Hands on Mentalität, Entrepreneurship & Co: Braucht man einen Bewerbungs-Duden?

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 25. Oktober 2012 um 10:30

Bitte was? Diese Reaktion ist wohl keine Seltenheit, stöbert man in so manchen Jobanzeigen. Da ist dann die Rede von der gewünschten Hands on Mentalität, Entrepreneurship oder einem akademisch-ökonomischen Hintergrund. Doch was bedeuten all diese Begriffe und macht es überhaupt Sinn, sich für eine Stelle zu bewerben, bei dessen Anzeige man schon einen Duden braucht? Wer sich Gedanken über eine Stelle macht, ist schon im Vorteil, verrät karriere.-at-HR-Manager Thomas Olbrich.

Wenn ein Begriff mehrere Bedeutungen hat

HR-Manager Thomas Olbrich

HR-Manager Thomas Olbrich

„Begriffe wie die Hands-on-Mentalität, die das Zupacken meint, haben sich schon gut eingebürgert. Damit ist auch meistens dasselbe gemeint. Schwieriger wird es meiner Meinung nach bei Begriffen, die allgemein klingen, doch je nach Unternehmen etwas anderes meinen“, erklärt Olbrich. So können zwei Unternehmen etwa sehr andere Schwerpunkte setzen, wenn es um Begriffe wie Serviceorientierung oder Projektmanagement geht. „Die einen verstehen unter Projektmanagement Tätigkeiten vom Projektplan selbst bin hin zur Budgeterstellung. Andere wiederum meinen damit methodisches Arbeiten.“

Gedanken über die Anzeige freuen immer

„Für mich kommt es stark darauf an, sich Gedanken zu machen, was ein Unternehmen mit den Bezeichnungen meinen könnte. Ich freue mich immer, wenn ich das bei Bewerbern feststelle“, so der HR-Manager. Er rät dazu, sich die jeweilige Stellenausschreibung immer dahingehend zu durchdenken, was das Unternehmen damit meinen könnte. Wichtig ist hierfür ein Einblick in das Unternehmen. Im Zweifelsfall rät er dazu, selbst nachzufragen, was genau gemeint ist.  Zudem: „Es kommt immer gut, wenn man im Bewerbungsgespräch Fragen zum Job, und nicht nur zu den Rahmenbedingungen stellt.“

„Einige Jobtitel führen in die Irre“

So wie übrigens Anforderungen an die Bewerber oft verschieden ausgelegt werden können bzw. gemeint sind, können auch so manche Jobtitel in die Irre führen. Man sollte versuchen, sich nicht verunsichern zu lassen, rät Olbrich. Oft werden Jobbezeichnungen deshalb gewählt, weil sie eben so im Organigramm stehen. Ob diese wirklich passend sind, sei dahin gestellt. Auch hier gilt jedoch nachfragen bzw. durchdenken.

Kleines ABC im Inserate-Dschungel

Als kleine Hilfe zum Entziffern von Stelleninseraten haben wir den Versuch eines Bewerbungs-Dudens gestartet. Dieser ist freilich nicht vollständig und kann gerne erweitert werden.

  • Hands-on-Mentalität: Leitet sich aus dem englischen hands-on ab und bedeutet übersetzt so viel wie praktisch. Gemeint ist damit also nichts anderes als Zupack-Qualität – sprich: das Anpacken, wenn es nötig ist.
  • Entrepreneurship: Klingt toll, ist es auch. Bedeutet nichts anderes als Unternehmergeist.
  • Weltoffen und dynamisch: Frei übersetzt heißt dies Lernbereit, offen für Neues, neugierig, interessiert und dabei schnell in der Auffassungsgabe und begeisterungsfähig.
  • Zielorientierte Persönlichkeit: Ebenso frei übersetzt ist damit kein Jäger gemeint, sondern jemand, der auf ein Ziel hinarbeiten kann – und dies zielstrebig und straight.
  • Ausgeprägte moderative Kompetenz: Personen, die dies sind, sind Mediationstalente, können zwischen Gruppen vermitteln und sind absolut wichtig für ein gutes Teamgefüge.
  • Proaktives Handeln: Gemeint ist damit initiatives Handeln, welches keine Reaktion auf das Handeln anderer ist, sondern das eigene Handeln.

Bildnachweis: connel / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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