Hitzefrei bei 40 Grad – Gibt’s das auch für Arbeitnehmer?

von in Arbeitsrecht am Mittwoch, 24. August 2011 um 13:49

Die Wetteraussichten für die kommenden Tage: Warm, Wärmer, am Wärmsten! Die Sonne meint es gut mit uns. Wenn da nicht ein Störfaktor wäre: Es ist erst Mittwoch und wer nicht auf die Schnelle noch Urlaub bekommt, sitzt noch bis Freitag im Büro fest. Die Bürotemperaturen unterscheiden sich kaum von den Wetteraussichten. Bei dieser Hitze geht die Konzentration sprichwörtlich „flöten“. Was also tun, wenn das Büro einem Kochtopf ähnelt? Sechs einfache Tipps helfen Ihnen dabei, einen kühlen Kopf zu bewahren!

Lange haben wir uns den Sommer zurückgewünscht. Kaum ist aber er da, stehen wir vor dem nächsten Problem. Es ist nicht nur draußen heiß, sondern auch die Büros verwandeln sich zu Backöfen. Zu Schulzeiten stieg bei solchen Temperaturen die Hoffnung auf Hitzeferien. Aber gibt es für Arbeitnehmer überhaupt die Chance auf hitzefrei? „Hitzeferien sieht das Arbeitsrecht nicht vor“, stellt Peter Hosner, Leiter der Rechtsschutzabteilung der Arbeiterkammer Oberösterreich klar.

Im Gegenzug ist Ihr Arbeitgeber allerdings verpflichtet, geeignete Schutzmaßnahmen für Sie zu treffen. Wer sich im Geiste schon mit einer nagelneuen Klimaanlage anfreundet, irrt. Einen rechtlichen Anspruch auf Klimaanlagen haben Arbeitnehmer leider nämlich auch nicht. Trotzdem hat der Arbeitgeber laut Hosner dafür zu sorgen, dass die Raumtemperatur in Büroräumen zwischen 19 und 25 Grad liegt.

Auch wenn das Comeback der Sonne nur von kurzer Dauer ist, müssen Sie im Büro nicht schwitzen. In Zusammenarbeit mit der AK Oberösterreich präsentieren wir sechs Tipps für ein hitzefreies Büro:

  1. Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung
    Wenn Jalousien oder Fensterläden vorhanden sind, können Sie diese jederzeit schließen. Auch Maschinen oder Lichtspots, die Hitze abstrahlen, können abgeschirmt werden.
  2. Sorgen Sie für frische Luft
    Es ist sicherlich nicht sinnvoll in der größten Mittagshitze zu lüften. Lüften Sie daher lieber am Morgen und in der Nacht. Informieren Sie sich aber über Sicherheitsvorkehrungen, bevor Sie nachts das Bürofenster offen lassen. Viele Unternehmen sind bei Einbrüchen über offene Fenster nicht versichert.
  3. Trinken Sie viel
    Ausreichend Wasser ist gerade bei hohen Temperaturen das Um und Auf. Dabei erfüllt es den Effekt einer Klimaanlage von innen. Die Hygiene spielt dabei eine wichtige Rolle. „Trinkwasserentnahmestellen und allenfalls zur Verfügung gestellte Trinkgefäße sind in hygienisch einwandfreiem Zustand zu halten“, betont Hosner. Achten Sie allerdings darauf, dass die Getränke nicht zu kalt sind und vermeiden Sie Alkohol. Das wirkt sich negativ auf die Kühlung des Körpers aus. Probieren Sie auch Salbei-Tee als Alternative zum Wasser. Denn dieser Tee hemmt die Schweißproduktion des Körpers.
  4. Legen Sie öfter Pausen ein
    Nutzen Sie diese Pausen, um sich etwas zu trinken zu holen und tanken Sie wenn möglich dabei auch gleich frische Luft. Genießen Sie ruhig auch die Sonne, aber achten Sie auf den nötigen Sonnenschutz!
  5. Achten Sie auf Ihre Ernährung
    Dass bei Temperaturen jenseits der 30 Grad Berner Würstchen mit Pommes nicht unbedingt die beste Mahlzeit sind, erklärt sich von selbst. Essen Sie lieber viel Obst und nehmen Sie eher leichte Speisen zu sich. Es gibt zwar keine gesetzlichen Regelungen, dass sich Kantinen an das Wetter anpassen, „In der Praxis dürfte es allerdings so gehandhabt werden“, meint Experte Hosner.
  6. Lassen Sie unnötiges Make-up weg
    Muss es jeden Tag das volle Schönheitsprogramm sein? Lassen Sie doch mal etwas Make-up weg und seien Sie auch mit dem Lidschatten sparsam. In kürzester Zeit verschmiert sich sowieso alles. Tragen Sie daher nur das Nötigste auf (beispielsweise Eyeliner und Tusche), dann kann auch nichts verschwimmen. So kann auch Ihre Haut atmen!

Keine Gnade für Anzugträger

Wirklich leid tun müssen uns bei diesen Temperaturen Arbeitnehmer in repräsentativen Tätigkeiten. Die Anzug-Regel bleibt auch bei großer Hitze erhalten. Es ist auch schwer vorstellbar, dass der Mitarbeiter einer Bank plötzlich in kurzen Hosen vor Ihnen steht. Finden Sie mit Ihrem Vorgesetzten einen Kompromiss. Schlagen Sie ihm doch vor, die Krawatte weglassen zu dürfen. Damit tun Sie nicht nur sich etwas Gutes, auch der Chef wird sich freuen, ein Kleidungsstück weniger tragen zu können. Nicht verhandelbar ist das Tragen von Schutzkleidung und Helm.

Genießen Sie die letzten Sommertage, auch wenn Sie dabei im Büro sitzen. Für eine Abkühlung sorgt das Wetter noch früh genug selbst.

Redaktion

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