Techniker 2016: „Gute Chancen, erfolgreich Karriere zu machen“

von in Gehalt am Montag, 5. September 2016 um 10:17

Fortsetzung unserer Serie „Gehalt 2016„: Gemeinsam mit Gehaltsexperte Conrad Pramböck sehen wir uns heute an, ob sich der oft zitierte Fachkräftemängel für Techniker finanziell lohnt. Wer profitiert vom Industriestandort Österreich?

Nach wie vor gefragt: Gute Techniker

„Seit vielen Jahren hört man immer wieder, dass Techniker händeringend gesucht werden. Daran hat sich bis heute nichts geändert“, sagt Conrad Pramböck zur aktuellen Lage der Technik-Experten. Bevor wir die Branche im Detail betrachten, hier die Gehälter im Überblick:

Gehaltstabelle Techniker 2016

Conrad Pramböck

Conrad Pramböck

Vielversprechende Aussichten für Techniker, unabhängig von ihrer formellen Ausbildung: „Gute Techniker werden gesucht und zwar quer durch alle Ausbildungsschichten: vom Arbeiter mit Lehrabschluss bis hin zum Uni- oder FH-Absolventen, vom einfachen Mitarbeiter bis zur Führungskraft. Vor allem jene Arbeitgeber, die ihre Produktion nicht ins Ausland auslagern möchten, suchen Techniker. Wer in Österreich produziert und gute Mitarbeiter sucht, der bezahlt auch gute Gehälter“, so Pramböck.

Welche Chancen und Risiken birgt die Technik-Branche?

Pramböck: Einziges Risiko könnte sein, dass ich als Techniker mit meiner Persönlichkeit meiner Karriere im Weg stehen könnte. Wer gut mit Maschinen kann, kann nicht unbedingt auch gut mit anderen Leuten. Viele Techniker sind sehr prozessorientiert, können ihre eigene Leistung aber nicht immer gut verkaufen. Wer jedoch Fachwissen und soziale Kompetenz mitbringt, dem steht einer guten Karriere nichts im Wege.

Welche Rolle spielt die Ausbildung?

Pramböck: Je höher der Abschluss, desto besser meine Chancen – obwohl Techniker aller Ausbildungsebenen gefragt sind, auf dem Arbeitsmarkt sieht es ganz gut aus. Nachgefragt werden neben Uni- oder FH-Absolventen auch HTL-Absolventen oder gut qualifizierte Lehrlinge. Im weiteren Verlauf der Karriere geht es allerdings nicht nur um erbrachte Leistung, sondern auch um die absolvierte Ausbildung. Im Gegensatz zur IT-Branche passieren neue Entwicklungen in der Technik zwar nicht so rasant, trotzdem ist es wichtig, up to date zu bleiben. Das betrifft insbesondere jene Arbeitnehmer, die nur einen Lehrabschluss mitbringen. In vielen Fällen verhilft dann die Matura oder eine Meisterprüfung zu einem Gehalts- oder Karrieresprung. Die formelle Ausbildung spielt für Techniker eine größere Rolle als in anderen Branchen.

Sind schnelle Karrieren in der Technik möglich?

Pramböck: In den ersten fünf bis sieben Jahre geht es um Leistung und den Aufbau von fachspezifischem Wissen. In weiterer Folge entscheidet sich, ob eine Karriere Richtung Führungskarriere erwünscht ist. Akademiker haben hierbei die besseren Chancen. Besonders angesichts des vielzitierten Technikermangels gibt es hier gute Chancen, eine erfolgreiche Laufbahn zu machen – und das auch relativ schnell.

Ihre Tipps für mehr Gehalt?

Pramböck: Ich höre von Technikern oft: Ich will mich nicht verkaufen müssen und meine Leistungen in den Vordergrund stellen – ich bin kein Verkäufertyp, das kann ich nicht. Das wird aber gar nicht erwartet. Für die Karriere reicht es, einfach die erbrachte Leistung zu zeigen. Es genügt, darüber zu sprechen. Dabei ist es nicht notwendig, sich  immer in den Mittelpunkt zu stellen oder in die erste Reihe zu drängen. Für die Sichtbarkeit auf dem Arbeitsmarkt online ist es auch wichtig, mit einem Businessprofil vertreten zu sein und dort zumindest die wichtigsten Keywords zu bedienen, um gefunden zu werden.

Zur Person

Dr. Conrad Pramböck ist Experte für Gehalts- und Karrierefragen bei Pedersen & Partners. Er berät Unternehmen weltweit zum Thema Gehalt und ist Lektor an Universitäten und Fachhochschulen zu Gehalts- und Personalthemen. Er ist Autor des neuen Buchs „Karrierewege“.

Bildnachweis: Shaiith/Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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