Schwachstelle im HR: Scheitern bei langfristigen Zielen

von in HR am Freitag, 26. April 2013 um 10:03

HR-Verantwortliche schaffen es oft nicht, langfristig notwendige Programme im Führungskräftekreis durchzsetzen. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt das 8. Europäische HR-Barometer von Aon Hewitt und dem European Club für Human Resources. Von deutlich mehr Erfolg gekrönt sind hingegen Bemühungen bei kurzfristigeren Themen. „Doch das reicht nicht, um die Wochen in Europa wieder nachhaltig auf Wachstum zu stellen“, so Studienleiter Wolf-Bertram von Biesmarck.

Messen alleine bringt …. nichts!

Unternehmen müssten aktiv in ihre Prozesse, ihre Mitarbeiter und deren Fähigkeiten investieren, so von Biesmarck weiter. Erfreulich sei, dass heute 64 Prozent der Unternehmen das Engagement ihrer Mitarbeiter messen – das sind 24 Prozent mehr als noch 2004. Die Freude währt jedoch nur kurz: Denn wie die Untersuchung weiters zeigt, kümmert sich nur knapp ein Drittel später auch tatsächlich um die Umsetzung entsprechender HR-Maßnahmen oder wiederholt die Erhebungen.

„Jetzt müssen sie nur noch handeln“

„Die Unternehmen vertun wertvolles Potenzial“ kommentiert Bernhard Stieger, Geschäftsführer von Aon Hewitt Austria. „Einmalige Messungen bewirken nichts, wenn ihnen nicht die nächsten Schritte folgen.“ Seine Forderung: Die Unternehmen müssen dafür sorgen, dass ihren Personalabteilungen ausreichend Mittel und Ressourcen zur Verfügung stehen, um hier nachhaltig zu arbeiten. „Engagierte Mitarbeiter leisten mehr und geben den entscheidenden Ausschlag für den Unternehmenserfolg. Laut unserer Untersuchung ist das den Verantwortlichen durchaus bewusst. Jetzt müssen sie nur noch handeln.“

Das Sorgenkind Nummer 1 in der HR-Agenda

Ein nicht neues Sorgenkind auf der HR-Agenda ist, manche ahnen es vermutlich bereits, das Thema Diversity und Inclusion (D&I). 57 Prozent der Befragten erkennen dieses zwar als Thema an, für 43 Prozent sogar als Thema mit höchster Priorität. Aber: Nicht einmal die Hälfte verfügt über ein Diversity-Programm. Insgesamt, so die Untersuchung weiter, gibt es zum Thema nur sehr wenige Aktivitäten in den Unternehmen. „Das legt den Schluss nahe, dass D&I eher dazu eingespannt werden, der Arbeitgebermarke ein positives Image zu verleihen. Als echte Chance im Talentmanagement werden sie nicht wahrgenommen“, meint Bismarck. Kurz: Das Problem sei, wenn das Image, das Unternehmen sich aufbauen möchten, im Vordergrund steht.

Was Personaler sich wünschen

Soweit zur Ist-Situation. Doch welche Faktoren wünschen sich HR-Verantwortliche zur Verbesserung ihrer Arbeit? Diese Liste wird angeführt von sinnvollen HR-Metriken und KPI’s, integrierten IT-Systemen sowie mehr Glaubwürdigkeit gegenüber den anderen Geschäftsführern. „Viele HR-Manager befinden sich de facto in einem Teufelskreis“, erläutert Bismarck. „Mangelhafte IT-Systeme und Prozesse führen zu mangelhaften KPI’s. In Kombination mit operativen Schwächen untergräbt dies die Glaubwürdigkeit der Verantwortlichen und damit die Fähigkeit, langfristig strategische Themen durchzusetzen. Und das wiederum erweckt schnell den Anschein, als wären sie auch mit HR-strategischen Themen überfordert.“

Bildnachweis: Anna Jurkovska / Shutterstock, Mathias Rosenthal / Quelle Shutterstock, Darrin Henry / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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