Gehalt 2012 – Vertrieb: „Der interne Druck ist stärker“

von in Gehalt am Dienstag, 23. Oktober 2012 um 11:01

Das Finale der großen karriere.at-Gehaltsserie 2012 ist da: Zum letzten Mal beantwortet C2X-Gehaltsexperte Bruno Gangel heute Fragen wie: Wer verdient was? Welche Branchen sind Gewinner, welche Verlierer? Acht Berufsgruppen hat Gangel für die zweite große karriere.at-Gehaltsserie bereits hinsichtlich der Gehaltsentwicklung unter die Lupe genommen. In der heutigen letzten Runde dreht sich alles um den Vertrieb. Einer Branche, in der der Wind rauer geworden ist. Und zwar merklich.

Täglich spürbarer Druck

Bruno Gangel, C2X

Bruno Gangel, C2X

Der Verkauf leidet unter der schwierigen wirtschaftlichen Situation der vergangenen Jahre, erklärt Gehaltsexperte Gangel. „Die schweren Einbrüche in den Erfolgsanteilen sind zwar vorbei, und auch die KPIs (key performance indicators) sind inzwischen realistischer. Aber schwaches Wachstum der Gesamtwirtschaft heißt Verdrängungswettbewerb in vielen Branchen – und der Vertrieb spürt es täglich.“

„Das Ergebnis aus Schweiß und Können“

Dennoch liegen, so Gangel, im internen Vergleich natürlich Verkaufspositionen immer noch mit vorne, aber die gehaltliche Alleinstellung scheint vorbei und der Wind ist rauer geworden: Es braucht mehr Opportunities um einen Deal an Land zu ziehen, der Wettbewerb ist intensiver und der interne Druck ist stärker. „Erfolgreicher Vertrieb ist mehr denn je das Ergebnis aus Schweiß und Können!“, so Gangel.

Alle Gehaltsangaben gibt es auch als PDF zum Download.

Stärkere Absicherungen als andere Branchen

Vertriebspositionen haben in Österreich fast ausnahmslos variable Gehaltsbestandteile, der Anteil am Gesamtgehalt liegt bei 20 bis 40 %. „Extremere Varianten mit geringeren Fixanteilen sind in den letzten drei Jahren wieder deutlich zurückgegangen. Die meisten Modelle berücksichtigen nicht mehr nur simple Parameter wie zB. Umsatz, sondern sind Zielbündelmodelle, welche Deckungsbeiträge, Marktanteile, Produktmix etc. beinhalten“, erklärt Gangel. Ein Dienstwagen sei zu über 85 % üblich, die Fahrzeugklasse mit der Aufgabe, dem Status und (manchmal) mit dem Erfolg gekoppelt. Gemeinsam ist allen Funktionen dieses Bereichs, dass sie – aufgrund ihrer starken Reisetätigkeit – eine stärkere Absicherung mittels Unfall- und teilweise auch Lebensversicherung haben als andere Positionen.

In der Serie Gehalt 2012 bisher erschienen:

Einkauf und Logistik: Enorme Spannbreiten

Produktion: Ausbildung und Unternehmensgröße zählen

Marketing: Das Rennen um den besten Deal

IT: Wer am Ball bleibt, verdient gut

Sekretariat und Assistenz: „Niedrigere Gehälter als noch vor ein paar Jahren“

Forschung und Entwicklung: Krisensicher und immer besser bezahlt

Finanz- und Rechnungswesen: Boom-Branche am Arbeitsmarkt

Gehalt 2012 – „Wir jammern auf hohem Niveau“

Bildnachweis: kallejipp / Quelle Photocase, C2X

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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