iDemokratie – Zwischen Meinungsäußerung und Kontrollzwang

von in Social am Mittwoch, 21. September 2011 um 14:57

Das Internet ist das Werkzeug des Volkes. Ob es nun um Behördengänge geht oder um politische Diskussionen. Die virtuelle Welt lässt Hemmungen verschwinden und ermöglicht einen regen Meinungs- und Datenaustausch. Diese Transparenz der Informationen kann aber auch in Kontrollzwang übergehen. Wo fängt Transparenz an und wo hört sie auf? Sind persönliche Daten davor geschützt? Wie groß ist das Download-Volumen der Demokratie? Eine aktuelle Studie der Telekom Austria Group zeigt: Die Österreicher schätzen das Internet – mit Vorbehalten.

Hilfe im Bürokratie-Dschungel

Schon in den vergangenen Jahren haben auch die österreichischen Behörden erkannt, welchen Vorteil das Internet für die Bürger hat. „Unsere Gesellschaft ist geprägt von modernen Kommunikationstechnologien. Ohne sie sind viele gesellschaftliche und politische Entwicklungen nicht mehr denkbar“, sagt Hannes Ametsreiter, Generaldirektor Telekom Austria Group und A1. Zum Medium Internet haben die Österreicher allerdings ein ambivalentes Verhältnis. Einerseits schätzt man den Nutzen des Internets bei Behördenangelegenheiten sowie seine Funktion als Meinungsäußerungs-Plattform.

Bei den eigenen Daten sind Herr und Frau Österreicher hingegen sehr vorsichtig und wollen nur etwas preisgeben, wenn sie davon auch einen Nutzen haben. 51 Prozent der Befragten würden beispielsweise eine Öffnung des Melderegisters schätzen und dafür auch persönliche Daten im Internet bekanntgeben. Auch das Thema E-Voting polarisiert – denn vier von zehn Befragten würden nach wie vor den Stimmzettel aus Papier einer Online-Wahlkabine vorziehen.

Die „Mächtigen“ im Big Brother Haus

Auch wenn die eigenen Daten tabu sein sollen, so wollen 48 Prozent der Befragten Österreicher die Gehälter von Topmanagern im Internet veröffentlicht sehen. Es scheint, die Befragten sehen das Internet als eine Möglichkeit Druck und Kontrolle auf „die da oben“ ausüben zu können, ohne dabei selbst kontrolliert zu werden. Für 70 Prozent der Befragten ist klar: Das Internet dient als Kontrollorgan der Mächtigen.

Wofür die Österreicher aber sehr wohl sind: Bei strafbaren Delikten wie Kinderpornografie (93 Prozent) oder Internetkriminalität (81 Prozent) fordern sie vehement Kontrolle von „oben“.

Datentransparenz ja, aber nicht bei den eigenen Daten

Nach all den Datenmissbrauchs-Vorfällen der letzten Monate ist es nicht verwunderlich, dass die Österreicher beim Thema persönliche Daten sehr sensibel sind. Man will die eigenen Daten schützen, fordert aber im Gegenzug eine Offenlegung von Top-Gehältern. Die Frage ist nur, wo die Grenzen zu ziehen sind: Wo beginnt die Kontrolle unter dem Vorzeichen der Gehaltstransparenz und wo wird breitenwirksam in persönliche Daten eingegriffen?

Dass das Internet als breitenwirksamstes Medium wie geschaffen ist um Macht zu kontrollieren, davon sind die Befragten überzeugt: 73 Prozent sind der Meinung, das Internet ist das Werkzeug des Volkes. Was ihnen jedoch auch wichtig ist: Klare Regeln, wenn es um eigene Daten geht, sowie Schutz vor Kriminalität und Missbrauch der Freiheit im Web.

Redaktion

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