Söldner, Superstar, Sklave: Wie glücklich bist du im Job?

von in Arbeitsleben, HR am Montag, 9. Mai 2016 um 10:36

Viele Dinge spielen eine Rolle, wenn es um die Frage geht: Wie glücklich bist du in deinem Job? Generell lassen sich alle Faktoren in zwei Gruppen einteilen: Materielle und immaterielle Dinge. Geld, Kollegen, Arbeitsatmosphäre: Wie happy Arbeitnehmer sind und in welchen Rollen sie sich selbst sehen, das hat die Umfrage „Glücklicher im Beruf“ herausgefunden.

Wie glücklich oder unglücklich ein Job macht, hängt von vielen Faktoren ab: Vom Gehalt, den Kollegen, den Führungskräften und der Tätigkeit selbst. Was Arbeitnehmer glücklich macht, hat eine Studie erfragt. Durchgeführt wurde sie von Martin-Niels Däfler (FOM Hochschule Frankfurt/Main) gemeinsam mit dem Social Media Recruiting Experten Ralph Dannhäuser als Grundlage für ihr Buch „Glücklicher im Beruf“ . Befragt wurden mehr als 1.500 deutsche Arbeitnehmer.

Ich war jung und brauchte das Geld

Abgefragt wurde, wie happy die Arbeitnehmer mit ihrem Job in materieller und immaterieller Hinsicht sind. Kernergebnis der Studie: Zwei Drittel aller Arbeitnehmer sind nicht glücklich in ihrem Job. Dabei liegt es oft nicht am Geld: „Es hapert vor allem an der Atmosphäre am Arbeitsplatz. Dies zeigen nicht nur die Zahlen, sondern vor allem die Angaben, die bei den Freitextantworten gegeben wurden. Insbesondere die Verhaltensweise des direkten Vorgesetzten wird kritisiert“, erklärt Studienautor Martin-Niels Däfler.  Die Ergebnisse im Detail:

  • Frauen sind etwas unzufriedener als Männer – sowohl in materieller, als auch in immaterieller Hinsicht.
  • Mit ihrem Gehalt am zufriedensten sind jene, die über Matura- oder Studienabschluss verfügen.
  • Arbeitnehmer zwischen 26 und 35 Jahren sind schwer zufriedenzustellen: das betrifft ihr Gehalt und immaterielle Faktoren.
  • Mitarbeiter über 55 Jahren klagen am wenigsten: Sie sind mit Geld und Arbeitsumfeld am zufriedensten.
  • Am zufriedensten sind Berufstätige, die länger als fünf Jahre in ihrem Job tätig sind.

Anhand der beiden Kategorien Vergütung und nicht monetäre Faktoren, haben die Studienautoren vier Typen identifiziert:

Der Söldner

Für diesen Arbeitnehmer stimmt nur das Geld. Die Bezahlung ist sehr gut oder gut, es stehen genügend Urlaubstage zur Verfügung und vielleicht sogar ein Firmenwagen. Sein Tätigkeitsbereich stellt den Söldner allerdings nicht zufrieden: Er steht mit einem Bein entweder im Bore-out oder schrammt knapp am Burn-out vorbei. Die Kollegen hält er für entbehrlich, für seine Führungskraft hat er ebenfalls nicht viel übrig. 18 Prozent der Befragten stufen sich in dieser Kategorie ein.

Der Surflehrer

Dieser Typ surft durch paradiesische Arbeitstage. Er mag seine Kollegen, arbeitet mit netten Kunden und versteht sich auch mit seinem Chef prima. Seine Aufgabe macht ihm Spaß, er geht gerne zur Arbeit. Einziger Haken: die Bezahlung. Sie liegt im unteren Durchschnitt und von Benefits kann ein Surflehrer meist nur träumen. 13 Prozent der befragten Arbeitnehmer sind „Surflehrer“.

Der Superstar

Jackpot! Für diese Arbeitnehmer stimmt im Job einfach alles – bestenfalls Kleinigkeiten stören ihr Bild von der idealen Arbeit. Die Superstars der Arbeitswelt sind mit ihrem Gehalt äußerst zufrieden, haben spannende Aufgaben und sind für Arbeitgeber tätig, die sich durch eine positive Unternehmenskultur auszeichnen. Ganze 37 Prozent der Befragten sind mit materiellen und immateriellen Faktoren ihres Jobs zufrieden.

Der Sklave

Der Typ „Sklave“ hätte lieber heute als morgen einen neuen Job. Er  wird mies bezahlt, hat unmögliche Arbeitszeiten und steht ständig unter Druck. Zum Stress kommen oft noch undankbare oder langweilige Arbeitsaufgaben sowie ein cholerischer Chef dazu. 25 Prozent stufen sich als „Sklave“ ein.

Und der Rest? 7 Prozent lassen sich nicht genau einer Kategorie zuordnen, weil sie bei beiden Dimensionen mit „mal zufrieden / mal unzufrieden“ geantwortet haben.

Love it, change it or leave it: Glücklicher im Beruf

Studienautor Ralph Dannhäuser meint zu den Ergebnissen: „Erfreulich ist, dass ungefähr ein Drittel der Berufstätigen rundum zufrieden im Job ist. Andererseits heißt das aber auch, dass zwei Drittel eben nicht glücklich sind.“ Je nachdem, aus welchen Gründen man im Job frustriert ist, schlagen die Studienautoren andere Lösungsansätze vor. Laut Däfler ist für mehr Happiness im Job oft nur etwas Mut erforderlich:  „Es mag banal klingen, doch es ist meistens der beste und einfachste Weg: Offen ansprechen, was am meisten stört. Häufig trauen wir uns jedoch nicht, heikle Dinge zu thematisieren. Lieber frisst man seinen Ärger in sich hinein, statt in die Offensive zu gehen. Sofern man aber tatsächlich den Mut gefasst hat, wird man in aller Regel feststellen, dass es gar nicht so schlimm war.“ Übrigens: Arbeitnehmern, die sich selbst als „Sklave“ einstufen, raten Dannhäuser und Däfler zur Exit-Strategie: Raus aus dem Job!

Bildnachweis: SFIO CRACHO / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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