Unternehmenskultur: Arbeitgeber möchten Führungsfehler ausmerzen

von in HR am Mittwoch, 16. September 2015 um 10:33

Österreichs HR-Manager machen sich Sorgen. Laut aktueller Arbeitmarktstudie von Robert Half befürchtet die Mehrheit, Top-Mitarbeiter an die Konkurrenz zu verlieren. Aus gutem Grund: Fehler in der Mitarbeiterführung und eine schlechte Unternehmenskultur können dazu führen, dass sich Arbeitnehmer nach einem neuen Job umsehen.

Talente. Erst muss man sie finden, dann muss man sie halten. Gelingt das nicht, könnten Fehler in der Mitarbeiterführung daran schuld sein. Laut Arbeitsmarktstudie von Robert Half ist die Mehrheit der österreichischen HR-Manager besorgt, gute Arbeitnehmer durch schlechte Unternehmenskultur wieder zu verlieren. 71 Prozent fürchten, Top-Talente an die Konkurrenz zu verlieren, 92 Prozent geben an, dass sich bereits die Suche nach qualifizierten Fachkräften als schwierig erweist.

Wird an der Führungskultur bereits gearbeitet?

Diesen Herausforderungen im Recruiting möchte man mit unterschiedlichen Strategien begegnen, eine davon ist das Anpassen der eigenen Führungskultur. In mehr als der Hälfte der heimischen Unternehmen wird an der Umsetzung oder Planung einer neuen Unternehmenskultur gearbeitet. Die Arbeitsmarktstudie hat genauer nachgefragt und wollte wissen, ob die Führungskultur im Unternehmen derzeit Änderungen unterworfen ist:

Ja, um die Mitarbeiterbindung zu stärken.36 Prozent
Nein, aber ist in den nächsten beiden Jahren geplant24 Prozent
Ja, aufgrund unternehmerischer Anforderungen9 Prozent
Nein, wir haben die Führungskultur bereits angepasst13 Prozent
Nein, wir sehen dafür keine Notwendigkeit18 Prozent

„Bei der Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern dient die Führungskultur heutzutage als wichtiger Anreiz. Insbesondere die Kommunikation und die Wertschätzung, die beispielsweise durch die Einbindung in Entscheidungsprozesse oder die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen, erfahren wird, sind dabei zwei äußerst wichtige Faktoren“, sagt Sven Hennige, Senior Managing Director bei Robert Half.

Das sind die häufigsten Führungsfehler

Im Rahmen der Studie wurde auch gefragt, welche Fehler in der Personalführung am häufigsten gemacht werden. Mangelnde Kommunikation und Anerkennung wurden dabei mit je 32 Prozent genannt. Für die Hälfte der Befragten geht es nicht ohne transparente Kommunikation. Die Einbindung der Mitarbeiter in Entscheidungen wird von 48 Prozent als sehr wichtig beurteilt. Jeder vierte Befragte ist der Ansicht, dass erfolgreicher Führungsstil die Mitarbeiter zu Feedback an das Management ermutigt.

Drei Faktoren, um für Bewerber und Arbeitnehmer attraktiv zu sein

  • Offene Kommunikation
    Mitarbeiter frühzeitig und ehrlich über Entscheidungen und Entwicklungen informieren. Das hat auch den angenehmen Nebeneffekt, dass sich die Gerüchteküche und der Flurfunk in Grenzen halten.
  • In Entscheidungen miteinbeziehen
    Wo über die Köpfe der Arbeitnehmer immer hinweg entschieden wird, herrscht natürlich keine gute Stimmung. Jeder weiß, wie gut es manchmal tut, nach der eigenen Meinung gefragt zu werden.
  • Führungsebene sichtbar machen
    Kommunkation auf Augenhöhe statt Management im Elfenbeinturm. Arbeitnehmer schätzen den direkten Austausch mit Führungskräften – vorausgesetzt natürlich, dass diese greifbar sind und wertschätzend agieren.

Bildnachweis: Gustavo Frazao / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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