Jobmarkt für IT-Profis: „Es ist Krise und keiner geht hin“

von in Arbeitsmarkt, HR am Mittwoch, 2. Mai 2012 um 07:33

„Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin“, sagte einst der amerikanische Dichter Carl Sandburg (1878-1967). Umgemünzt auf den heutigen IT-Jobmarkt könnte es heute heißen: „Stell dir vor es ist Krise und keiner geht hin“. Denn wie der aktuelle it-indikator deutlich macht, wächst das Jobangebot für IT-Fachkräfte weiterhin und robust auf hohem Niveau.

Ein Fünftel mehr Jobs als im Vorjahr

Im ersten Quartal 2012 waren 5852 Jobangebote zu verbuchen, das ist um fast ein Fünftel mehr als im Jahresvergleich (plus 19 Prozent) und um 14 Prozent mehr als im letzten Quartal 2011. Auch diesmal wieder an der Spitze: die Programmierer. Jedes dritte Stellenangebot fällt auf das Segment Programmierung/Entwicklung – das Wachstum im Jahresvergleich beträgt hier satte 22 Prozent. Weitere Großsegmente wie Support-Personal (plus 19 Prozent zum Vorquartal) und SAP-Spezialisten (plus 37 Prozent) realisierten sogar ein noch stärkeres Wachstum im Quartals-, aber auch im Jahresverlgeich.

52 Prozent mehr Jobs für IT-Leiter

Gemessen am Vorquartal ist das Jobangebot für Netzwerk-Spezialisten (plus 15 Prozent), IT-Leiter (plus 52 Prozent!) und Datenbank-Experten (plus 43 Prozent) schneller als der Markt gewachsen. Verlierer gibt es mit je minus sechs Prozent bei den Systembetreuern und den Vertrieblern. Sie haben sowohl im Quartals- als auch im Jahresverlauf an Nachfrage eingebüßt. Ein geringes Wachstum von zwei Prozent konnten immerhin die Projektmanager für sich verbuchen.

„Krise nur in den Zeitungen“

Im Zusammenhang mit dem massiven Nachfrageeinbruch seit der Krise  im Jahr 2009 weist Personalberater Robert Fitzthum auf strukturelle Verschiebungen hin. „Der Stellenwert innerbetrieblicher IT-Aufgaben gegenüber dem Produktverkauf ist sicher gestiegen“, so Fitzthum. Apropos „Krise“: „Die Wirtschaft ging im ersten Quartal jobmäßig unverzagt die Zukunft. Manchmal scheint es, als ob die Krise nur in den Zeitungen stattfindet“, klaffen für den Herausgeber des it-indikator das öffentlich gezeichnete Bild der Wirtschaft und die reale Entwicklung doch recht stark auseinander.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotonachweis: Colourbox

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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