Fünf Trends, die HR auch 2016 im Auge behalten sollte

von in HR am Dienstag, 1. Dezember 2015 um 10:37

Das Jahresende naht mit großen Schritten – eine gute Gelegenheit, auf das HR-Jahr 2015 kurz zurückzublicken und eine kleine Vorschau zu wagen: Wir streifen fünf Themen, die HR auch im nächsten Jahr auf Trab halten werden.

Generation Z, neue Recruitingwege und Dauerbrenner im HR

Flache Hierarchien, lockere Bewerbungsgespräche und die neue Lust auf Selbstständigkeit – diese und andere Themen standen bereits zu Jahresbeginn als neue Karriere-Trends zur Debatte. Der New World of Work und ihren Herausforderungen hat sich im Frühjahr auch eine Studie von Deloitte gewidmet. Mit der langen Wunschliste der Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der Hand arbeitet HR daran, möglichst alle zufrieden zu stellen: Kurze Time-to-hire, bestmögliches Matching, coole Employer Brand, glückliche Mitarbeiter – happy Führungskräfte. Keine einfache Aufgabe, denn die Anforderungen an die tägliche HR-Arbeit ändern sich konstant.

Die (hoffentlich) besinnliche Jahreszeit möchten wir dazu nutzen, um kurz Rückschau auf aktuelle HR-Tehmen zu halten und einen kurzen Blick auf’s neue Jahr zu werfen: Wir sehen uns fünf Themenfelder an, die bereits 2015 im Recruiting eine große Rolle spielten und auch im neuen Jahr auf der HR-Agenda stehen sollten. Wer Neujahrsvorsätze schmieden möchte, wird hier vielleicht fündig.

Candidate Experience

Der potenzielle neue Mitarbeiter soll sich beim Kontakt mit einem Arbeitgeber rundum wohlfühlen – vom ersten Kontakt bis zur Unterschrift am Arbeitsvertrag. Dieser Meinung schließt sich die Mehrheit der österreichischen HR-Verantwortlichen an, laut einer Umfrage von Februar 2015 wollten aber nur 58 Prozent der Befragten Zeit und Geld in diesen Bereich investieren. Eine Zahl, die sich im kommenden Jahr hoffentlich verbessert. Denn eine schlechte Candidate Experience schadet Arbeitgebern enorm. Schlecht geführte Jobinterviews, Absagen die spät oder überhaupt nicht geschickt werden – das spricht sich schnell herum. Wie rasch negatives Feedback die Runde macht, haben wir hier ausgeführt.

Grund genug, die eigene Kommunikation einer ehrlichen Selbstkritik zu unterziehen. An einem Punkt scheint es ganz besonders oft zu haken:

„Es ist schade und enttäuschend, wenn man selbst stundenlange Arbeit in Bewerbungen investiert und dann nie etwas zurückkommt oder nur die Standardabsagen geschickt werden.“

Ein Userkommentar, stellvertretend für viele, die uns erreichen. Vor allem der Ärger über nie erhaltene oder fehlerhafte Absagen ist oft groß. Da bedanken sich Personaler für Jobinterviews, die mit dem betreffenden Bewerber nie geführt wurden oder Absagen trudeln mit einem halben Jahr Verzögerung ein. Klar, HR-Abteilungen die jährlich Hunderte oder Tausende Bewerbungen erhalten, benötigen Zeit für die Aufarbeitung. Aber auch Bewerber haben oft mehrere Eisen im Feuer und dann zählt nicht nur das beste Jobangebot, sondern auch, welcher Arbeitgeber sich „gut benimmt“ und zeitgerecht von sich hören lässt.

Neue Recruitingkanäle HR Themen 2016

Neue Wege im Recruiting

Wo findet man die benötigten Talente und wie begeistert man sie für’s eigene Unternehmen? Wer Recruiting sagt, der muss auch Employer Branding mitdenken. Wie innovativ man als Arbeitgeber hier unterwegs sein möchte, hängt natürlich von der Zielgruppe ab – und vom eigenen Budget. Auch wenn die richtig coolen Projekte der großen Namen selbst aus Zeit- oder Geldgründen nicht umsetzbar sind: Inspiration holen kostet nichts.

