Führungskräfte der Zukunft: Kommunikatoren und Vorbilder

von in Arbeitsmarkt, HR am Montag, 14. Mai 2012 um 10:37

Welche Rolle nehmen Führungskräfte in einem Unternehmen ein? Diese Frage hat haben die Verantwortlichen des aktuellen Hernstein Management Reports 300 Managern in Österreich, Deutschland und der Schweiz gestellt. An erster Stelle sehen die Führungskräfte dabei eindeutig ihre Rolle als Kommunikator, auf Platz zwei liegt die Vorbild-Rolle. Besonders in Österreich setzen leitende Angestellte verstärkt auf das Einbeziehen von Mitarbeitern.

Vorstände, Kollegen und Mitarbeiter für eine gemeinsame Sache gewinnen

„Es wundert nicht, dass Führungskräfte die Rolle des Kommunikators verstärkt hervorheben. In Zeiten, in denen die Geschäftsentwicklung sehr dynamisch ist und ein Changeprozess dem anderen folgt, ist Kommunikation extrem wichtig. Es geht ja schließlich auch darum, Vorstände, Kollegen und Mitarbeiter für eine gemeinsame Sache zu gewinnen“, erklärt Katharina Lichtmannegger, Geschäftsführerin von Hernstein. Nicht weniger als 60 Prozent der Befragten haben Kommunikator-Rolle als wichtigste angegeben, auf Platz zwei liegt die Vorbildrolle. Diese nehmen die Führungskräfte jedenfalls ein – unabhängig davon, wie bewusst sie damit umgehen.

Oberster Förderer nur in Österreich auf Platz drei

Beim dritten Platz gibt es spannende länderspezifische Unterschiede: Während österreichische Manager die Rolle des obersten Förderers auf Platz drei sehen, erhält die Rolle des Machers und Entscheiders Bronze in Deutschland und der Schweiz. Um die Leistungsfähigkeit bzw. Leistungswilligkeit der Mitarbeiter zu fördern, setzen viele Chefs verstärkt auf das Einbeziehen von Mitarbeitern – hierbei sind sich Österreich (39 Prozent), Deutschland (33 Prozent) und die Schweiz (38 Prozent) recht einig. Dass sich jedoch eine gute Kooperation mit Kollegen positiv auf die Leistungsfähigkeit auswirkt, glauben 18 Prozent der Manager aus Österreich, 13 Prozent der Deutschen und nur neun Prozent der Schweizer. Dass sich ein eigener Verantwortungsbereich bzw. selbstbestimmtes Arbeiten positiv auf die Motivation auswirkt – davon sind 36 Prozent der österreichischen Führungskräfte überzeugt.

Nur zwölf Prozent der Führungskräfte sehen sich als Visionäre

„Visionen sind zwar nach wie vor notwendig, aber ihre Bedeutung ist im Vergleich zu früher deutlich gesunken. Wendiges Nützen von Marktchancen hat vergleichsweise zugenommen“, erklärt Lichtmannegger, weshalb die Rolle des Visionärs nur für zwölf Prozent der Führungskräfte eine solche spielt.

Führung der Zukunft: anspruchsvoller und komplexer

Die Frage nach der beruflichen Zukunft zeigte vor allem eines: Die befragten Führungskräfte gehen davon aus, dass Führung als Ganzes noch anspruchsvoller und komplexer wird (39 Prozent). In Deutschland erwarten sogar 47 Prozent die Fortsetzung des bereits bestehenden Trends. „Dahinter steckt, dass Führungskräfte zunehmend mit Unsicherheit umgehen müssen und sich die Rolle einer Führungskraft in Zukunft deutlich ändern wird. In der zunehmenden Wissensgesellschaft sinkt die Macht der Führung. Insofern wird es wichtig sein, dass sich Manager bewusst werden, mit welchen Spannungsfeldern sie es zu tun haben und ihren eigenen Handlungs- und Gestaltungsspielraum neu definieren“, so die Hernstein-Leiterin.

Fotonachweis: Colourbox

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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