Gehaltsunterschiede: Frauen verhandeln zu Beginn schlechter – und verdienen ein Leben lang weniger

von in Arbeitsmarkt, Gehalt am Montag, 25. Oktober 2010 um 09:23

Dass Männer sich im Arbeitsleben in erster Linie durch die Höhe des Gehaltschecks motivieren lassen, für Frauen hingegen Faktoren wie flexible Arbeitszeiten zählen, war bereits einmal Thema dieses Blogs. Eine neue Studie über die Gehaltserwartungen von Studenten lässt nun stutzig werden: Die Differenz bei den studentischen Gehaltserwartungen entspricht haargenau den Lohnunterschieden, die dann auch im Berufsleben traurige Realität sind.

5000 Studenten an 23 österreichischen Universitäten befragte das Beratungsunternehmen Universum Communications zu deren Gehaltserwartungen. Die Tendenz des Ergebnisses kennen wir bereits aus vorangegangenen Untersuchungen: Männer gehen in erster Linie für Geld arbeiten. Für Frauen zählen verstärkt andere Faktoren wie die Work-Life-Balance oder auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Schenkt man der Universum-Studie Glauben, ist diese unterschiedliche Erwartungshaltung bereits unter Studierenden ein Thema: Wie die Salzburger Nachrichten nämlich aus der Studie zitieren, erwarten die männlichen Studierenden im Schnitt ein jährliches Einstiegsgehalt von rund 35.000 Euro. Ihre weiblichen Kolleginnen gaben sich bei dieser Frage mit 28.000 Euro bescheidener. In Prozenten ausgedrückt, also um 26 Prozent weniger.

Männer härter in den Verhandlungen

Was stutzig werden lässt: Die Unterschiede bestehen laut Studie sogar dann noch, wenn die männlichen und weiblichen Befragten dasselbe Studienfach und denselben universitären Abschluss anstreben. Yves Schneuwly von Universum Austria dazu im SN-Gespräch: „Die deutliche Differenz bei den Gehaltserwartungen der Studenten reflektiert die tatsächlichen Gehaltsunterschiede im späteren Berufsleben. Studien zeigen, dass Frauen weniger beim Gehalt verhandeln als Männer. Dadurch entsteht ihnen ein Nachteil, der sich im Job leider nur schwer wieder abbauen lässt.“

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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