  • Gamification: Let’s play!
    Spiele für Smartphone und Tablet boomen, den Trend  zur Verspieltheit nutzen Arbeitgeber bereits vereinzelt. Die australische Air Force sendete ihre Rekrutierungsinfos über ein Radio, das angehende Ingenieure erst selbst zusammenbauen mussten, auch Google geht ungewöhnliche Wege. Wie man von einer simplen Google Anfrage zu einem Job im Silicon Valley kommt, davon berichtet dieser Google-Mitarbeiter.
  • Social Media: Ständig in Bewegung
    Facebook und Twitter sind fast schon alte Hüte, ständig gewinnen neue Social Media Kanäle zunehmend an Bedeutung. Bei ganz jungen Usern hat Facebook fast schon ausgedient, man trifft sich auf Instagram oder Snapchat. Wie Arbeitgeber Instagram für das Employer Branding nutzen, haben wir hier gezeigt. Übrigens: Auch karriere.at ist auf der beliebten Fotoplattform vertreten. Last but not least: YouTube! Die Videoplattform wächst konstant und wer den Hype um YouTube-Stars mitverfolgt erkennt, dass es über kurz oder lang auch in Punkto Employer Branding kaum ohne Videos gehen wird. Wem YouTube nicht mehr „in genug ist, der lässt auf Streamingdiensten wie Periscope von sich hören. Wie sich die deutsche Agentur hmmh als Arbeitgeber auf Periscope vorstellt, verrät sie hier.

Employer Branding: Never stop working

Eine Arbeitgebermarke hat jeder – ob er möchte oder nicht. Weil die Arbeit an der Marke nie aufhört, wird uns das Thema Employer Branding deshalb auch 2016 begleiten. Wer sich seiner Marke bereits bewusst ist, muss weiterhin kontinuierlich daran arbeiten. Unternehmen, die nicht wissen, wie sie als Arbeitgeber „draußen“ wahrgenommen werden und was sie eigentlich sein möchten, sollten schleunigst mit dem Definieren ihrer Marke beginnen. Laut aktueller LinkedIn-Studie zum Thema Talentmarken würden 52 Prozent der befragten 1.000 Arbeitnehmer unter keinen Umständen zu einem Arbeitgeber mit schwacher Marke wechseln. Dafür würden 32 Prozent auf eine Gehaltserhöhung verzichten, wenn die Marke des Arbeitgebers top ist.

Bereit machen für die Generation Z

Während man gerade noch versucht, es der Generation Y im Bewerbungsprozess Recht zu machen, klopfen schon die Nachfolger an die Tür des Personalers: die Generation Z. Während manche Y-er zumindest in ihrer frühen Kindheit noch mit Walkman, Schallplatten und Wählscheibentelefon in Berührung kamen, wächst die Generation Z bereits komplett digitalisiert auf. Sie sind nach 1995 geboren und für sie ist es völlig selbstverständlich, dass ein Großteil ihres Lebens online passiert und mit anderen geteilt wird.

„Wir sind die ersten, echten Digital Natives. Ich kann beinahe gleichzeitig ein Dokument erstellen, es bearbeiten, ein Foto auf Instagram posten und telefonieren – alles über die Oberfläche meines Smartphones.“

Das erklärte ein Teilnehmer einer groß angelegten Studie unter rund 50.000 Gen-Z-Zugehöriger, durchgeführt von Universum. Ganz sorglos ist auch diese Generation nicht und Arbeitgeber tun gut daran, die Ängste der neuen Digital Natives zu zerstreuen: 37 Prozent der befragten Jugendlichen befürchten, keinen Job zu finden, der zu ihrer Persönlichkeit passt. 36 Prozent haben Angst, ohne Entwicklungsmöglichkeiten bei einem Arbeitgeber steckenzubleiben. 28 Prozent fürchten, Karriereziele nicht zu erkennen.

Mobile Recruiting

Von der Generation Z kommt man damit zwingend auf ein weiterhin wichtiges Thema: Mobile Recruiting. Bereits jetzt hat jeder dritte österreichische Web-User einmal einen Job per Smartphone gesucht – Tendenz steigend. Websiten, die auf Smartphone oder Tablet nicht optimal dargestellt werden, nerven – auch bei der Jobsuche. Hegt ein Bewerber nicht bereits brennendes Interesse an einem bestimmten Arbeitgeber, klickt er suboptimale Webseiten schnell wieder weg: Der nächste bitte. Alle Facts zum Thema und Ergebnisse unserer aktuellen Studie zum Thema Mobile Recruiting haben wir hier aufbereitet.

Bildnachweis: DRogatnev/Shutterstock; Voyagerix/Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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