Wenn Google zu viel weiß – Tipps gegen ungeliebte Suchergebnisse

von in Bewerbung, Jobsuche, Social am Mittwoch, 5. Januar 2011 um 11:25

Jeder tut es. Jemand anderen googeln. Schnell einmal schauen, was der Arbeitskollege so in seiner Freizeit macht. Was findet sich eigentlich über meinen Cousin? Und warum gräbt Google gerade die Uralt-Infos aus, die eigentlich schon lange keinen mehr interessieren? Wer sich in der Online-Welt bewegt, hinterlässt Spuren. Und diese Spuren sind oft gerade für jene interessant, die diese eigentlich nicht sehen dürften. Personalchefs zum Beispiel. Daher: Das kleine Einmaleins des persönlichen Google-Facelifts.

Jeder zweite Personalverantwortliche checkt laut karriere.at-Onlineumfrage seine Bewerber auf jeden Fall auf seine Web-Identität ab. Weitere 18 Prozent tun dies abhängig vom Jobprofil.

Doch nicht nur wenn es um Bewerbungen geht, sollte man ein Auge auf seine Suchmaschinen-Speisekarte haben: Wer will schon, dass der Arbeitskollege alles weiß, was man partymäßig vor Jahren verbrochen hat? Eben.

Der systematische Online-Facelift

Ganz zu Beginn:
Machen Sie sich eine Liste mit allen ihren Accounts, die Sie im Netz in den letzten Jahren angelegt haben. Von Facebook über Myspace bis hin zu diversen Fotocommunitys. Alles. Nutzen Sie dafür auch Ihre Freemail-Konten, die Sie im Lauf der Jahre angelegt haben, um eben für diverse Plattformen auch „anonym“ an vergessene Passwörter zu kommen. Sie werden dort – sofern die Postfächer noch aktiv sind, möglicherweise auch über Newsletter und Reminder von Communitys stolpern, von denen Sie glauben, diese nie benutzt zu haben.

Als nächstes:
Beginnen Sie das Netz systematisch abzugrasen. Nicht nur mittels der „klassischen“ Google-Websuche. Checken Sie auch, was unter „News“ über Sie zu finden ist, was die Bildersuche ausspuckt und so weiter. Auf Google sollte man sich jedenfalls nicht beschränken: Kollege Bernhard Lehner hat im Sommer eine Liste mit den wichtigsten Werkzeugen fürs persönliche Reputation Management zusammengestellt. Klappern Sie die Tools nacheinander ab. Sie werden immer wieder auf neue Fundstücke stoßen. Auch auf zusätzliche Accounts, die Sie beim vorangegangenen Schritt vergessen haben.

Werden Sie aktiv:
Beginnen Sie mit den einfachsten Dingen, die Sie ändern können. Wenn Sie Seiten selbst gestaltet haben, können Sie diese auch zu Ihren Gunsten verändern oder Dinge herauslöschen, die Ihnen unangenehm sind. Das Manko beim bloßen Herauslöschen: Google wird einige Zeit brauchen, bis es die ungeliebten Informationen aus seinem Cache gelöscht haben wird. Daher: Besser Updaten und die Seite nach Ihren aktuellen Vorstellungen neu machen. Darauf werden sich die Google-Suchroboter (hoffentlich) stürzen und (hoffentlich) den alten Inhalt durch den neuen ersetzen.

Mut zum Abmelden:
Wenn Sie über Jahre vergessene Accounts finden, die Sie nie wieder verwendet haben: Stillegen, Abmelden, Löschen. Dasselbe gilt für Newsletter-Services, die Ihnen nur die Mailboxen zumüllen.

Wenn selbst löschen und updaten nicht geht:
Wurden im Laufe der Jahre von anderen ungewünschte Informationen über Sie verbreitet, können Sie entweder darauf hoffen, dass Sie den Urheber oder Administrator der betreffenden Seite kennen, oder die Person ausfindig machen und ihn davon überzeugen, die Infos über Sie zu korrigieren oder zu löschen.

Wenn auch das nicht mehr hilft – gehen Sie in die Offensive:
Soll heißen: Sie versuchen, den ungeliebten Content mit neuem, selbstgestaltetem zuzudecken, der dann in den Suchmaschinen auf vorderen Plätzen rankt. Die Negativ-Infos werden dadurch immer weiter in die hinteren Reihen verschoben. Das ist zwar aufwändig, aber durchaus effektiv. Kein Personalchef hat Zeit und Lust, 24 Ergebnisseiten mit ihrem Namen durchzuklicken.
Die Mittel für Ihre Google-Offensive sind vielfältig. Einige Möglichkeiten:

  • Schreiben Sie Blogposts
  • Kommentieren Sie ausgewählte Posts (beispielsweise in fachspezifischen Blogs Ihrer Branche) – im Idealfall Beiträge auf Seiten, die hohe Relevanz haben.
  • Versuchen Sie, als Gastautor auf populären Seiten Beiträge zu verfassen.
  • Laden Sie positive, für Sie „nützliche“ Inhalte (Videos, Seminararbeiten, Präsentationen etc.) auf einschlägigen Plattformen hoch.

Achten Sie auf Qualität:
Wenn Sie negative Informationen über Sie wie im letzten Punkt beschrieben in die Versenkung schicken möchten, sollten Sie unbedingt auf folgendes achten: Tun Sie dies mithilfe von Seiten, die nach Google-Verständnis „qualitativ besser“ sind als jene, die Sie bei den Suchergebnissen zurückreihen wollen. Googles Maßstäbe für die Qualität von Seiten und somit der Rang den es diesen in den Suchergebnissen gibt, sind vereinfacht gesagt: Glaubwürdigkeit und Popularität. Aus praktischer Sicht: Einen Artikel über Sie im Online-Auftritt  einer großen Tageszeitung können Sie weit schwerer unsichtbar machen, als den Post eines Amateur-Bloggers auf dessen privater Seite.

Wenn das alles nichts mehr bringt:
Werden Sie zum Experten für SEO (Search Engine Optimisation) und lernen Sie, wie Google tickt. Oder fragen Sie einen SEO-Profi an, der das für Sie erledigt.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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