Goldener Käfig? – Verheiratete Männer verdienen mehr [Studie]

von in Arbeitsmarkt, Gehalt am Freitag, 29. Juli 2011 um 11:34

Sie sind männlich, berufstätig und verheiratet? Gratulation! Sie erfüllen somit alle Voraussetzungen für ein besseres Einkommen. Eine aktuelle amerikanische Studie zum Thema Ehe, Leistungsfähigkeit und Einkommen bestätigt: Verheiratete Männer verdienen deutlich mehr als ihre unverheirateten Kollegen und das bei gleicher Leistung und Qualifikation! Bei diesen Ergebnissen erscheint Heirat doch gleich viel reizvoller.

Pünktlich zum Wochenende traf in der Karriere.at-Redaktion noch eine interessante Studie ein, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen. Francesca Cornaglia von der Londoner Queen Mary Universität und Dr. Naomi E. Feldman von der israelischen Ben-Gurion Universität fanden anhand des Einkommens von 5.000 US-amerikanischen Profi-Baseballspielern heraus, dass verheiratete Spieler bis zu 16 Prozent mehr verdienen als ihre unverheirateten Spielerkollegen. Dies gilt jedoch nur für jene Spieler, die zum besten Drittel gehören. Die Differenz ist beachtlich: Verheiratete Profis verdienen im Schnitt 4,3 Millionen US-Dollar jährlich, während sich deren Single-Kollegen mit ca. 690.000 US-Dollar weniger pro Jahr begnügen müssen. Bei den beiden leistungsschwächeren Dritteln hingegen kann kein positiver Effekt festgestellt werden. Scheitert die Studie hier also schon?

Mehr Siege mit Ehemännern

Nein, sagen die beiden Forscherinnen. Der Grund für die höheren Gehälter der Top-Spieler ist der Erfolg, den sie für ihre Mannschaften erzielen. Hier spricht die Ligastatistik für sich: Teams mit überdurchschnittlich vielen Verheirateten gewannen signifikant häufiger ihre Spiele. Die schlechteren Spieler können diese Spielerfolge nicht aufweisen und fallen daher auch nicht in den signifikanten Teil der Studie.

Außerhalb des Stadions lassen sich die Ergebnisse der Studie an Geschäftsführern, Firmenpartnern, Politikern oder Managern anwenden, sagen die Forscherinnen. Diese Berufsgruppen weisen Parallelen zu den Profisportlern auf. Lange Arbeitszeiten, harte Wettbewerbe und zahlreiche Reisen sind Aufgaben, mit denen sowohl Sportler als auch Geschäftsleute fertig werden müssen. „Wir nehmen an, dass die Ehe die Stabilität und die Verlässlichkeit von Männern im Beruf erhöht“, erklären Cornaglia und Feldman in einem Interview. Demnach sind Ehemänner also die besseren Teamplayer.
Die Rolle der Ehefrau wird in der Studie kaum erwähnt. Allein die naheliegende Interpretation, Männer würden ihre Leistung nach einer Hochzeit steigern, weil ihre Ehefrauen ihnen zu Hause den Rücken frei halten, konnten die Forscherinnen widerlegen.

Ist Kompetenz nebensächlich?

Sind Sie der Meinung, dass der Familienstand etwas über die Qualifikation einer Person im Beruf aussagt? Wird Kompetenz tatsächlich mit dem Ehestand erworben, oder ist diese bereits davor vorhanden? Was denken Sie darüber, posten Sie uns Ihre Erfahrungen oder Ansichten!

Redaktion

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren