Gesunde Ernährung im Büro: Sieben Essens-Mythen

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 4. April 2013 um 11:01

Die Osterfeiertage mit dazugehöriger Festessen- und Kuchenrallye sind absolviert. Der Alltag hat uns wieder. Geblieben ist aber oft ein leicht nagendes Gefühl und das Wissen, dass man sich eigentlich etwas gesünder ernähren sollte – auch am Arbeitsplatz. Doch nicht jede gut gemeinte Ambition führt ernährungstechnisch zum Erfolg, weiß Diätologin Erika Mittergeber. Sie räumt mit den gängigsten Ernährungs-Mythen im Büro-Alltag auf.

Mythos #1: Süßigkeiten verboten!

Nicht die Süßigkeiten sind das Problem sondern der Umgang damit. Wer neben der Arbeit pausenlos in die Naschlade greift, hat keinen Überblick über die Menge an Süßigkeiten, die er isst. Gegen bewusstes Naschen ist nichts einzuwenden. Das bedeutet: Vom Arbeitsplatz aufstehen, den Raum wechseln und seine süße Kleinigkeit mit vollem Genuss auf der Zunge zergehen lassen. Der beste Zeitpunkt zum Naschen ist nach dem Mittagessen.

Mythos #2: Gesunde Ernährung ist teuer und braucht viel Zeit.

Mit ein paar Tricks ist eine gesunde Ernährung weder teuer noch zeitintensiv. Möglichst wenige Fertiggerichte und verarbeitete Produkte einkaufen, dafür aber auf saisonales Angebot zurückgreifen, spart Geld. Eine Einkaufsliste erspart einem, dass Unnötiges in den Einkaufswagen wandert. Seinen Fleischkonsum auf drei Mal pro Woche zu reduzieren senkt ebenfalls die Lebensmittelkosten. Mit einem Saisonkalender (beispielsweise von der Umweltberatung oder von gesundheit.gv.at) hat man Überblick über das Angebot an frischem und meist günstigerem Obst und Gemüse.

Mythos #3: Einmal pro Tag „sündigen“ ist erlaubt.

Viele denken, ein schlechtes Essverhalten lässt sich mit besonders gesunden Lebensmitteln wieder gut machen. Unser Körper verzeiht zwar viele Ernährungssünden, merkt sie sich aber auch. Essen mit Köpfchen, bewusstes genießen, auf seine Hunger- und Sättigungssignale hören, ist sicher der gesündere Weg.

Mythos #4: Wer eine Mahlzeit täglich einspart, spart Kalorien und lebt gesünder.

Tatsächlich ist es eher so, dass Hunger und Stress durch unregelmäßiges Essen uns zu ungesunder, fetter und kalorienreicher Nahrung greifen lassen. Ständiges „snacking“ ist aber genauso ungünstig. Besser sind drei Mahlzeiten im Abstand von ca. fünf Stunden.

Mythos #5: Nudeln zu Mittag sind der ideale „leichte Snack“.

Die Sauce macht Nudeln oft zu einem richtig schweren Mittagessen. Ein Beispiel: die klassischen Spaghetti Carbonara bedeuten wegen des hohen Fettgehalts für unsere Verdauung Schwerstarbeit. Wer arbeitet, braucht seine Energie jedoch in Muskeln und Gehirn und nicht im Magen. Hier ist die Zubereitung das Um und Auf. Wer gerne Nudeln isst, sollte sie besser als Beilage zu einem Stück gegrillten Fleisch oder Fisch und dazu einen bunten Salat genießen. Die Kombination aus mager zubereitetem Fisch, den stärkereichen Nudeln und knackigem Salat sättigt gut und liefert dem Gehirn alles, was es an Nährstoffen zum arbeiten braucht.

Mythos #6: Je weniger Kaffee, desto besser.

Den schlechten Ruf der letzten Jahre hat Kaffee nicht verdient. Aktuelle Studien zeigen, dass Koffein die subjektive Aufmerksamkeit verbessert, die Konzentrationsfähigkeit verlängert, die Ermüdung verringert und motorische Fähigkeiten verbessert. Diese Effekte treten besonders deutlich bei moderaten Koffeindosen und bei Personen, die sich im Ermüdungszustand, wie dies zum Beispiel bei Schichtarbeitern der Fall ist, hervor. Gegen drei Tassen täglich ist in dieser Hinsicht also nichts einzuwenden.

Mythos #7: Traubenzucker gibt dem Körper einen Energieschub.

Wer Kopfarbeit leistet, braucht an Belastungsspitzen eine verlässliche Energieversorgung. Traubenzucker wirkt zu kurzfristig. Ein Snack in Form eines Fruchtjoghurts, Käsebrot mit Radieschen oder einfach eine Handvoll Studentenfutter sind sinnvollere Energielieferanten.

Erika Mittergeber, die Essperten

Zur Person:

Erika Mittergeber hat nach ihrer Ausbildung zur Diätologin in verschiedenen Krankenhäusern gearbeitet, zuletzt im Krankenhaus der Elisabethinen in Linz. Bereits 2004 wagte sie den Schritt in die Selbständigkeit und konnte mit ihrem Unternehmen die Essperten schon zahlreichen Menschen einen gesunden Lebensstil näher bringen. Selbst bewegungsbegeistert studierte sie an der Universität Salzburg „Health & Fitness“.

Bildnachweis: Auremar / Quelle Shutterstock, Karramba Production / Quelle Shutterstock, Stokkete / Quelle Shutterstock, die Essperten

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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