Die Wünsche und Sorgen der Generation Mobile

von in Arbeitsleben, HR am Mittwoch, 13. Mai 2015 um 10:35

Nicht ohne mein Smartphone! Mobile Geräte sind zu unseren ständigen Begleitern geworden – im Privatleben genauso wie im Beruf. Was die Nutzung von Smartphone & Co. betrifft, verwischen die Grenzen zwischer privater und beruflicher Nutzung immer mehr. Eine Studie hat jetzt die „Generation Mobile“ als neue Mitarbeitergruppierung ausgemacht und herausgefunden, dass die Nutzung mobiler Geräte mitunter Sorgen bereitet.

Wer ist die Generation Mobile?

Mobiltechnologie ermöglicht es, fast ständig online zu sein und Inhalte zu erstellen, zu teilen oder zu suchen. Welche Konsequenzen die ständige Erreichbarkeit in Job und Privatleben hat und welche Gefühle die Vermischung von Job und Privatleben auslöst, hat die Umfrage „Generation Mobile“ von MobileIron erforscht. Der starke Bezug auf Mobiltechnologien in Privat- und Berufsleben kennzeichnet eine neue Gruppe von Arbeitnehmern: Die Generation Mobile. Sie ist extrem stark vernetzt und wird am stärksten von Männern im Alter zwischen 18 und 34 Jahren und Personen mit Kindern unter 18 Jahren repräsentiert. Die „Gen M“ erledigt durchschnittlich über ein Viertel ihrer Arbeit (26 Prozent) auf Smartphones oder Tablets, verglichen mit 17 Prozent bei Nicht-Gen-M-Arbeitnehmern.

Was macht die Generation so besonders?

Die Generation M benutzt ihre mobilen Geräte nicht nur häufig, sondern ständig: Während des gesamten Tages werden berufliche und private Dinge auf Smartphone oder Tablet erledigt. Die Vermischung von Arbeits- und Privatleben als Folge des ständigen Einsatzes von Mobilgeräten, erzeugt bei einer Mehrzahl dieser Arbeitnehmer moralisches Unbehagen. Das so genannte „Shadow Tasking“ hat zur Folge, dass während der Arbeitszeit private Dinge und berufliche Aufgaben während der Freizeit erledigt werden.

  • 82 Prozent der befragten Studienteilnehmer gaben an, während der Arbeitszeit auf dem Mobiltelefon mindestens eine private Aufgabe zu erledigen.
  • 64 Prozent widmen sich während ihrer Freizeit täglich mindestens einmal ihrem Job und nutzen dazu das Smartphone.

Schlechtes Gewissen durch „Shadow Tasking“

Die Möglichkeit, private Dinge auch während der Arbeitszeit erledigen zu können, ist für die Generation Mobile extrem wichtig. 60 Prozent würden ihre Stelle sogar kündigen, wenn ihnen der Arbeitgeber diese Flexibilität nicht bieten würde. Großer Wert wird auf Datenschutz gelegt. Hätte der Arbeitgeber Zugriff auf private E-Mails, Fotos oder Texte, würden 29 Prozent der Befragten ihre Stelle kündigen. Trotzdem bereitet „Shadow Tasking“ vielen ein schlechtes Gewissen: Das Empfangen beruflicher Nachrichten nach Feierabend oder am Wochenende bereitet genauso Unbehagen, wie die Bearbeitung privater Tasks im Job.

Woher kommt das schlechte Gewissen der Generation M?

Mobiltechnologien haben verändert, wann und wie wir kommunizieren. Was sich meist nicht verändert hat, sind Richtlinien am Arbeitsplatz oder die Erwartungshaltung des Arbeitgebers. In der Theorie verbringt man seine Arbeitszeit im Unternehmen und widmet sich voll und ganz dem Job. Für private Dinge ist nach Feierabend Platz. Die Realität sieht oft anders aus: Vormittags wird schnell ein privates Bankgeschäft online erledigt, Mittags die private To-Do-Liste komplettiert und Nachmittags E-Mails an Freunde geschickt. Dafür leitet man abends noch schnell dem Chef ein Dossier weiter, während man schon zu Hause auf dem Sofa sitzt. Die strikte Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit funktioniert für viele nicht mehr, arbeitsorganisatorisch ist man aber kaum darauf eingestellt. Die Folge: Unbehagen, wenn man Privates im Büro erledigt und am Wochenende kurz die dienstlichen E-Mails checkt.

3 Schritte zum neuen Arbeitsstil

Die Ausarbeitung von Maßnahmen zur Nutzung mobiler Technologien wäre im Sinne aller Beteiligter: Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Unternehmer müssen überlegen, wie sie ihren Mitarbeitern die Verbindung von privaten und beruflichen Aktivitäten möglichst leicht machen: Kein schlechtes Gewissen, Beibehaltung hoher Arbeitsleistung und höchste Datensicherheit. Funktionieren kann das nur, wenn über Themen wie „Shadow Tasking“ ein offener Dialog geführt wird.

  1. Veränderten Arbeitsstil akzeptieren
  2. Firmenkultur überprüfen
  3. Sicheren Umgang mit Daten sicherstellen

Zur Umfrage

Die Befragung zur Generation Mobile wurde im Auftrag von MobileIron zwischen 17. Dezember 2014 und 22. Jänner 2015 online unter Vollzeit und Teilzeitbeschäftigten durchgeführt. Befragt wurden mehr als 3.500 Erwerbstätige in Europa, USA und Japan, die für ihre berufliche Tätigkeit mobile Geräte verwenden.

Bildnachweis: Alejandro Escamilla / Stocksnap

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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