Crash der Generationen: Arbeitsmoral, Sprache, Standpunkte

von in HR am Mittwoch, 16. November 2011 um 11:55

Betonschädel versus Jungspund. Greenhorn versus Apparatschik. Arbeiten verschiedene Generationen zusammen, sind Spannungen meist vorprogrammiert: Keine Seite fühlt sich von der anderen wirklich ernst genommen. Jede Gruppe stößt mit ihren Ideen auf eine Front der Ablehnung. Doch warum? Eine Untersuchung ging dieser Thematik nun auf den Grund – warum klappt die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Altersgruppen so selten? Aber auch: Welche Chancen ergeben sich aus durchmischten Teams?

Jedes Unternehmen, das sich über einige Jahre hinweg etabliert hat, kennt das Problem: Irgendwann stoßen Generationen aufeinander. Jene, die „schon immer dabei“ sind, fühlen sich von den Neuen im Team plötzlich ideenmäßig überrumpelt. Die Gegenseite wiederum fühlt sich einfach nur aufgehalten – „Man könnte ja viel mehr machen! Aber Kollege XY sperrt sich ja dagegen!“ Zwar ein Konflikt-Klassiker, trotzdem ein Punkt, den Führungskräfte nicht nur als Geplänkel am Rande wahrnehmen sollten.

Denn dass Fachkräfte nicht vom Himmel fallen, weiß man. Dass Geburtenraten seit Jahrzehnten sinken ebenso. Nicht umsonst tauchen Begriffe wie Nachfolgeplanung, Diversity und Gesundheitsmanagement in den Tag-Clouds der HR-Abteilungen immer häufiger auf – auch wenn Untersuchungen immer wieder belegen, dass es sich dabei derzeit noch eher um „Schönwetterthemen“ im Bereich des Personalmanagements handeln dürfte. Themen wie diese werden künftig stärker an Beachtung gewinnen (müssen), keine Frage.

„Wir sprechen nicht die gleiche Sprache“

Eine Untersuchung des Personaldienstleisters Robert Half widmete sich mit seiner Workplace Survey dem Generationenthema im Ländervergleich (2.400 HR- und Finanzmanager wurden befragt). Worin sehen Unternehmen die größten Herausforderungen im Zusammenarbeiten der „Generationen X und Y“ sowie der „Babyboomer“?

Die Ergebnisse für Österreich:

  • 35 Prozent der Befragten sehen eine unterschiedliche Arbeitsmoral und die Einstellung zur Work-Life-Balance als problematisch.
  • 18 Prozent sehen verschiedene Kommunikationsstile als Hindernis und sagen: „Wir sprechen nicht die gleiche Sprache“.
  • Unterschiedliche Standpunkte und die daraus resultierende schwierige Entscheidungsfindung orten 16 Prozent.
  • Ein voneinander abweichendes Technologieveständnis zwischen den Generationen machen 13 Prozent aus.
  • Und 14 Prozent finden, dass Unterschiede beim Erfahrungsniveau zu Problemen führen.

Doch sehen die befragten Unternehmensvertreter durchaus auch die Chancen, die sich aus dem Generationenmix ergeben:

  • Fast die Hälfte (47 Prozent) glauben, dass unterschiedliche Erfahrungen eine große Bandbreite an Fachwissen ermöglichen.
  • 37 Prozent sind überzeugt, dass Generationenvielfalt zu einer Perspektivenvielfalt führt, von der das Unternehmen profitiert.
  • Und immerhin 13 Prozent sehen Potenzial in Mentoring-Möglichkeiten.

Die gesamte Studie „Viele Generationen – ein Team“ zum Download.

Bildnachweis: colourbox.com

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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