Gesundheit der Mitarbeiter ist keine Privatangelegenheit

von in HR am Freitag, 8. August 2014 um 10:19

„Gesunde Führung“ ist nicht nur als aktuelles Schlagwort, sondern auch als immer dringendere Herausforderung an Führungskräfte zu sehen. Was genau diese bedeutet und wo Wunsch und Wirklichkeit auseinanderklaffen, zeigt der aktuelle Hernstein Management Report. Eines sei vorweg verraten: Die Gesundheit der Mitarbeiter ist keine reine Privatangelegenheit (mehr).

So halten Chefs ihre Mitarbeiter gesund

Immer größer wird das Interesse der Arbeitgeber an der Gesundheit der Mitarbeiter – und das ist gut so. Vor allem die psychische Gesundheit rückt dabei, etwa auch durch Gesetzesnovellen, immer mehr in den Fokus. Wie groß ihr eigener Einfluss auf die Mitarbeitergesundheit ist, wissen viele der 1079 befragten Führungskräfte aus Deutschland und Österreich: Nicht weniger als zwei Drittel sind davon überzeugt, die Mitarbeitergesundheit  entscheidend beeinflussen zu können. Gefragt, wo sie die größten Einflussmöglichkeiten orten, wurden am häufigsten folgende Punkte genannt:

  • Anerkennung und Lob für gute Arbeit
  • Arbeitsauslastung und Arbeitsmenge steuern
  • Arbeitsplatzgestaltung und Arbeitsumfeld
  • Arbeitszeitgestaltung und Arbeitspläne unter Einbeziehung der Mitarbeiter
  • Einzelgespräche und Mitarbeitergespräche
  • Essen in der Kantine
  • Konfliktfreie Kollegenschaft
  • Ruhe- und Pausenzeiten ermöglichen und gegebenenfalls einfordern
  • Selbsthilfeangebote wie etwa Seminare zum Stressmanagement
  • Terminplanung ohne Zeitdruck
  • Kritikfähigkeit und Lösungsorientierung im Umgang mit Fehlern

Pausenfrei oder halbkrank ins Büro? Lieber nicht!

Pause im JobDass sie eine wichtige Vorbildfunktion haben, dessen sind sich die meisten Chefs sehr wohl bewusst. Arbeitet eine Führungskraft etwa nicht „pausenfrei“ durch oder schleppt sich halbkrank ins Büro, werden dies auch die Mitarbeiter eher nicht tun. Vorgesetzte, die selber gesund arbeiten, achten auch signifikant häufiger auf gesunde Führung, wie die Ergebnisse weiter zeigen. „Führungskräfte prägen durch ihre eigenen Werte und Verhalten entscheidend das Arbeitsumfeld von Mitarbeitern. Demzufolge sind auch die Einstellungen von Führungskräften rund um das Thema der gesunden Führung entscheidend für eine Umsetzung in der eigenen Führungsarbeit“, kommentiert Eva-Maria Ayberk, Hernstein-Leiterin, die Ergebnisse.

Psychische Gesundheit als zentrale Führungsaufgabe

Wer übrigens bei Gesundheit zuerst an das körperliche Wohl denkt, der irrt. Die psychische Gesundheit bzw. deren Erhaltung wird als eindeutig wesentlicher angesehen. Unter der körperlichen Gesundheit wird eher der Arbeitnehmerschutz vor Verletzungen verstanden, alles weitere fällt zunehmend in den privaten Bereich wie Bewegung, Sport und Ernährung. Bei der psychischen Gesundheit hingegen geht es unter anderem darum, chronischen bzw. ungesungen Stress zu vermeiden – und dass dies auch für Arbeitgeber immer wichtiger wird, ist logisch. Denn Themen wie etwa eine ausgewogene Work-Life-Balance sind nicht nur notwendig, sie werden auch immer aktiver von den Mitarbeitern angesprochen und eingefordert.

Ein Arbeitgeber tut also gut daran, sich hier aktiv und auch sichtbar damit auseinanderzusetzen. So wundert es nicht, dass 82 Prozent der befragten Führungskräfte es mittlerweile als zentrale Führungsaufgabe ansehen, auf die psychische Gesundheit der Mitarbeiter zu achten.

Bildnachweis: Nelosa /Quelle Shutterstock, Ollyy /Quelle Shutterstock

 

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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