Guerilla Bewerbung olé!: So ziehen Sie die Aufmerksamkeit ihres Wunsch-Arbeitgebers auf sich!

von in Bewerbung, Social am Donnerstag, 4. November 2010 um 11:57

Wenn sonst nichts mehr hilft … gibt es ja immerhin noch die gute, alte Guerilla-Taktik. Auch beim Bewerben. Wer genug davon hat, über Wochen hunderte, perfekte Schema-F-Bewerbungsschreiben auf den Weg zu schicken, um maximal wohlwollende Absagen zu bekommen, sollte sich schön langsam Alternativen überlegen. Zugegeben, Guerilla-Bewerbungen sind nicht Jedermanns Sache. Ein Blick über die Grenzen ins Reich des scheinbar Unmöglichen lohnt sich aber immer! Fünf Beispiele, wie man auf jeden Fall die Aufmerksamkeit des Wunsch-Unternehmens auf sich zieht.

Hallo Autofahrer – suche Job!

Alain Espinosa dürfte ziemlich verzweifelt gewesen sein. Nach anderthalb Jahren Arbeitslosigkeit und 600 erfolglosen Bewerbungsschreiben wagte der Ex-Manager aus der Autoindustrie etwas „ein bisschen Verrücktes“, wie er selbst sagt: Er mietete sich eine drei mal vier Meter große Plakatwand an einer vielbefahrenen Straße in seiner Heimatstadt Bordeaux. Rund 30.000 Autos passieren nun seit rund einer Woche seine Selbst-Anzeige mit Foto, Mailadresse und Handynummer. Effekt: Er bekam seitdem bereits einige interessante Anrufe – sogar aus seiner Region. Und da die Aktion bereits in den internationalen Medien Wellen schlägt, dürfte es nicht bei diesen bleiben.

Die erfolgreiche Plakat-Bewerbung

Ich will Tatort-Kommissar werden!

Michael Jägers Karrieretraum ist jener, den hunderte Jungschauspieler träumen: Als Tatort-Kommissar vor der Kamera zu stehen. Als er las, dass das Frankfurter Kommissaren-Duo aufhören werde, entschloss er sich zu einem Film. Natürlich, die Idee des Youtube-Clips ist nicht unbedingt neu und mittlerweile auch nicht mehr herausragend originell (hier muss man aus aktuellem Anlass einfach auf eine Story auf Mashable verweisen). Doch auch im Personal Branding muss man nicht immer das Rad neu erfinden, um sich selbst perfekt zu präsentieren. Sehen Sie selbst!

Vergiss Jobbörsen – ich hab Google Adwords!

Creative Director zu sein war Alec Brownsteins Karriereziel. Doch wie dorthin kommen, wo eine Guerilla-Bewerbung, die hierzulande ein branchenübergreifendes „Wow“ verursachen würde, nicht einmal dem Hausmeister ein „Gähn“ hervorlockt? – Mit GoogleAdWords. Brownstein nutzte die Eitelkeit der Agentur-Bosse, die sich, wie jeder andere auch, in regelmäßigen Abständen selbst googeln. Deren Namen wählte der Kreativo als Keyword… Der Rest ist klar: Auf Platz eins der Suchergebnisse zu dem eingegebenen Namen erschien der Text “Gooogling yourself is a lot of fun. Hiring me is fun, too.” Und der Link auf seine Website. Ergebnis der 6 Dollar teuren (!) Kampagne: Vier Einladungen zum Vorstellungsgespräch, zwei Jobangebote, ein Job bei einer führenden Agentur und mehrere Kreativ-Awards. Über die Kampagne gibt es auch ein ganz lustiges Kurzfilmchen: „The Google Job Experiment“.

Wer braucht Google – ich bin Google!

Begnadete Selbstdarstellungsgabe muss man auch dem Spanier Vivier Valentin zugestehen: Er baute seine Bewerbungsseite als 1:1 Google-Nachbau auf und versah die „Suchergebnisse“ mit seinen relevanten Daten. Einfach genial. Genial einfach. Am besten einfach selbst anschauen – hier ein Screenshot von Valentins Site.

Meine Frau will, dass ich mich hier bewerbe!

Wahrscheinlich mehr Aufmerksamkeit als ihm lieb war, erreichte folgender Herr mit seinem absolut unmotivierten Bewerbungsschreiben, das nicht nur den Adressaten des Schreibens, sondern auch der gesamten deutschsprachigen HR-Bloggerschaft ein Lächeln auf die Lippen zauberte. Lesen Sie, staunen Sie, und merken Sie sich: Reden Sie sich nicht auf Ihre Frau aus, wenn Sie einen Job nicht wollen! Hier geht’s zum Bewerberblog-Artikel.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.