Hausarbeits-Muffel Mann: Schämen ist angesagt! Nur drei Prozent der Männer bügeln regelmäßig

von in Arbeitsleben am Montag, 22. November 2010 um 14:44

Es wird schon besser. Wie die Studie „Zeitverwendung 2008/09“ der Statistik Austria zeigt, helfen heute mittlerweile knapp 80 Prozent aller Männer im Haushalt mit. Doppelt so viele wie noch vor 30 Jahren. Grund zur Freude? Wohl eher nicht. Denn was die Studie auch zeigt: Die Hausarbeit ist nach wie vor fest in Frauenhand. Während sich die Herren der Schöpfung bei Tätigkeiten wie Kochen oder Einkaufen noch relativ engagiert geben, ist es nahezu unmöglich, diese fürs Wäschewaschen oder Bügeln zu motivieren.

Dass es zwischen Frauen und Männern trotz gleicher Ausbildung und Qualifikation nach wie vor eklatante Gehaltsunterschiede gibt, ist traurig aber seit jeher bekannt. Und zu den möglichen Ursachen dafür gibt es Studien in Hülle und Fülle. Was aber zusätzlich schockiert: Auch in den eigenen vier Wänden sind „traditionelle“ Rollenbilder – trotz jahrzehntelanger „Halbe-Halbe“-Diskussion – nach wie vor Realität. Und zwar mit einigen erschreckenden Indikatoren.

So investieren erwerbstätige österreichische Frauen laut Statistik Austria im Schnitt rund drei Stunden pro Tag in die Haushaltsführung. Doppelt so viel wie dies Männer tun. Und: Mit 92 Prozent sind fast alle Frauen mit Job auch im Haushalt tätig. Jedoch nur sieben von zehn Männern. Und es zeigt sich auch, dass in den Köpfen noch sehr stark alte Klassifizierungen von „Frauenarbeit“ und „Männerarbeit“ verankert sind.

Wie folgende Grafik zeigt, sind Männer für Tätigkeiten wie Kochen (34 Prozent), Einkaufen (25 Prozent) und Aufräumen (20 Prozent) noch relativ leicht zu begeistern. Aber: Nur drei von hundert erwerbstätigen Männern stellen sich hinter den Bügelladen! Nur sechs Prozent wollen verstanden haben, wie eine Waschmaschine funktioniert…

Wenn es um Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten geht, haben Männer jedoch die Nase vorn: Rund zwei Stunden pro Arbeitswoche investieren sie in Glühbirnen, Malerarbeiten, verstopfte Abflüsse und dergleichen. Frauen wenden im Schnitt dafür etwas länger als eine Stunde auf.

Obwohl sie beim Kochen noch relativ engagiert sind, zeigt folgendes Verhältnis, wie es um die Motivation der Männer dabei bestellt ist: Während Frauen für Kochen und Essen rund sechs Teile der Zeit ins Zubereiten der Speisen investieren und nur vier Teile ins Essen, verschieben Männer diese Relation eindeutig in Richtung Genuss: 80 Prozent der Zeit wird gegessen, nur 20 Prozent in der Küche geholfen.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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