Gutes Englisch: „Früher ein Nice to have, heute in vielen Berufen Pflicht“

von in Arbeitsleben, Bewerbung am Dienstag, 24. Juli 2012 um 11:05

Meetings sind ja grundsätzlich kein Problem. Ebensowenig wie Telefonate oder Konferenzen. Wenn es dann aber heißt, „in English, please“, steigt bei dem einen oder anderen unweigerlich der Puls. Das Schulenglisch ist eingerostet und war vielleicht nie besonders gut – durch Internationalisierung, Expatriates & Co. wird die Fähigkeit, die eigene Firma auch per Fremdsprache vertreten zu können, immer wichtiger. Nicht selten wird „verhandlungssicheres Englisch“ von Bewerbern verlangt.

Verena Ganzert, EF

Verena Ganzert, EF

„Früher war es ein nice to have, gut Englisch zu können. In vielen Berufen wird es heute aber als selbstverständlich vorausgesetzt„, erklärt Verena Ganzert von EF Sprachreisen. Der Anbieter internationaler Bildungsprogramme verzeichnet derzeit ein Wachstum von 20 Prozent im Erwachsenenbereich – dieser wächst somit stärker als der Jugendbereich. „Der typische Kunde ist zwischen 19 und 23 Jahre alt, die Gruppe ab 25 wächst durch die Bildungskarenzler jedoch stark an“, vermutet Ganzert als Ursache für diesen Trend die wirtschaftliche Entwicklung.

Wenn der Mut fehlt, in Meetings zu „talken“

Viele der erwachsenen Kursteilnehmer haben noch wenig Auslandserfahrung, die meisten auch kein Auslandssemester absolviert. Die Sprache für den Job bzw. berufliche Zwecke steht bei ihnen eindeutig im Vordergrund. „Ein Teilnehmer sagte zu mir, dass er sich trauen will, in englischsprachigen Meetings mitzureden und das flüssig und selbstsicher“, berichtet Ganzert. Ebenso wichtig für Job und Leben empfindet sie das interkulturelle Know How, welches die Teilnehmer durch ihr Gastland und die anderen Teilnehmer mitbekommen würden.

USA und die Weltreise mit Sprachkurs

Zum Gastland: Am beliebtesten sind nach wie vor die USA, fast die Hälfte aller EF-Teilnehmer zieht es dorthin. „Besonders bei Bildungskarenzlern ist auch das Multisprachenjahr beliebt. Dieses kann man am besten als Weltreise mit Sprachkurs bezeichnen, wo es neben Englisch auch um weitere Sprachen geht.“ Zurück zum spannenden Thema Bildungskarenz: Das besondere an dieser ist, dass sie eine – in Österreich seltene – Möglichkeit darstellt, wie Bildung im Ausland gefördert wird. Die Vorausstezungen sind gleich wie für die Bildungskarenz im Inland, die schwierigste Hürde ist, so Ganzert, das Ja vom Arbeitgeber.

Privatwirtschaft und Technik

Der typische Bildungskarenzler ist übrigens zwischen 25 und 30 Jahre alt, die meisten kommen aus der Privatwirtschaft oder haben einen technischen Background. „Wir beobachten, dass viele den Auslandsaufenthalt auch als Auszeit und Möglichkeit der Umorientierung sehen“, so Ganzert. Hauptklientel für das so genannte Gap Year sind übrigens Maturanten, die sich fernab von Heimat und Familie einen Plan fürs Leben schaffen wollen.

Fotonachweis: Colourbox, EF

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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