätzung kann man auf die Sprünge helfen, indem man Freunde oder Familie um Feedback bittet.

Traumjob

Was will ich überhaupt?

„Vielen Bewerbern ist gar nicht klar, was sie am liebsten machen würden. Dafür wissen sie genau, wieviel sie verdienen möchten. Taucht dann die Frage nach der Wunschtätigkeit auf, sagen viele nur: Ja eh so, wie es im Inserat steht„, erklärt Szakal. Hat man seinen Traumjob identifiziert, folgt die Suche nach dem idealen Arbeitgeber. „Für viele ist der Firmenname sehr wichtig, sie bewerben sich dort aufgrund der Ideologie bzw. der Firmenkultur. Aber die ist manchmal ein Märchenschloss. Wenn man dann dort arbeitet, fühlt man sich vielleicht gar nicht wohl. Es ist gut, eine Vision zu haben – trotzdem sollte man so neutral wie möglich in ein Bewerbungsgespräch gehen“, sagt die Bewerbungstrainerin.

Jobinterview: You get what you see

Ehrlichkeit sollte auch beim Bewerbungsgespräch an erster Stelle stehen. „Sich so geben, wie man wirklich ist. Authentisch sein. Sich nicht verstellen“, rät Alexander Gerner, der sich als Trainer der Grindberg-Methode auch auf körperliche Aspekte rund um Bewerbung, Stress und Joballtag spezialisiert hat. Für ihn ist ein Jobinterview auch immer eine Wahrnehmungssache: „Man kann es von zwei Seiten sehen: Ich bewerbe mich. Die Firma braucht jemanden. Nicht nur ich möchte einen Job, der Arbeitgeber benötigt auch etwas: Einen guten Mitarbeiter.“ Passen soll es am Ende des Bewerbungsprozesses letztlich für beide Seiten.

„Die Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche wird immer mehr.“

„Viele Leute gehen zu einem Bewerbungsgespräch wie zu einem Zahnarzttermin. Dabei sollte es eigentlich Spaß machen. Und die Vorbereitung wird immer mehr: Welche Fragen könnten mich erwarten? Wie reagiere ich worauf? Das artet fast schon in ein Schauspiel aus, auf das man sich vorbereiten muss. Was könnte alles kommen? Mit diesem Druck geht man dann in ein Bewerbungsgespräch – das kann nicht gut gehen“, erklärt Karin Szakal und Gerner ergänzt: „Auch wenn es gut geht, ist es extrem anstrengend für den Bewerber. Es kann auch sein, dass man genommen wird und im Arbeitsalltag ganz andere Stärken und Schwächen zum Vorschein kommen als die, die man im Jobinterview offenbart hat.“ Je mehr Lebens- und Berufserfahrung man gesammelt hat, desto einfacher fällt es, die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen. Alle anderen müssen sich mit einer Extraportion Ehrlichkeit zu sich selbst auf die Suche machen.

Bildnachweis: Nicotombo / Shutterstock; TL_Studio / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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