Gehalt 2011 – Forschung und Entwicklung: Je komplexer das Produkt, umso besser die Bezahlung

von in Arbeitsmarkt, Gehalt am Montag, 18. Juli 2011 um 11:43

Der Technikermangel ist seit Jahren Dauerthema – sowohl in der medialen Berichterstattung wie auch in betroffenen HR-Abteilungen. Fakt ist: Gerade qualifizierte Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung sind von Unternehmen hochbegehrt und dementsprechend gut sind auch ihre Einkommensmöglichkeiten. Warum sich diese in erster Linie an der Komplexität der Produkte orientieren, analysiert C2X-Gehaltsexperte Bruno Gangel.

Reden wir nicht um den Brei herum: Jobs im Bereich Technik – also Entwicklung und Forschung, aber auch Produktion – sind eigentlich ganz gute Jobs hierzulande! Sie haben vielleicht nicht so viel Ansehen wie Positionen in tollen Markenartikelfirmen, aber in Summe sind Sie deutlich krisenfester als in anderen Industrien.

Schraube vs. Leiterplatte

Bruno Gangel, C2X

Bruno Gangel, C2X

Österreich hat eine lange Tradition im Bereich Technik (ganz anders als in Vertrieb und Marketing!) – das zeigt sich daran, dass es Produktionsunternehmen in allen Größenklassen gibt. Und nicht immer ist der Größte auch der Erfolgreichste! „Die Einkommenssituation ist dabei nicht so stark von der Unternehmensgröße abhängig, sondern von der Qualität und Komplexität der Produkte: Zum Beispiel sind Schrauben und Nägel eher einfache Standardprodukte, wohingegen Spritzgussteile oder Leiterplatten komplexe Produkte sind. Die Gehälter berücksichtigen das in der Regel gerade in jenen Bereichen, in denen neue Produkte erdacht und bestehende verbessert werden, in denen Produktionen optimiert und Produktionsqualitäten sichergestellt werden“, analysiert Gangel.

Wer also in diesem Fachbereich einen guten Job sucht, der sollte auf Exportanteil, Einzigartigkeit und Komplexität der Produkte achten – das sollten gute Indikatoren sein, um stabilere, erfolgreichere und damit auch besser zahlende Arbeitgeber zu identifizieren.

Alle Tabellen als PDF zum Ausdrucken.

Nur knapp die Hälfte bekommt Prämien

Technische Positionen laufen meist mit unternehmensweiten variablen Gehaltsmodellen mit. Nur Firmen mit modernen Personalinstrumenten haben Technik-eigene Zielmodelle. Insgesamt hat somit nicht einmal die Hälfte der Funktionen eine erfolgsabhängige Entlohnung, der Anteil am Gesamteinkommen liegt bei 10 bis 15 Prozent.

Bei einer ausgesprochenen Spezialistenaufgabe kann der variable Anteil in Einzelfällen auch höher ein. Weitere Nebenleistungen gibt es nach Bedarf (zB. Dienstwagen) oder im Rahmen der allgemeinen Firmenpolitik (Kantine etc.).

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Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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