Angst vor Abwanderung: Gehälter im Finanzbereich steigen

von in Gehalt am Freitag, 28. März 2014 um 11:45

Die Angst, gute Mitarbeiter zu verlieren, ist in manchen Branchen aber auch wirtschaftlichen Situationen besonders hoch. Gerade Personalverantwortliche aus dem Finanzbereich können davon mit Sicherheit ein Lied singen. Laut aktueller Robert Half-Studie sind zwei Drittel der Betroffenen besorgt oder sogar sehr besorgt, Top-Mitarbeiter an die Konkurrenz zu verlieren. Eine Konsequenz daraus: höhere Gehälter.

Gute Neuigkeiten für Buchhalter, Controller & Co.

100 Finanzchefs aus Österreich wurden für die aktuelle Studie zum Thema Personalmanagement befragt. Für Buchhalter, Controller & Co. zeichnet sich ein sehr positives Bild: Knapp 40 Prozent der Befragten rechnen für 2014 mit steigenden Gehältern in den jeweiligen Abteilungen. Der Bedarf nach Finanzfachkräften scheint zudem ungebrochen: Die eindeutige Mehrheit (81 Prozent) der CFOs plant noch im ersten Halbjahr die zusätzliche Einstellung von Personal.

Diese Gehaltssteigerungen sind drin

Dies hat nicht zuletzt auch Auswirkungen auf das Stammpersonal – gilt es doch, diese Mitarbeiter zu halten. 39 Prozent der Befragten gaben an, dass die Gehälter in ihrer Abteilung steigen werden – im Vorjahr waren es noch 30 Prozent. Auch eine Bonuserhöhung ist geplant und zwar bei jedem vierten Unternehmen. Der Vergleich: Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 20 Prozent. Wie großzügig die Gehaltserhöhungen ausfallen könnten, zeigen folgende Auswertungen sehr deutlich:

  • 64 Prozent der Unternehmen können sich ein Gehaltsplus bis zu 5 Prozent vorstellen.
  • 19 Prozent der Finanzchefs erwarten Gehaltserhöhungen von 6 bis 10 Prozent.
  • Jeder siebte Befragte sieht Gehaltserhöhungen um bis zu 15 Prozent als realistisch.
  • 5 Prozent können sich eine Steigerung um 20 Prozent vorstellen.

Wer hat die besten Chancen?

Sven Hennige

Sven Hennige

„Die besten Chancen bei Gehaltsverhandlungen haben derzeit Finanzfachkräfte, die über Zusatzkompetenzen verfügen und mit Social Skills punkten können. Wenn zudem die Loyalität zum Unternehmen außer Frage steht, verlaufen Gehaltsgespräche sicher positiv“ ist Sven Hennige, Managing Director von Robert Half überzeugt. Denn wie eingangs erwähnt ist die Sorge, Fachkräfte zu verlieren, sehr hoch – auch, da es einen deutlichen Mangel an diesen Kräften gibt. Zudem fällt das Finden von geeignetem Personal alles andere als leicht. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass 80 Prozent (!) der Befragten die Suche nach Finanzexperten als schwierig oder gar sehr schwierig beschreiben. Hier fallen besonders die Bereiche Finanzmanagement und -analyse auf.

„Gute Strategie“

„Die Entwicklung der Gehälter im Finanz- und Rechnungswesen geht einher mit den positiven Erwartungen an die Konjunktur bzw. Unternehmensentwicklung in 2014. Österreichische Arbeitgeber tun gut daran, die Finanzmitarbeiter durch höhere Gehälter am Erfolg zu beteiligen. Denn finanzielle Anreize bilden eine der Säulen, die bestehende Mitarbeiter an das Unternehmen binden. Da sich Unternehmen aktuell bei der Suche nach qualifizierten Buchhaltern, Controllern & Co. sehr schwer tun, ist das Halten von Stammpersonal eine gute Strategie“, so Hennige.

Bildnachweis: nito /Quelle Shutterstock, wavebreakmedia

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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