Gerüchteküche – CSI Schreibtisch ermittelt!

von in Arbeitsleben am Freitag, 20. Mai 2011 um 12:30

Gerüchte sind das Salz in der Suppe jedes Kollegen-Tratsches. Sicher, Wetter, Fußball und Urlaube können auch nette Themen sein. Wirklich interessant wird es doch aber erst, wenn das Thema auf  Arbeitskollegen umschwenkt. Eine neue Studie bringt nun ans Licht, dass die Ermittlungsergebnisse von „CSI Schreibtisch“ unsere Wahrnehmung anderer generell sehr stark beeinflussen: Brodelt die Gerüchteküche über einen Kollegen, wird dieser besonders genau beäugt.

Gerüchte wirken – nicht nur bei Promis

Von den beiden Herren oben haben Sie in den letzten Tagen oder Wochen doch sicher einiges gehört. Höchstwahrscheinlich aus der Yellow-Press, deren Hauptaufgabe es ja ist, Gerüchte aufzuschnappen, aufzublasen und zu verbreiten. Arnold Schwarzenegger ging mit seiner Haushälterin fremd. Und der coole Onkel Charlie Sheen verlor gerade deshalb seinen lukrativen Serienvertrag, weil er das tat, was er in der Sitcom auch verkörperte: Trinken, Drogen, Frauen. Was bei uns allen – als mehr oder weniger freiwillige – Empfänger dieser Botschaften passiert: Wir schärfen unser Sensorium für Menschen, über die wir Gerüchte wissen. Das gilt nicht nur für Promis, sondern auch für die nette Kollegin vom Schreibtisch nebenan.

„Gerüchte beeinflussen nicht nur, was wir bezüglich einer Person denken oder fühlen, sondern auch, inwieweit wir sie überhaupt erst wahrnehmen“, erklärt Sozialpsychologe Eric Anderson von der Northeastern University Boston die Ergebnisse seiner Studie, über die wissenschaft.de berichtet.

Negative Story – mehr Aufmerksamkeit

Das Experiment beruhte auf dem Phänomen der binokularen Rivalität: Hat man zwei Bilder gleichzeitig vor Augen, schenkt man jenem mehr Aufmerksamkeit, dem man stärkere Bedeutung zumisst. Im Versuch zeigte der Forscher seinen Probanden Fotos von Gesichtern und erzählte jeweils kleine Geschichten zu den einzelnen Personen. Diese basierten jeweils auf positiven, negativen oder neutralen Attributen.
Dann wurden den Teilnehmern jeweils das Foto eines bereits gesehen Gesichts gleichzeitig mit einem belanglosen anderen Bild vorgeführt. Und immer, wenn sie mit den Augen von einem zum nächsten Bild wechselten, mussten die Versuchskaninchen einen Alarm auslösen. Ergebnis: Jene Bilder zu denen man negative Geschichten kannte, wurden mit Abstand am längsten fokussiert.

Jeder kennt das aus eigener Erfahrung: Beobachten Sie einmal, wie lange in der Regel Gespräche über nicht so rund laufende Dinge im Job oder nervende Kollegen dauern. Sicher länger als jene, die sich über nette Kollegen oder funktionierende Prozesse drehen.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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