HR-Trends: Diese Arbeitsfelder sollte man im Auge behalten

von in HR am Freitag, 24. April 2015 um 10:29

Fehlendes Commitment der Arbeitnehmer und das Thema Mitarbeiterführung, an diesen beiden Brocken haben Österreichs HR-Manager besonders zu knabbern. Das geht aus einer aktuellen Befragung unter Personalverantwortlichen, durchgeführt von Deloitte, hervor. Die Studie Global Human Capital Trends hat 10 Themen definiert, die in Zukunft eine große Rolle spielen werden.

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Vor welchen Herausforderungen steht HR aktuell? Um diese Frage zu klären, hat Deloitte über 3.300 HR- und Unternehmensleiter in 106 Ländern befragt. Das wichtigste Ergebnis der Studie Global Human Capital Trends: Mangelndes Commitment der Arbeitnehmer ist für 87 Prozent der HR-Beauftragten derzeit das wichtigste Thema. „Schuld“ daran ist unter anderem die viel zitierte Generation Y: Sie stellt an einen Arbeitsplatz ganz andere Anforderungen, als vorhergehende Generationen. Eine sinnhafte Tätigkeit ist meist wichtiger, als gutes Gehalt oder schnelle Sprünge auf der Karriereleiter. HR muss noch eine weitere Hürde nehmen: Der Fachkräftemangel macht es  schwierig, die richtigen Mitarbeiter zu finden und langfristig zu binden. Arbeitgeber müssen deshalb verstärkt auf ihre Unternehmenskultur achten und auch die persönlichen Ziele ihrer Arbeitnehmer respektieren.

 10 Handlungsfelder, die HR-Manager beschäftigen

    1. Unternehmenskultur: The Naked Organization
      War Leadership im Vorjahr noch das wichtigste Thema für HR-Kräfte, steht laut diesjähriger Studie ein Bereich besonders stark im Vordergrund: Unternehmenskultur. Die Hälfte der befragten Personalisten bewerten das Herausarbeiten und die Kommunikation einer erfolgreichen Arbeitgebermarke als sehr wichtig.
    2. Leadership
      Weit zurückgefallen ist das Thema Mitarbeiterführung in der diesjährigen Studie aber nicht. Die befragten HR-Manager stufen es als zweitwichtigstes Thema ein, um das man sich kümmern sollte. „Gute Mitarbeiter werden mobiler, autonomer und stellen höhere Ansprüche an ihre persönliche Entwicklung – im Gegensatz zu einer vordergründigen Karriereorientierung. Dies macht es schwer, sie zu führen und an das Unternehmen zu binden“, erläutert Julian Mauhart, Partner Deloitte Österreich.
    3. Neues Lernen
      Aus- und Weiterbildung belegt als Top-Thema den dritten Platz. Traditioneller Frontalunterricht lockt keinen Arbeitnehmer mehr hinterm Schreibtisch hervor, zeitgemäß und flexibel müssen Fortbildungen sein. Jederzeit abrufbar, sollen sie sich in den Arbeitsalltag der Mitarbeiter einfügen.
    4. HR neu erfinden
      Klare Ansage an ein notwendiges Makeover der HR-Arbeit: Nur fünf Prozent der befragten Studienteilnehmer bewerten die HR-Performance im Unternehmen als ausgezeichnet. 22 Prozent denken, dass sich HR bereits an neue Anforderungen der Arbeitswelt anpasst.
    5. Arbeitskraft auf Abruf
      Flexibilität ist alles! 8 von 10 der befragten HR-Manager bewerten Arbeitskraft auf Zeit (Projektarbeiter etc.) als sehr wichtig oder wichtig. Ein Trend, der Umdenken in HR-Abteilungen notwendig macht. Neue Strukturen, Prozesse und Tools werden notwendig sein, um auch Talente außerhalb traditioneller Firmenstrukturen zu erreichen.
    6. Leistung neu bewerten
      Neue Arbeitsformen erfordern auch die Neubewertung von Performance. Wie managen, evaluieren und belohnen Organisationen die Leistungen ihrer Arbeitnehmer? Die Etablierung eines neuen Performance Managements wird eine Kernaufgabe für HR und Eigentümer sein. 86 Prozent der befragten Studienteilnehmer haben ihr Leistungssystem bereits angepasst oder planen, das in den nächsten 18 Monaten zu tun.
    7. Big Data
      Es ist an der Zeit, sich intensiv mit dem Sammeln und Analysieren von Daten auseinander zu setzen: Für Rekrutierung, Personalplanung und um als Organisation flexibel zu bleiben. Das Potenzial der Analysemöglichkeiten wird von HR derzeit noch nicht optimal ausgenutzt. Nur acht Prozent geben an, dass ihre Organisation in diesem Bereich bereits gut aufgestellt ist.
    8. Arbeitswelt entkomplizieren
      Sehr komplexe Arbeitsumfelder stellen Mitarbeiter vor besondere Herausforderungen. Österreich ist laut Studie ein besonders kompliziertes Land, um zu arbeiten: 85 Prozent der österreichischen Studienteilnehmer geben an, dass Arbeitsumfeld und -abläufe als besonders herausfordernd wahrgenommen werden. Arbeitgeber haben Schwierigkeiten, Stress am Arbeitsplatz zu verringern, Prozesse einfacher zu gestalten und Mitarbeiter bei der Bewältigung der Informationsflut zu unterstützen. Es gibt aber Lichtblicke: Mehr als die Hälfte der befragten Arbeitgeber planen bereits konkrete Projekte, um Arbeitsabläufe zu vereinfachen.
    9. Cognitive Computing
      Maschinen werden Menschen nicht gänzlich ablösen, aber ergänzen. Sprechen, erfassen, analysieren und Entscheidungen treffen: In Zukunft muss man sich damit anfreunden, dass auch Maschinen diesen Job erledigen. Wenn Mensch und Computer zusammenarbeiten sollen, muss das Umfeld passen. HR Teams werden sich mit Stellenprofilen und neuen Jobs auseinandersetzen müssen.
    10. Externe Daten managen
      Daten, Daten und noch mehr Daten: Nicht nur firmeninterne Informationen müssen verwaltet werden, auch von Außerhalb treffen immer mehr Daten im Unternehmen ein: Soziale Netzwerke, Talentepools und Rekrutierungsnetzwerke sorgen für einen ständigen Strom an externen Daten. Unternehmen müssen bereit sein, dieses Material optimal zu verwerten, damit Recruiting, Employer Branding und Leadership davon profitieren können.

Die gesamte Studie von Deloitte steht hier zum Download zur Verfügung.

Bildnachweis: rawpixel / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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