Die Arbeitswelt der Frau S.: Das Gräuel mit den Bewerbungsschreiben

von in Bewerbung am Mittwoch, 26. September 2012 um 12:14

Wer hat es nicht schon mal abschicken müssen – das Bewerbungsschreiben. Für viele ein wahres Gräuel. Niemand kann es wirklich leiden, gemacht gehört es trotzdem. Gut, über dieses Thema ist natürlich schon eine Menge geschrieben worden. Dennoch: An der richtigen Bewerbung kommt niemand vorbei und vor allem was tun wenn bereits Absage Nr. 27 ins Haus geflattert ist? Vielleicht sollte man da einfach mal was Neues ausprobieren.

Eine Gastkolumne von Sandra Gortva

0815-Bewerbungschreiben

Natürlich kommt es immer drauf an wo man sich bewirbt. Dennoch etwas mehr Kreativität darf es gerne mal sein. Das fängt schon beim Einstiegstext an. So nach dem Motto: „Da ich mich für diese und jene Branche interessiere, möchte ich mich gerne bei ihnen als ….. bewerben.“ Später kommt noch eine ganze Auflistung von persönlichen Stärken wie Teamfähigkeit, Pünktlichkeit, Motivation etc. Manche halten dies ziemlich kurz, andere wiederum schreiben schon fast romanartige Aufsätze. Ich halte es da lieber mit etwas mehr Persönlichkeit und Individualität. Denn spätestens nach der 10. Bewerbung mit dem gleichen Text ist derjenige der sich für Bewerber entscheiden muss definitiv gelangweilt. Und sind wir uns mal ehrlich, wer schreibt denn schon in seine Bewerbung rein, dass er unpünktlich ist und eigentlich gar keine Lust auf den Job hat? Wer also den Job wirklich will, muss sich etwas überlegen um aufzufallen.

Nur Mut und einfach mal ein paar kleine Akzente setzen

Wie also das anstellen. Am besten schon mal im Einstiegstext. Anstatt dem üblichen Blabla einfach mal ausprobieren mit großer Schrift und einem einleitenden Satz: „Schreiben ist das was ich will! (Absatz) Wenn sie jetzt wollen, dass ich auch für Sie in Zukunft schreibe…..“ usw. oder vielleicht mal so: „Sie suchen eine Verkäuferin? Perfekt, denn Verkaufen ist meine Leidenschaft…..“ usw. Hier ist noch eine Menge Platz für eigene Ideen.

Aber aufgepasst. Nicht für jede Branche eignet sich ein „außergewöhnliches“ Bewerbungsschreiben. Wer sich für einen leitenden Posten bewirbt, sollte mit zu viel Humor oder lässigen Sprüchen doch etwas vorsichtiger sein. Trotzdem, wer Bewerbungen schreibt sollte sich eher kurz als lang halten, denn niemand hat wirklich die Zeit dazu alles genau zu lesen. Man sollte sich interessant machen, das reinschreiben was einem vielleicht von anderen abhebt. Wer gerne mit Zahlen arbeitet, darf auch einfach mal artikulieren, dass er die Welt der Zahlen liebt und nicht nur angeben „dass er sehr genau arbeitet“. Statt „ich interessiere mich für Mode“ einfach mal sagen wie es ist „Mode ist nicht nur meine Leidenschaft, ich lebe sie auch täglich aus“. Man kann auch auf andere Art und Weise Botschaften vermitteln. Sie müssen nicht immer 0815 und staubtrocken sein.

Bewerbungsfotos – auch hier ist Individualität gefragt

Auch beim Bewerbungsfoto muss es nicht immer gleich jenes im Konfirmanden-Anzug sein. Wer sich z.B. bei einem Sportartikel-Hersteller im Verkauf bewirbt, kann sich durchaus im sportlichen Look präsentieren. Wenn es sich um einen Posten handelt, der definitiv Anzug oder eben Business-Mode verlangt, dann einfach auch mal darauf achten, dass es nicht wie ein Auszug aus einem Strafregister wirkt. Lächeln auf dem Foto ist vollkommen in Ordnung. Ach ja und vielleicht auch mal auf den Hintergrund achten. Man muss sich ja nicht gleich in den nächsten Busch schmeißen um etwas Farbe ins Foto zu bekommen, aber die typisch weiß-gräuliche Wohnzimmerwand muss es auch nicht unbedingt sein.

Kurze Zusammenfassung

Bewerbungen schreiben ist bestimmt nicht jedermanns Sache und jede Firma verlangt etwas anderes von seinen Bewerbern. Dennoch sollte man versuchen mal etwas anderes schreiben. Kurz und soweit informativ, dass der vielleicht zukünftige Chef zumindest schon mal interessiert ist zu sehen, wer sich hinter dieser etwas anderen Bewerbung verbirgt und zu einem Bewerbungsgespräch einlädt. Denn das ist schon mal die halbe Miete. Vor allem jenen, die schon eine ganze Zeit lang mit Absagen abgespeist worden sind, würde ich dazu raten, einfach mal eine etwas andere Bewerbung aufzusetzen. Wer weiß, vielleicht klappts dann diesmal. Ich wünsche auf jeden Fall schon mal viel Erfolg und nicht vergessen, jeder von uns hat etwas was er besonders gut kann und was ein anderer braucht!

Über die Autorin:

Man könnte mich als Globetrotterin der Arbeitswelt bezeichnen. Die verschiedensten Wege bin ich bereits gegangen und unterschiedlichste Jobs sowie Job-Positionen haben meine berufliche Reise geprägt. Manch einer wird sich deswegen bestimmt in der einen oder anderen Geschichte wiederfinden. Wenn nicht, dann vielleicht zumindest den einen oder anderen Tipp und Trick für seinen Weg mitnehmen können. Die Welt der Arbeit mal von verschiedenen Seiten beleuchtet. Mittendrin und voll dabei lautet bei mir das Motto (auch in meinem Blog: santown’s blog). Viel Spaß beim Eintauchen in die Arbeitswelt der Frau S.!

Fotonachweis: zettberlin / photocase.com

Redaktion

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