Lesestoff fürs Wochenende: Headhunting – Was ist Klischee, was Wahrheit?

von in Arbeitsmarkt, Bewerbung, HR am Freitag, 14. Juni 2013 um 10:04

„Bitte husten Sie, falls Ihr Chef gerade mithört!“ – Den Untertitel des Buches „Headhunting“ von Annette Kinnear werden die einen oder anderen wohl schon einmal hautnah erlebt haben. Und glaubt man den Prognosen, werden in Zukunft immer mehr Headhunter Jagd auf Fach- und Führungskräfte machen. Die international erfolgreiche Headhunterin zeigt auf, wie Profis mit diesem heiklen Thema umgehen – nicht nur für Recruiter spannend. 16 Fallbeispiele machen die Lektüre zum wahren Krimi.

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Kein Klischee sondern täglich Brot

Insiderberichte aus einer Branche, die wohl den wenigsten bekannt ist:  So lässt sich „Headhunting“ von Annette Kinnear in wenigen Worten beschreiben. Die Autorin – selbst Insiderin und seit Jahren im Recruiting tätig – lässt in ihre Trickkiste schauen und schnell wird klar, mit wie viel Fingerspitzengefühl und Vorsicht in dieser Branche gearbeitet werden muss. Das Thema ist freilich ein heikles und so wundert es nicht, dass Fragen wie: „Können Sie gerade frei sprechen?“ kein Klischee sondern täglich Brot eines Headhunters sind.

Woher kommt: „Können Sie gerade frei sprechen?“

diskretion„Können Sie gerade frei sprechen?“ – woher kommt eigentlich dieser berühmte Satz? “ Kinnear erklärt: Das bietet dem Kandidaten die Möglichkeit, das Gespräch schnell zu beenden. Dabei geht es weniger um einen ungünstigen Zeitpunkt, was seine Termine betrifft, sondern darum, dass er in Bedrängnis käme, sollte ein Kollege neben ihm stehen oder er über eine Freisprechanlage sprechen und zum Beispiel neben seinem Chef im Auto sitzen. Weist man hier nicht genügend Respekt und Sensibilität auf, hat man schon verloren, bevor man überhaupt angefangen hat.“

„Wir müssen sehr vorsichtig mit Gefühlen und menschlichen Schwächen umgehen“

telefonatDie Diskretion führt dazu, dass die meisten Folgetelefonate abends geführt werden, wenn die Kandidaten nicht mehr im Büro sind und wirklich frei sprechen können. Dafür ist freilich die Privatnummer des Kandidaten nötig und schon jetzt lässt sich erahnen, mit welchem Fingerspitzengefühl Headhunter agieren müssen, um diese zu bekommen. Vertrauen und Diskretion sind das Um und Auf – und zwar auf beiden Seiten. Gerade die Zusammenarbeit mit überängstlichen Kandidaten ist nicht einfach, schildert Kinnear. „Wir arbeiten in einer heiklen Branche und müssen sehr vorsichtig mit Gefühlen und menschlichen Schwächen umgehen. Unsere eigenen Bedürfnisse sollten wir zurückstecken, wenn die Umstände es erfordern.“ Auch wird bei der Lektüre schnell klar, dass die Arbeit der Headhunter kein 9-to-5-Job ist. Der Einsatz an Abenden und Wochenenden ist keine Seltenheit.

Finger weg von Druck und Angst

druckDie Arbeit der Profis läuft zwar in gewissen Teilen schematisch ab, Headhunter ist jedoch nicht gleich Headhunter und so beschreibt Kinnear auch Situationen, in denen Recruiter den sprichwörtlichen Hut drauf hauen. „Zwei Monate später reichte ich meine Kündigung ein. Für so eine Tätigkeit fühlte ich mich nicht geschaffen“, schildert etwa ein Betroffener. Die Methoden zur Namensbeschaffung (englisch: Name Gathering) sind verschieden und vor allem nicht jedermanns Sache. Ein gutes Briefing für angehende Headhunter ist das Um und Auf. Druck und Angst sind nicht die richtigen Werkzeuge für langfristigen Erfolg.

Wer sich ansprechen lässt, ist nie absolut zufrieden.

„Ein guter Headhunter zeichnet sich dadurch aus, dass er unbequeme Fragen stellt“, schildert Kinnear. Weiters legt er nach einer Absage niemals auf ohne zu fragen: „Wen kennen Sie?“. Wer beim Lesen nun Angst bekommt, der sei beruhigt. Im Grunde geht es beiden Seiten darum, zufriedenstellende Lösungen zu finden. Die Headhunterin gibt übrigens auch wertvolle Tipps, wie man sich als Arbeitgeber vor ihresgleichen schützen kann.“ Aus Erfahrung wissen wir, dass Kandidaten, die sich ansprechen lassen, nie absolut zufriedene Mitarbeiter sind.“ Jedoch – einmal ehrlich: Wie viele Menschen sind das schon?

headhunting_kinnearZu Gewinnen: Drei Ausgaben des Buches „Headhunting“ von Annette Kinnear

Einfach eine E-Mail mit dem Betreff „Headhunting“ an marketing@karriere.at senden. Die drei Bücher werden unter allen Einsendungen verlost – der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Bildnachweis: Boguslaw Mazur / Quelle Shutterstock, Evgeniya Portechenskaya / Quelle Shutterstock, Lichtmeister / Quelle Shutterstock, alphaspirit / Quelle Shutterstock

 

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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