Gehalt: Emotionen zu erkennen macht sich bezahlt

von in Arbeitsleben, Gehalt am Montag, 4. Mai 2015 um 10:40

Wer Emotionen anderer Menschen erkennen kann, darf sich über höheres Gehalt freuen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die soziale Kompetenz mit höherem Gehalt in Verbindung bringt. Untersucht wurde, ob Menschen mit guter Emotionserkennungsfähigkeit besser bezahlt werden.

Emotionen und das liebe Geld

Je einfühlsamer, desto höher das Gehalt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die sich der Auswirkung von Emotionen im Berufsleben in Zusammenhang mit der Bezahlung gewidmet hat. „Je besser Mitarbeiter in Organisationen Gefühle von anderen erkennen können, desto höher ist das Jahresgehalt dieser Arbeitnehmer. Emotionserkennungsfähigkeiten sind also nicht nur von zwischenmenschlicher Bedeutung, sondern haben auch einen ökonomischen Wert“, erklärt Professor Jochen Menges, Inhaber des Lehrstuhls für Führung und Personalmanagement an der WHU – Otto Beisheim School of Management.

Je einfühlsamer, desto besser bezahlt

An der Studie nahmen über 100 deutsche Arbeitnehmer im Alter zwischen 20 und 65 Jahren teil. Getestet wurde die Fähigkeit, Emotionen zu erkennen. Dazu wurden den Probanden Bilder und Tonaufnahmen vorgespielt. Danach musste bewertet werden, welche Emotionen darin vorkamen. Zusätzlich befragten die Forscher Kollegen und Vorgesetzte der getesteten Arbeitnehmer nach deren sozialen Kompetenzen. Dabei konnten sie nachweisen, dass sich Menschen mit guter Emotionserkennungsfähigkeit geschickter in sozialen Kontexten verhalten. Sie werden als kooperativer, hilfsbereiter und rücksichtsvoller eingeschätzt – und beziehen deshalb ein höheres Gehalt. Auch, wenn Faktoren wie Intelligenz, Geschlecht, Ausbildung, Alter und Arbeitszeit berücksichtigt wurden, blieb der Effekt der Emotionserkennungsfähigkeit auf das Einkommen bestehen.

Erkennen von Emotionen wird bei Bewerbungen zu wenig abgefragt

„Emotionserkennung ist ein ökonomischer Erfolgsfaktor, wird aber in ihrer Bedeutung oft unterschätzt“, erklärt Menges. Er empfiehlt, die Fähigkeit zum Erkennen von Emotionen früh zu schulen und bei der Auswahl von Führungskräften mehr Wert auf diesen Faktor zu legen: „Obwohl Emotionserkennungsfähigkeiten so wichtig sind und – wie wir nun wissen – sogar finanziell belohnt werden, werden diese Fähigkeiten bisher eher selten systematisch in Bildungseinrichtungen trainiert oder in Bewerbungsverfahren abgefragt.“

Bildnachweis: AstroStar / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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