IT Recruiting: Drei Zuckerl, die Developern schmecken

von in HR, Jobsuche am Dienstag, 7. Juni 2016 um 10:42

Mit Speck fängt man Mäuse. Mit guten Arbeitsbedingungen Mitarbeiter. Was banal klingt, ist ein großes Thema im Recruiting – gerade dann, wenn es sich um heiß umkämpfte Zielgruppen wie IT- und Development-Mitarbeiter handelt. Wünsche und Erwartungen dieser begehrten und daher selten verfügbaren Fachkräfte hat karriere.at mittels einer repräsentativen Studie ergründet.

Die für Recruiter schlechte Nachricht gleich vorweg: Es gibt ihn nicht, den einen, repräsentativen Arbeitnehmer-Typen einer bestimmten Berufsgruppe. Beispiel Webentwickler: Wer sich darunter ausschließlich lichtscheue, Trash-essende Wesen in Schlabberklamotten vorstellt, befindet sich im Reich der Klischees. Schon aus eigener Erfahrung wissen wir, – und dafür reicht ein Blick ins Entwicklerbüro von karriere.at – dass jeder Coder sein eigenes Mindset hat, wenn es um bevorzugte Arbeitsbedingungen geht. Hier findet sich der Frontend-Dev, der schon zweimal in Väterkarenz war, ebenso der Teilzeit-Student-und-gleichzeitig-Teilzeit-Developer bis hin zu Müttern, die Software testen oder für UX-Design verantwortlich sind, Sportfreaks, Musiker und, und, und, … Was sie aber alle verbindet: Sie leben im Beruf ihre Leidenschaft – und die hat mit Rechnern, Codes und Sprints zu tun.

Jeder mag Zuckerl – auch IT-Profis

Diese Vielfalt zeigt: IT-Fachkräfte sind „normale“ Mitarbeiter mit Bedürfnissen, wie sie auch in anderen Abteilungen auftreten. Eltern brauchen mehr zeitliche Flexibilität als ganz Junge, Home-Office ist natürlich Thema und tendenziell fühlen sich Developer unterbezahlt, weswegen Geld hier nach wie vor die Liste der begehrtesten Incentives anführt, wie die repräsentative karriere.at-Studie, durchgeführt von Marketagent.com belegt.

Was sind dann aber Leistungen, Benefits und Wünsche, auf die Recruiter gezielt eingehen können? Richtig: IT-spezifische Benefits!

Grafik IT Recruiting Incentives

  • Zuckerl 1 – Nebenjobs: Wie die Grafik zeigt, drehen Arbeitnehmer aus der IT-Branche auch zuhause noch gern den Rechner auf, um ihrer Leidenschaft nachzukommen. Mehr als ein Viertel (26,4 Prozent) der insgesamt 930 Studienteilnehmer gibt an, dass außerberufliche IT-Projekte für sie große Wichtigkeit haben bzw. hätten (wenn sie könnten). Zählt man dazu noch jene 29,7 Prozent, die dies zumindest teilweise für wichtig erachten, lässt sich sagen, dass mehr als die Hälfte der Befragten auch neben dem Job an IT-Dingen arbeiten möchte. Anders gesagt: Verbietet ein Dienstvertrag Nebentätigkeiten, wird jede zweite IT-Fachkraft nicht unterschreiben. Ähnlich gestaltet sich das Bild, wenn es um den Ist-Stand geht: Jeder Dritte (34,7 Prozent) gibt an, an Open Source oder anderen IT-Projekten zu arbeiten.
  • Zuckerl 2 – Betriebssysteme: Alle Developer wollen einen Mac – nicht ganz! Aber immerhin jeder fünfte Befragte (20,3 Prozent) sagt, dass die freie Wahl des bevorzugten Betriebssystems ein Grund für einen Jobwechsel wäre. Mit 87,5 Prozent arbeitet die überwiegende Mehrheit auf Windows-Rechnern. Allerdings würden nur 70,3 Prozent dieses System auch selbst wählen. Anders sieht es bei Linux und OS X aus, wo die Präferenz jeweils höher ist als das am Arbeitsplatz zur Verfügung gestellte System. 28,1 Prozent hätten gerne Linux (Realität 21,1 Prozent) und 27,1 Prozent OS X (Realität 17,2 Prozent). Fazit daraus: Geht man auf das bevorzugte Hard- und Software-Setup von Fachkräften ein, kann das in vielen Fällen beim Recruiting helfen.
  • Zuckerl 3 – Mobile: Ein weiteres großes Gap, das sich im Recruiting von Fachkräften nutzen lässt, liegt im Bereich des Mobile Recruitings. „Mobile Developer“ dürfen sich aktuell nur 4,9 Prozent Prozent nennen. Knapp drei Mal so viele Befragte, nämlich 14,4 Prozent, würden gerne als solcher arbeiten. Bevorzugt für Android (55,1 Prozent), gefolgt von iOS (37,3 Prozent) und Windows (28,7 Prozent).

Bildnachweis: lurii Stepanov / Shutterstock

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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