Job oder Liebe? Für jeden Zehnten wäre Kündigung schlimmer als Trennung

von in Arbeitsleben am Mittwoch, 17. Februar 2016 um 11:25

Ein aktuelles Stimmungsbild zu Gehaltstransparenz, Familie und Beruf, Liebe und Job hat eine aktuelle forsa-Umfrage unter Arbeitnehmern ermittelt. Was Erwerbstätige über Kind und Karriere und Tabuthemen im Job denken – wir haben die Ergebnisse im Überblick.

Gehalt, Liebe, Familie und Beruf – eine repräsentative forsa-Umfrage hat im Auftrag von Xing 1.010 deutsche Arbeitnehmer zu verschiedenen Themen rund um die Arbeitswelt befragt. Die Befragung wurde im Jänner 2016 durchgeführt und hat verschiedene Themen rund um das Arbeitsleben abgefragt:

Jobverlust vs. Trennung

Was wäre schlimmer – Kündigung oder Trennung vom Partner? Für fast jeden zehnten Befragten wäre die Kündigung schlimmer als das Ende seiner Partnerschaft – das Ende des Arbeitsverhältnisses befürchten übrigens mehr Frauen als Männer. Bei 78 Prozent geht jedoch die Liebe vor. Sie fänden die Trennung schlimmer, als den Verlust ihres Jobs.

Sind Kinder Karrierekiller?

Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen – keine leichte Aufgabe. Das sehen auch die Befragten der forsa-Umfrage so:

  • 41 Prozent der deutschen Fach- und Führungskräfte denken, dass Kinder einen negativen Einfluss auf ihre Karriere haben, vor allem Frauen sind dieser Meinung (61 Prozent). Bei den männlichen Arbeitnehmern sind es 28 Prozent. Eltern beurteilen das Thema Kind und Karriere übrigens negativer als kinderlose Arbeitnehmer.
  • Dass der Nachwuchs positive Folgen für den Job nach sich zieht, denken 40 Prozent der Männer, aber nur 14 Prozent der Frauen.

Gehälter: Nicht für alle ein Geheimnis

Während Gehälter in Ländern wie Schweden völlig transparent sind, wird hierzulande über den eigenen Verdienst selten gesprochen. Geld und Gehalt sind immer noch Tabuthemen, oder? Und über welche Themen spricht man im Job außerdem nicht? Die Umfrage kam zu diesem Ergebnis:

  • Dem Lebensgefährten oder Partner vertrauen 94 Prozent der Befragten an, wie viel Geld sie verdienen. Mit engen Freunden sprechen 62 Prozent über ihr Gehalt, 60 Prozent der Arbeitnehmer weihen ihre Eltern ein. Den eigenen Kindern erzählt nicht einmal jeder Zweite von seinem Einkommen. Ein großes Geheimnis ist der Gehaltszettel immer seltener: 27 Prozent würden auch mit ihren Kollegen über Gehälter offen sprechen, 31 Prozent sind allerdings strikt gegen Offenheit beim Geld.
  • Sexualität ist im Arbeitskontext das größte No-Go. 85 Prozent würden ihren Arbeitskollegen nichts über die eigenen, sexuellen Präferenzen erzählen.
  • Alkohol, Medikamente, Drogen: Über Abhängigkeiten spricht man mit Kollegen nicht, das sehen 63 Prozent so.
  • Psychische Erkrankungen würden 44 Prozent der Arbeitnehmer im Job verheimlichen.

Wer leistet im Job mehr?

Diese Frage beantwortet mehr als die Hälfte klar mit: Ich natürlich! Sie sind davon überzeugt, mehr Leistung zu erbringen, als ihre Teamkollegen. Vor allem Führungskräfte sind von ihrem Vorsprung überzeugt. Die Zufriedenheit im Job dürfte bei dieser Frage außerdem eine große Rolle spielen: Zwei Drittel der Fachkräfte, die im Job unzufrieden sind, stufen ihre Leistungen besser ein als die ihrer Kollegen. Bei den Zufriedenen sind es 55 Prozent.

Bildnachweis: bikeriderlondon/Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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