Mütter, bitte warten! Schlechtere Jobchancen für Frauen mit Kindern

von in Arbeitsmarkt am Montag, 7. Februar 2011 um 11:51

Chancengleichheit, Klappe – die nächste. Frauen verdienen weniger. Sie gelangen seltener in Vorstandspositionen. Und wenn sie es schaffen, werden sie kritischer beurteilt als ihre männlichen Kollegen. Wie nun eine aktuelle Erhebung zeigt, sinkt bei Unternehmen aktuell die Bereitschaft, berufstätige Mütter anzustellen.

Die gute Nachricht: Jedes zweite österreichische Unternehmen (49 Prozent) plant, im laufenden Jahr neue Mitarbeiter aufzunehmen. Die weniger gute: Nur jeder vierte Arbeitgeber (27 Prozent) ist bereit, auch berufstätige Mütter mit einem Dienstvertrag auszustatten. Das ergibt eine weltweit durchgeführte Umfrage des Bürolösungs-Anbieters Regus.

Man muss nicht lange raten, um die Hauptgründe für die Skrupel der Arbeitgeber festzumachen: 38 Prozent fürchten, dass Mütter das Unternehmen wieder bald verlassen würden, um ein weiteres Kind zu bekommen. Dabei stehe die berufliche Qualifikation von Müttern beim absoluten Großteil der Arbeitgeber außer Frage: Nur jeder elfte Unternehmer glaubt, Frauen mit Kindern würden dem aktuellen Arbeitsmarkt nicht mehr gewachsen sein.

Mütter im Job: Gutes Image, schlechte Chancen

Auch schätzen laut Regus-Studie 72 Prozent der Arbeitgeber Mütter in der Belegschaft als wertvolle Mitarbeiter, 57 Prozent der Befragten geben an, von den Erfahrungen und Fähigkeiten von Frauen mit Kindern im Unternehmen profitieren zu können.

„Einige Unternehmen begegnen ihrem gegenwärtigen Arbeitsumfeld offensichlich immer noch mit altmodischen Bedenken. Die meisten Unternehmen sind zwar der Meinung, dass durch die Nichtberücksichtigung von Müttern bei Neueinstellungen wertvolle Arbeitskräfte außer Acht gelassen werden“, kommentiert Garry Gürtler, Regus-Vice President für Zentral- und Osteuropa die Ergebnisse. Allerdings bestünden immer noch Bedenken, dass familiäre Verpflichtungen die Mütter daran hindern könnten, sich ihrem Job voll und ganz zu widmen.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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