Heikle Botschaften: Suchen Sie nach dem positiven Kern!

von in Arbeitsleben, HR am Donnerstag, 20. Januar 2011 um 10:46

Jede Führungskraft, muss von Zeit zu Zeit heikle, unpopuläre und „von oben“ verordnete Maßnahmen an seine Mannschaft weitergeben. Was man tun kann, damit man den Unmut der Belegschaft nicht gegen sich selbst richtet und wie man Gerüchten vorbeugt, erklärt Psychologin und Psychotherapeutin Christa Schirl-Russegger.

In meiner Branche ist es noch immer sehr turbulent, sodass sich die Geschäftsführung für Kosteneinsparungen und damit verbundene Maßnahmen entschieden hat. Als Regionalmanagerin muss ich diese unpopulären Entscheidungen an meine Teams weitertransportieren. Gibt es Tipps, wie man schwierige Botschaften besser übermitteln kann?

Der Transport von heiklen Entscheidungen ist eine der schwierigsten Führungsaufgaben. Führungskräfte befinden sich in der sprichwörtlichen „Zwickmühle“: Sie wissen von den Notwendigkeiten der Maßnahmen, können aber auch die Verunsicherung und den Ärger der Mitarbeiter verstehen. Wie im sportlichen Wettkampf ist das wichtigste die Vorbereitung. Bevor Sie in die Teams gehen, klären Sie für sich ab, wie Sie die Situation empfinden. Wie stehen Sie zu den Maßnahmen der Geschäftsführung? Sind die Überlegungen für Sie nachvollziehbar? Können Sie sich damit identifizieren? Welchen Sinn haben die Maßnahmen für das gesamte Unternehmen? Das Wichtigste – suchen Sie nach dem positiven Kern! Was ist das Positive an den Entscheidungen? Was wäre, würden die Maßnahmen nicht durchgesetzt? Welche Konsequenzen würden den Mitarbeitern und dem Unternehmen drohen? Wenn es Ihnen gelingt, unpopuläre Entscheidungen positiv zu transportieren, können Sie weiterhin mit motivierten Mitarbeitern rechnen.

Gespräch mit Firmenleitung suchen

Falls Ihre Bedenken zu groß sind, gehen Sie vorab nochmals mit der Firmenleitung ins Gespräch und unternehmen Sie einen weiteren Klärungsversuch. Vielleicht hat die Geschäftsführung Ihre Ideen noch nicht bedacht? Oder es fehlen Ihnen noch Informationen, damit Sie die Entscheidungen verstehen und somit gut transportieren können? Sie müssen sich über die Motive der Firmenleitung ganz im klaren sein: Was ist den Entscheidungen vorausgegangen? Wie kam es zu diesen Entscheidungen? Was wurde bedacht?

Geschwindigkeit beugt Gerüchten vor

Um Gerüchte zu vermeiden, ist es unerlässlich, mit den neuen Informationen möglichst schnell in die Teams zu gehen. Bedenken Sie, dass Sie in Einzelgesprächen auf Ängste und Emotionen zwar besser eingehen können, dass aber die Botschaft so die Runde machen könnte, bevor Sie die anderen Teams erreicht haben.

Zur Person:
Christa Schirl-Russegger ist Klinisch- und Gesundheitspsychologin, zertifizierte Arbeitspsychologin und sinnzentrierte Psychotherapeutin. Neben der Tätigkeit in ihrer eigenen Praxis ist sie außerdem Trainerin und Vortragende. Ihre Expertise stellt Christa Schirl-Russegger seit mehreren Jahren zahlreichen Medien zur Verfügung.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren