Hobbys im Lebenslauf: Punkten mit privaten Infos?

von in Bewerbung, Jobsuche am Montag, 19. Januar 2015 um 16:54

Lesen, Wandern, Fallschirm springen: Kaum ein Mensch hat keine Hobbys. Aber gehören die auch in den Lebenslauf? Eine Online-Umfrage von karriere.at zeigt, dass Bewerber mit der Angabe privater Interessen durchaus punkten können: 42 Prozent der Personalmanager finden, dass Hobbys dem Lebenslauf eine sympathische Note geben.

Spielen Freizeitaktivitäten beim Bewerben eine Rolle?

hobbys-lebenslauf-arbeitnehmerHobbys und private Interessen machen einen Lebenslauf erst sympathisch! Davon ist knapp jeder zweite Arbeitnehmer überzeugt. 24 Prozent finden, dass Freizeitaktivitäten oder Ehrenämter auf jeden Fall in den CV gehören, weil sie das Bild des Bewerbers erst abrunden. 18 Prozent halten die Angabe von Hobbys für absolut unnötig – nur Fachliches zählt! Elf Prozent setzen Hobbys & Co. als Platzhalter ein.

Hobbys Lebenslauf ArbeitgeberEin Blick auf die Seite der Arbeitgeber zeigt, dass man Hobbys nicht leichtfertig außer Acht lassen sollte: Die große Mehrheit der befragten Unternehmensvertreter findet Hobbys im Lebenslauf sympathisch (42 Prozent). Für 40 Prozent ist die Angabe von Freizeitaktivitäten sogar Pflicht. Nur zwölf Prozent der Personalmanager und Führungskräfte sehen darin Platzhalter, sechs Prozent finden Hobbys im CV unnötig.

Hobbys im Lebenslauf: Empfehlenswert, aber nicht zwingend notwendig

Thomas Olbrich, HR-Manager karriere.at

Thomas Olbrich, HR-Manager karriere.at

Die Angabe von Hobbys im Lebenslauf gilt in Österreich und Deutschland häufig noch als Standard. Zwingend notwendig ist das laut karriere.at HR-Manager Thomas Olbrich aber nicht: „In den USA ist es z.B. überhaupt nicht üblich, dass Hobbys im CV angegeben werden. Genauso wie ein Foto oder das Geburtsdatum in keinen US-Lebenslauf kommen.“ Sind die Hobbys also der nächste Punkt, der nach dem Wegfall der Angabe von Religionsbekenntnis oder Beruf der Eltern aus dem CV gestrichen wird? Das wird zumindest nicht in naher Zukunft passieren. „Bei uns werden generell mehr Lebensläufe mit Hobbys als ohne abgegeben“, sagt Olbrich.

Passen Bewerber und Arbeitgeber gut zusammen?

Fakt ist, dass die Angabe von Hobbys im Lebenslauf nicht schaden kann. Wer bereits im Lebenslauf verrät, was ihn in seiner Freizeit begeistert, hilft dem Recruiter dabei, sich ein Bild vom Bewerber zu machen. „Ich erfahre so bereits vorab mehr zu den Motiven einer Person, über die ich mir im Gespräch ein besseres Bild machen kann“, verrät der HR-Manager. Letztendlich geht es Personalisten auch darum zu überprüfen, ob ein Bewerber menschlich in ein Team und zum Arbeitgeber passt.

  • Die Frage nach der Passung dürfen sich natürlich auch Bewerber stellen! Passt ein Arbeitgeber zu mir, wenn er ein Problem mit meinen Extremsportarten hat?

Recruiter interessiert, was Bewerber begeistert

LaufenWer seine Hobbys nicht in den Lebenslauf schreibt, wird spätestens beim Jobinterview danach gefragt. Einerseits, weil es Personalmanager interessiert, andererseits, um das Eis zu brechen. „Die Frage nach Hobbys stelle ich im Bewerbungsgespräch dann aktiv, wenn der Bewerber sehr verschlossen ist. Aber natürlich auch, weil mich interessiert, was ihn in seiner Freizeit begeistert, ob er sich gut ins Team einfügen würde und ob es Gemeinsamkeiten gibt, die über den Job hinaus gehen.  Ist jemand passionierter Läufer und erwähnt das im Gespräch, erzähle ich, dass wir in der Firma auch begeisterte Läufer haben die gemeinsam laufen und an Bewerben teilnehmen“, sagt Olbrich.

Welche Hobbys sollen in den CV?

BasejumpingÜber allem steht laut Olbrich eine Frage: Welches Bild erzeuge ich mit meinem Lebenslauf bei jemandem, der mich nicht kennt? Genau diese Frage sollte man sich stellen, wenn man seine liebsten Freizeitaktivitäten auflistet. Die Angabe ungewöhnlicher oder riskanter Freizeitbeschäftigungen darf für einen Bewerber nicht zum Nachteil werden. Für Arbeitgeber kann eine Liste risikofreudiger Hobbys durchaus problematisch werden. „Wird ein Bewerber nicht eingestellt, ist es für den Arbeitgeber nur schwer zu argumentieren, dass ein bestimmtes Hobby nicht der Grund dafür war“, sagt Olbrich.

„Freizeit ist Freizeit!“

Bewerber dürfen also aufgrund ihrer Freizeitaktivitäten nicht bevorzugt oder benachteiligt werden. „Freizeit ist Freizeit! Aktivitäten außerhalb des Jobs dürfen kein Grund sein, einen Bewerber abzulehnen oder anzunehmen“, erklärt der HR-Manager. Ob man ein Hobby trotzdem lieber verschweigt, muss jeder Bewerber für sich entscheiden. „Es kommt immer darauf an, bei welchem Arbeitgeber man sich bewirbt. Bei uns ist es kein Problem, wenn jemand Fallschirmspringen geht“, sagt Olbrich.

Keine oder langweilige Hobbys?

LügenLiteratur, Opern, Besuche im Museum? Klingt gut! Aber nur, wenn man sich auch wirklich damit beschäftigt. Bei den Hobbys richtig dick aufzutragen oder zu schwindeln, ist nämlich keine gute Idee. Der Schuss könnte nach hinten losgehen – entweder bereits im Jobinterview, spätestens aber in der Probezeit beim Plaudern mit den Kollegen. Wer denkt, dass seine Freizeitbeschäftigungen zu langweilig sind, lässt sie besser gleich weg. Oder steht dazu. „Wenn jemand gerne das ganze Wochenende auf der Couch verbringt und fernsieht, ist das auch berechtigt. Man könnte sich noch Gedanken darüber machen, was man gerne ansieht. Ist man z.B. ein Fan von Dokumentarfilmen, kann man das so erwähnen“, sagt Olbrich.

Bezug zum Job ist von Vorteil

Stehen die Hobbys in direktem Bezug zum gewünschten Job, sollte man sie auf jeden Fall  bereits im Lebenslauf erwähnen! „Bewerbe ich mich in der Administration eines Fußballvereins sollte ich meine Begeistertung für Fußball in den Lebenslauf hineinnehmen. Strebe ich eine Stelle bei einem Versandunternehmen für Sportartikel an, wäre es gut, wenn ich Sport betreibe und die Produkte des Unternehmens kenne oder sogar benütze“, erklärt Olbrich.

Bildnachweis: Sunny studio/ Shutterstock; karriere.at; Warren Goldswain / Shutterstock; imagemaker / Shutterstock.com; PathDoc /Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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