Jobs der Zukunft: Was macht eigentlich eine Feel Good Managerin?

von in Arbeitsleben, HR am Mittwoch, 29. Januar 2014 um 11:47

Es gibt Berufsbezeichnungen, die muss man zweimal lesen. Mindestens. Eine solche ist „Feel Good Manager“. Die Arbeit der Wohlfühlmanager an sich ist keine neue Erfindung, neu ist jedoch, dass sich Unternehmen solche Positionen leisten. Magdalena Bethge sorgt seit Juli 2011 für ihr Team beim Webseiten-Baukasten-Anbieter Jimdo. Im Interview erzählt sie unter anderem, wie ihr Tagesablauf aussieht.

Immer mehr Feel Good Aufgaben

Ihre Jobbezeichnung „Feel Good Managerin“ ist sehr ungewöhnlich. Haben Sie diese vorher gekannt?

Magdalena Bethge

Magdalena Bethge

Magdalena Bethge: Nein, bevor ich im Juli 2011 bei Jimdo anfing, kannte ich die Jobbezeichnung nicht! Den Arbeitstitel ‚Feel Good Manager‘ gab es damals auch bei Jimdo nicht – die Beschreibung ergab sich erst, kurz nachdem ich hier gestartet bin. Seitdem haben sich auch immer mehr Feel Good-Aufgaben herauskristallisiert.

Wie sind Sie Feel Good Managerin geworden – wie ist ihr Werdegang?

Magdalena Bethge: Nach meinem Studium der Sportwissenschaften und Pädagogik in Kiel habe ich zunächst als Sporttherapeutin in einer Rehaklinik Erfahrung im Motivieren, Beraten und Ressourcen-Stärken gesammelt. Im Sommer 2011 war klar, dass Jimdo zum Jahresende ein großer personeller Wachstumsschub bevorstand. Die Jimdo-Gründer Matthias Henze, Christian Springub und Fridtjof Detzner waren sich einig:  Die gute Stimmung und die gelebte Kultur innerhalb des Unternehmens darf auch bei schnellem internen Wachstum nicht verloren gehen! Also starteten sie die Suche nach jemandem, der sich speziell um die gute Arbeitsatmosphäre und Unternehmenskultur kümmert. Über einen persönlichen Kontakt, einer gemeinsamen Freundin, kamen die Gründer auf mich zu und fragten, ob ich mir den Job vorstellen könnte.

Laufevent

„Jeder Tag entscheidet neu über meine Aufgaben“

Könnten Sie mir einen typischen Arbeitstag beschreiben, oder gibt es so etwas nicht?

Magdalena Bethge: Was mein Job als Feel Good Managerin bedeutet, entscheidet jeder Tag neu. Wichtiger als starre Arbeitsabläufe sind ein offener Blick und gutes Zuhören im Büroalltag! Zu meinen festen Aufgaben gehört das Willkommenheißen neuer Mitarbeiter unter anderem mit einer Führung durch unser Unternehmen. Ich stehe neuen Kollegen bei Problemen zur Seite. In Zusammenarbeit mit einem unserer Systemadministratoren gebe ich ihnen einen einführenden Workshop in die wichtigsten Tools, die wir bei Jimdo in unserem Arbeitsalltag nutzen. Daneben organisiere ich Firmenevents oder auch Sportgruppen. Ich kümmere mich ausschließlich um das Wohlergehen unserer Mitarbeiter und dass die Unternehmenskultur so gut bleibt, wie sie ist – trotz unseres starken Wachstums. Ich beeinflusse die Unternehmenskultur positiv und sensibilisiere für sie.

„Besonders gefällt mir der Freiraum“

Was machen Sie besonders gerne – was weniger gerne?

Magdalena Bethge: Besonders gefällt mir der Freiraum, den jeder Mitarbeiter hier bei der Gestaltung seiner eigenen Arbeitsaufgaben hat. So können die Mitarbeiter in den Mittelpunkt meiner eigenen Arbeit gestellt werden und nicht vorgegebene Prozesse oder Strukturen, die beachtet werden müssen. Durch den spannenden und freien Arbeitsalltag kann ich meine Aufgaben so gestalten, dass ich viel Abwechslung bei meiner Schreibtischarbeit und Arbeit mit den Mitarbeitern habe. Dadurch gibt es kaum Aufgaben, die ich ungern mache.

Wer sorgt dafür, dass es Ihnen gut geht?

Magdalena Bethge: Das Team von Jimdo sorgt gegenseitig für sich. Wenn ich einen schlechten Tag habe, fällt es jemanden aus dem Team auf. Umgekehrt genauso.

„Wir waren die ersten Feel Good Manager“

PionierKennen Sie andere Firmen, die sich so eine Position „leisten“?

Magdalena Bethge: Ich habe mich mit Stephanie von Spreadshirt ausgetauscht, da wir die ersten Feel Good Manager in Deutschland waren. Ich weiß, dass Goodgame, Panama Werbeagentur, e-net Consulting, Ezeep, Google oder beispielsweise MediaCom ebenfalls solche Mangerinnen beschäftigen.

Mit wem arbeiten Sie eng zusammen? Der Personalabteilung, den Teamleitern?

Magdalena Bethge: Neben unserer Flowmanagerin und unserem Kanban-Coach arbeite ich tagtäglich eng mit unserer Personalgranate zusammen sowie mit unserem Captain Chaos, einer fest angestellten Architektin. Ebenso sorge ich zusammen mit dem Jimdo-eigenen Koch Sam für das Wohlergehen unserer Mitarbeiter. Bei Jimdo gibt es eine ganze Feel Good Lobby!

Ziel: Wertschätzung und Vernetzung der Mitarbeiter

Abschließend: Wo sehen Sie für Ihren Job die größte Herausforderung der Zukunft?

Magdalena Bethge: Weg vom einseitigen Büro-Bespaßer-Image, hin zu einem Job, dessen strategische Bedeutung wahrgenommen wird: Wertschätzung und Vernetzung der Mitarbeiter.

Zur Person

Magdalena Bethge, Jahrgang 1982, ist Jimdos Feel Good-Managerin. Bevor Magdalena im Juli 2011 bei Jimdo anfing, arbeitete die studierte Pädagogin und Sportwissenschaftlerin als Sporttherapeutin in einer Reha-Klinik.

Bildnachweis: Dirima / Shutterstock, Warren Goldswain / Shutterstock, Photosani / Shutterstock, everything possible / Shutterstock, Jimdo

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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