High Potentials im Visier: Unternehmen locken Top-Kräfte mit Weiterbildung

von in Arbeitsmarkt, HR am Montag, 21. März 2011 um 14:14

Was braucht es, um die qualifiziertesten Arbeitskräfte für sich zu gewinnen? Eine Frage, die sich in Zeiten des Aufschwunges und des damit einhergehenden Mangels an so genannten „High Potentials“ wohl die meisten HR-Abteilungen stellen. Denn dass der Pool an verfügbaren Top-Bewerbern für die darin planschenden Personalisten bereits zu klein ist, belegt die Kienbaum-Studie „High Potentials 2010/2011“ eindrucksvoll. Deren Ergebnissen zufolge lässt sich vorhersagen: Das Match wird noch härter werden.

590 Unternehmen in Deutschland und Österreich befragte die Managementberatung Kienbaum für die Untersuchung. Kernaussage: Vor allem in den Bereichen Forschung, Entwicklung und IT sind gut ausgebildete Fachkräfte Mangelware. Für Unternehmen wird es zunehmend schwer, ihren Bedarf an Nachwuchstalenten decken zu können: Zwei von drei Unternehmen in Deutschland müssen bis zu einem Viertel der Kandidaten von ihrem Wunsch-Zettel streichen. Weil es ihnen einfach nicht gelingt, diese für das eigene Unternehmen zu begeistern. Allein einen spannenden Job und ein hohes Gehalt zu bieten, reicht im Recruiting schon längst nicht mehr aus.

In Österreich planen, so Kienbaum, derzeit 87 Prozent der Unternehmen, im kommenden Jahr bis zu 15 so genannte „High Potentials“ aufzunehmen (Deutschland: 73 Prozent).
Marketing und Vertrieb sind dabei jene Einsatzbereiche, an denen drei von vier Nachwuchs-Leistungsträgern zum Einsatz kommen sollen.

Weiterbildung als Lock-Strategie

Dass die Aussicht auf Weiterbildung auch die Attraktivität eines Arbeitgebers in den Augen von High-Potentials deutlich erhöht, kann nach den Ergebnissen von Kienbaum durchaus als in den HR-Abteilungen angekommen betrachtet werden. So bieten 100 Prozent der befragten österreichischen Unternehmen ihren Nachwuchskräften an, Fachtrainings zu belegen. Weitere 97 Prozent bieten Persönlichkeitstrainings.

„Heute die richtigen High Potentials zu rekrutieren und zu fördern ist wichtiger denn je. Investiert ein Unternehmen jetzt an der richtigen Stelle, hat es in naher Zukunft gegenüber den Konkurrenten die Nase vorn“, ist Cornelia Prokosch, Beraterin bei Kienbaum Wien, überzeugt.

Arbeitgeberimage wird über das Web erzeugt

Als absolut wichtig schätzen deutsche und österreichische Personalentscheider den Faktor „Internet“ für ihre Personalsuche, aber auch für Aufbau und Pflege einer attraktiven Arbeitgebermarke ein: So schalten 85 Prozent der deutschen sowie 88 Prozent der österreichischen HR-Verantwortlichen sowohl Stelleninserate als auch Image-Anzeigen im Online-Bereich.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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