Gesundheitsberufe: Der Kampf um High Potentials

von in Arbeitsmarkt, HR am Donnerstag, 14. Juni 2012 um 10:43

Wie sie die geeigneten Mitarbeiter für ihre Schlüsselpositionen finden – diese Frage fordert Unternehmen in der Gesundheitsbranche 2012 am stärksten heraus. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Trendstudie der Managementberatung Kienbaum. Rund 300 Geschäftsführer und Personalverantwortliche großer Unternehmen aus den Branchen Krankenhaus, Medizinprodukte und Pharmazie hat Kienbaum dazu befragt. Das Ergebnis: Für knapp die Hälfte der Personalverantwortlichen ist das Finden von Gesundheits-Spezialisten ein Problem.

Probleme in jedem zweiten Unternehmen geortet

„Das Personal ist in der Gesundheitswirtschaft schon heute der zentrale erfolgskritische Faktor. Deshalb wächst in den Firmen das Bewusstsein, dass die professionelle Rekrutierung geeigneter Mitarbeiter für die wichtigsten Positionen eine zentrale Voraussetzung für nachhaltigen unternehmerischen Erfolg ist“, sagt Alexander Mischner, Berater bei Kienbaum Executive Search. Der viel diskutierte und nicht selten angezweifelte Fachkräftemangel erschwert die Gewinnung von Topmitarbeitern in Unternehmen der Gesundheitsbranche zusätzlich, so der Grundtenor der Studie. Fakt ist: Rund die Hälfte der von Kienbaum befragten Personalverantwortlichen gibt an, dass sich der Mangel an geeigneten Fachkräften in ihrem Unternehmen stark oder eher stark bemerkbar macht. Lediglich zwölf Prozent der Unternehmen sind davon eher schwach betroffen.

Berufserfahrung als Mangelware

Die größten Schwierigkeiten haben die Unternehmen bei der Rekrutierung von Fachpersonal mit mehr als fünf Jahren Berufserfahrung: Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) bewertet die Gewinnung erfahrener Mitarbeiter als schwierig. Und die Zukunftsaussichten, da sind sich die Befragten fast einig, werden alles andere als rosig wahrgenommen. 91 Prozent gehen davon aus, dass es für ihre Firma in fünf Jahren noch schwerer sein wird, geeignetes Personal zu finden.

Verschärfte Personalsuche in Online-Jobbörsen

Um im Wettkampf um die High Potentials bessere Karten zu haben, ergreifen die Unternehmen der Gesundheitswirtschaft vielfältige Maßnahmen: Zu den gängigen Rekrutierungsinstrumenten gehören immer mehr Anzeigen auf der eigenen Firmen-Website mit 98 Prozent und Stellenangebote in Online-Jobbörsen mit 79 Prozent. Auf externe Personaldienstleister greifen bislang nur zwölf Prozent der von Kienbaum befragten Personaler zurück.

Rekrutierung über die Landesgrenzen hinaus

Immer mehr Unternehmen der Healthcare-Branche schauen sich auch nach internationalen Bewerbern um: besonders der deutsche Arbeitsmarkt, so Kienbaum, scheint leergefegt. Zwar schätzen derzeit nur 17 Prozent der befragten Personalverantwortlichen die Rekrutierung von internationalem Personal als sehr wichtig oder wichtig sein, doch knapp die Hälfte prognostiziert, dass sie diesen Weg künftig einschlagen wird (müssen).

Attraktivität als Arbeitgeber wird aufpoliert

Um sich gegenüber Mitbewerbern abzuheben, setzen auch immer mehr Unternehmen auf die Steigerung ihrer Attraktivität als Arbeitgeber. 79 Prozent der Studienteilnehmer sind der Ansicht, dass die Bedeutung der Arbeitsattraktivität in Zukunft noch sehr wichtig werden wird. Nachholbedarf besteht auf diesem Feld eindeutig: 31 Prozent der Firmen haben sich zwar mit dem Thema beschäftigt, gaben jedoch an, noch keine konkreten Maßnahmen implementiert zu haben. Bevorzugtes Instrument zum Aufpolieren der Arbeitgeber sind derzeit Broschüren sowie spezielle Karriere-Websites.

Fotonachweis: Colourbox

 

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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