Gehalt 2015: Marketing & Kommunikation – Karriereboost Sales

von in Gehalt am Montag, 12. Oktober 2015 um 10:24

Marketing, PR, Kommunikation – diese Jobs haben einen guten Ruf, dementsprechend gerne werden Karrieren in diesen Bereichen angestrebt. Gehaltsexperte Conrad Pramböck analysiert im Rahmen der Serie „Gehalt 2015“ heute, wie die Chancen für Marketingprofis und Kommunikationsexperten aussehen und welches Gehalt man erwarten darf.

Gehälter für Kreative und Strategen

Conrad Pramböck

Conrad Pramböck

Sowohl Marketing als auch Kommunikation werden von Unternehmen dringend gebraucht – soweit die guten Nachrichten. „Aus Mitarbeiterbefragungen geht auch hervor, dass der Wunsch nach mehr Kommunikation da ist. Insofern wird neben externer auch interne Kommunikation benötigt. Die größte Entwicklung ist hier die Integrierte Kommunikation: Dasselbe sagen – und zwar auf allen Kanälen. Egal ob Mitarbeiterveranstaltung, Social Media, auf der Webseite – es muss ein einheitliches Bild ergeben“, sagt Gehaltsexperte Conrad Pramböck. Die größte Schwierigkeit für Mitarbeiter in der Kommunikation sei dabei jedoch, dass jeder meint, mitreden zu können. „Auch im Marketing verhält es sich ähnlich: Beim Logodesign möchte in einem Unternehmen jeder mitmischen.

„Profis sind durchaus gefragt und werden gebraucht.“

Wie ein gutes Logo auszusehen hat, weiß schließlich jeder und fühlt sich auch berufen, seine Meinung kundzutun. Dabei liegt die Kommunikation vor allem in Großkonzernen oft im Argen. Insofern sind Profis in diesem Bereich durchaus gefragt und werden gebraucht. Die Vergütung liegt dabei im mittleren Bereich: Man verdient nicht wenig, das Gehalt ist aber auch nicht himmelhochjauchzend gut“, so Pramböck. Bevor es an die Detailanalyse geht, die Gehälter der Branche im Überblick:

Gehalt Marketing Kommunikation

Was ist Ihre Prognose für die Zukunft?

Conrad Pramböck: Meiner Einschätzung nach wird sich an der Situation nicht viel ändern. Es ist spannend, in diesen Bereichen zu arbeiten, aber es geht dabei vor allem darum, mit anderen Abteilungen ein gutes Einvernehmen zu finden – eben weil jeder mitreden möchte. Einige Aufträge wie z. B. grafische Arbeiten werden immer wieder auch an Freelancer ausgelagert, der Kostendruck bei kreativen Dienstleistungen ist also durchaus gegeben. Wenn Unternehmen aber regelmäßig Dienstleistungen extern beanspruchen, wird über kurz oder lang meist ein eigener Mitarbeiter dafür eingestellt.

Welche Rolle spielt der Bildungsgrad?

Conrad Pramböck: Die meisten Arbeitnehmer im Marketing oder in der Kommunikation sind Akademiker. Interessanterweise sind es nur wenige, die während des Studiums spezifisch mit Kommunikation zu tun hatten. Absolventen eines Publizistikstudiums haben es nicht unbedingt leichter, in die Kommunikationsabteilung eines Unternehmens einzusteigen. Meiner Einschätzung nach ist der beste Einstieg ein wirtschaftliches Studium, weil es grundsätzlich darum geht, das Business zu verstehen. Es ist zu wenig, nur über das Thema Kommunikation Bescheid zu wissen und vom Business keine Ahnung zu haben. Viele erfolgreiche Kommunikatoren haben eine wirtschaftliche Ausbildung und haben danach den Schwerpunkt auf Marketing oder Kommunikation gesetzt.

Welchen Einfluss haben Zusatzqualifikationen auf das Gehalt?

Conrad Pramböck: Es gibt jede Menge neuer Entwicklungen, die eine eigene Weiterbildung rechtfertigen, wie zum Beispiel der Bereich Social Media. Es macht aber oft wenig Sinn, eine große Fortbildung zu besuchen, meist reicht ein Seminar oder Workshop. Über 90 Prozent der Fortbildung passieren aber im Job selbst – Learning by doing.

Wie schnell kann man in Marketing und Kommunikation Karriere machen?

Conrad Pramböck: Auch hier liegen wir im mittleren Bereich, die Karrierechancen sind durchaus gut. Es geht aber nicht so schnell wie beispielsweise im Vertrieb. Im Marketing passieren Karrieren oft innerhalb eines Konzerns. Arbeite ich bei einem mittelständischen Unternehmen, bin ich nur einer von wenigen Personen. Wenn sich dann die Frage nach der Karriere stellt, muss die Antwort gezwungenermaßen lauten: Das war’s in diesem Unternehmen. In der Kommunikation ist es noch extremer, auch in großen Konzernen besteht diese Abteilung oft nur aus einer Handvoll Leuten. Sobald ich eine gewisse Seniorität oder Führungsposition erreicht habe, war’s das mit der Karriere im Wesentlichen schon. Die Frage ist also, was kommt danach? Mein Rat an alle im Marketing: Den Vertrieb ins Auge fassen. Die beiden Bereiche sind durchaus verwandt, wobei der Vertrieb noch näher am Kunden ist, als das strategisch ausgerichtete Marketing. Die Karrierechancen im Vertrieb sind jedoch viel besser – sofern es zur eigenen Persönlichkeit passt.

Abschließend: Haben Sie Tipps für mehr Gehalt in der Branche?

Conrad Pramböck: Die Orientierung hin zum Vertrieb ermöglicht es, sich Richtung Bereichsleiter Marketing und Sales zu entwickeln. Wer im Kommunikationsbereich Karriere machen möchte, sollte diesen Bereich ganz verlassen – die Karrierechancen sind dort einfach begrenzt. An Aufgaben mangelt es nicht, es gibt immer viel zu tun: Neue Produkte, Kommunikationskanäle, Unternehmensstandorte – aber die Karriere stagniert dann an einem gewissen Punkt. Ab 80.000 Euro brutto pro Jahr erreichen Kommunikationsexperten ihre gläserne Decke. Mehr verdienen in den jeweiligen Unternehmen dann nur die Führungskräfte.

Zur Person: Conrad Pramböck

Dr. Conrad Pramböck ist Experte für Gehalts- und Karrierefragen bei Pedersen & Partners. Er berät Unternehmen weltweit zum Thema Gehalt und ist Lektor an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen zu Gehalts- und Personalthemen. Er ist Autor des Buchs „Jobstars“ und Verfasser der wöchentlichen Kolumnen „Karrierewege“ und „Gehalt konkret“.

Bildnachweis: raxpixel / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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