Wie der Job in der Fremde kontaktfreudiger macht

von in Arbeitsleben am Freitag, 10. Januar 2014 um 10:59

Die Flexibilität spielt eine enorm große Rolle im modernen Arbeitsleben – auch, wenn es darum geht, für den Job den Wohnort zu wechseln. So ein Umzug hat immer auch Einfluss auf das soziale Umfeld. Angst vor der Einsamkeit braucht man laut einer aktuellen Studie nicht haben. Mobilität fürt laut dieser nämlich zu mehr Offenheit.

Ein Leben alleine in der Fremde

Arbeitnehmer1Hand aufs Herz: Käme in der nächsten Stunde das Angebot, für einen tollen Job Stadt, Land oder gar Kontinent zu wechseln, wer würde ja sagen? Laut einer karriere.at Online-Umfrage ist immerhin jeder zweite Arbeitnehmer bereit, für den Job zu übersiedeln. Ein Leben allein in der Fremde geht jedoch oft auch mit der Unsicherheit einher, ohne die Familie, Freunde, Bekannte und auch die alten Arbeitskollegen schnell einsam zu werden. Die Plattform Forschung erleben hat nun eine spannende Studie zum Thema vorgestellt.

Motivierter für neue Kontakte?

kontaktfreudigDie Forscher um den Psychologen Shigehiro Oishi nahmen an, dass die Erwartung von Traurigkeit und Einsamkeit in einer neuen Umgebung dazu führt, dass Betroffene motivierter sind, neue Kontakte zu knüpfen. Überprüft wurde diese Annahme in einer Studie mit 168 Teilnehmern. In drei Gruppen unterteilt bekamen sie die Aufgabe, einen Text zu verfassen. Die erste Gruppe sollte sich dazu vorstellen, einen Job in einer anderen Stadt anzunehmen. Die zweite Gruppe sollte in Gedanken einen anderen Job in der aktuellen Heimatstadt annehmen. Die Mitglieder der dritten Gruppe wurden gebeten, einen normalen Tag ihres Lebens zu beschreiben.

Reaktion auf die befürchtete Einsamkeit

EinsamkeitNach diesem Gedankenexperiment wurden die Teilnehmer gebeten einzuschätzen, wie die eigenen sozialen Kontakte in der jeweils vorgestellten Zukunft aussehen würden. Weiters wurde die Motivation der Teilnehmer abgefragt, neue Freundschaften und Bekanntschaften zu schließen. Die Auswertungen sprechen eine klare Sprache und die Forscher sehen ihre Annahmen bestätigt: Jene, die sich einen Jobwechsel in eine andere Stadt vorgestellt haben, schätzten die Anzahl der Sozialkontakte tatsächlich geringer ein, als die anderen Gruppen. Häufiger fanden sich dafür in ihren Texten Wörter, die Einsamkeit ausdrücken. Wie erwartet, zeigten sich diese Teilnehmer aber tatsächlich motivierter, neue Kontakte zu knüpfen. Bewusst oder unbewusst wird somit auf die befürchtete Einsamkeit reagiert – und das ist gut so.

Mutmacher für Globetrotter

Wie umlegbar diese Ergebnisse auf das wirkliche Leben sind, sei dahingestellt. Die angewandte Methode ist jedenfalls eine anerkannte. Wir sehen die Studie als kleinen Mutmacher für all jene, die tatsächlich für den Job übersiedeln (müssen) – oder darüber nachdenken. Und neue Kontakte und Freundschaften machen das Leben schließlich leichter.

Bildnachweis: Eric Fahrner / Shutterstock, YanLev / Quelle Shutterstock, atlanaka / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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